Köhler bezeichnet einen inzwischen in Deutschland nahezu ausgestorbenen Beruf, dessen Aufgabe es war, aus Holz Holzkohle herzustellen.
Insbesondere für die Eisenverhüttung, aber auch für die Glasgewinnung und für die Verarbeitung von Edelmetallen sind hohe Temperaturen notwendig. In Gegenden ohne natürliche Kohlevorkommen wurde deshalb Holzkohle benötigt. Ganze Wälder wurden dafür abgeholzt.
Seit dem Altertum ist die Meilerverkohlung bekannt. Hierbei werden Holzscheite in kegelförmige Haufen (Meiler) um Pfähle gesetzt, ein mit Reisig und Spänen gefüllter Feuerschacht angelegt und eine luftdichte Decke aus Gras, Moos und Erde geschaffen. Über den Feuerschacht wurde der Meiler entzündet, sodass bei einer Temperatur zwischen 300 °C und 350 °C der Verkohlungsprozess einsetzte. 6 bis 8 Tage – bei großen Meilern auch mehrere Wochen – dauerte der Prozess, während der Köhler darauf achten musste, durch Regelung des Windzugs (durch Aufstechen und Wiederverschließen von kleinen Löchern) den Meiler weder erlöschen noch in hellen Flammen aufgehen zu lassen.
Köhler führten ein karges, einsames Leben. Wegen der ständigen Pflicht, den Meiler auf der richtigen Temperatur zu halten, kann davon ausgegangen werden, dass Angstzustände, Schlafmangel und Brandnarben zum Berufsbild gehörten.
Noch bis ins 20. Jahrhundert benutzten Köhler in abgelegenen Gegenden, wie z. B. im Harz und im Thüringer Wald, so genannte Hillebillen (tönende Buchenholzbretter) als Alarm- und Informationsinstrument. An diese Zeiten erinnert noch heute der Name eines Höhenzugs im Harz, der „Hillebille“ genannt wird.