| Küstenmammutbaum | ||||||||||||
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| Coastal_redwood.jpg | ||||||||||||
| : | Pinopsida |
| : | Kiefernartige (Pinales) |
| : | Zypressengewächse (Cupressaceae) |
| : | Mammutbäume (Sequoioideae) |
| : | Sequoia |
| : | Küstenmammutbaum |
Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) ist ein immergrüner Nadelbaum. Er ist die einzige Art der monotypischen Gattung Sequoia aus der Unterfamilie der Mammutbäume (Sequoioideae) in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Er wird auch Küsten-Sequoie genannt. Die im englischen Sprachraum häufig anzutreffende Bezeichnung „californian redwood“ ist nicht eindeutig, da der nahe verwandte Riesenmammutbaum ebenfalls ein „Kalifornisches Rotholz“ ist. Zur Art gehören die höchsten lebenden Bäume der Welt. Der Erstbeschreiber der Gattung Sequoia, Endlicher, hat sie wahrscheinlich nach dem Erfinder des Cherokee-Alphabets, Sequoyah, benannt. Der Küstenmammutbaum ist der Staats-Baum des US-Bundesstaates Kalifornien.
In der Jugend bilden die Bäume schmale, pyramidenförmige Kronen mit schlanken Ästen aus. Alte Bäume haben eine kompakte, unregelmäßige, relativ kleine, aber dennoch schlanke Krone; die Äste sind kräftig und waagerecht.
Die erste Form sind 10 bis 20 Millimeter lange, nadelförmige Blätter, die spiralig an Langtrieben oder zweizeilig an Kurztrieben stehen. Diese Nadeln sind an der Oberseite dunkelgrün, an der Unterseite graugrün und besitzen zwei Stoma
Die zweite Form sind Schuppenblätter, die spiralig an Langtrieben stehen. Sie sind rund sechs Millimeter lang, liegen dem Zweig an und sind unterseits gekielt. Sie treten vor allem im stark besonnten oberen Teil der Krone auf.
Junge Zweige sind schlank und dunkelgrün und haben einen runden Querschnitt. Die Knospen sind kugelig und grün. Sie bestehen aus 10 bis 12 eiförmigen Knospenschuppen, die auch nach dem Austreiben an der Basis des Zweiges verbleiben.
Die weiblichen Zapfen sind langgestreckt und grün. Sie bestehen aus 15 bis 20 zugespitzten Samenschuppen, die spiralig angeordnet sind. Die Samenschuppe ist mit der Deckschuppe verwachsen und trägt drei bis sieben Samenanlagen. Die eiförmigen Zapfen sind 1,8 bis 2,5 Zentimeter lang, 1,2 Zentimeter breit und hängend. Sie werden am Ende der gleichen Vegetationsperiode reif. Zur Zapfenreife färbt sich der Zapfen gelblich grün, die Zapfenschuppen werden leicht angehoben. Die reifen Zapfen verbleiben am Baum und streuen die Samen aus. Jeder Zapfen enthält 50 bis 60 Samen. Pro Baum und Jahr werden bis zu fünf Millionen Samen gebildet.
Die Samen sind 3,0 bis 4,5 Millimeter lang, rund 0,5 Millimeter breit und haben einen Millimeter breite Flügel. Das Tausendkorngewicht beträgt 3,8 bis 4,4 Gramm. Die Samen werden mit dem Wind verbreitet, jedoch meist nur 60 bis 120 Meter weit vom Mutterbaum. Nur rund 20 Prozent der Samen sind keimfähig. Dies wird als Anpassung gegen Fressfeinde gedeutet, die durch das mühsame Aussortieren der essbaren von den leeren Samen abgeschreckt werden sollen. Röntgenuntersuchungen zeigten, dass 1 bis 32 Prozent der Samen gesund sind, 0 bis 11 Prozent sind verpilzt und 58 bis 97 Prozent sind hohl oder mit Tannin gefüllt.
Deutlich zu erkennen sind die Jahresringgrenzen sowie der Wechsel von Früh- zu Spätholz. Das Holz enthält keine Harzkanäle und besteht zu 90 Prozent aus Tracheiden. Diese sind 2,9 bis 9,3 Millimeter lang. Die Holzstrahlen sind nur mit der Lupe zu erkennen.
Die Borke wird bis 30 Zentimeter dick. Sie ist graubraun bis braun und oft tief längsrissig. Sie löst sich in langen Streifen vom Baum.
Aus „Wurzelausschlägen“ können auch „weiße Redwoods“ hervorgehen, Bäume, die über kein Chlorophyll verfügen und vollständig vom Mutterbaum versorgt werden. Sie werden selten über drei Meter hoch, können jedoch 20 Meter erreichen. Diese Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung wird auch in der Forstwirtschaft ausgenutzt, indem man die Art über Stecklinge vermehrt.
Das Jugendwachstum ist sehr rasch, einjährige Sämlinge können 46 Zentimeter hoch sein, vier- bis zehnjährige Bäume haben einen Jahreszuwachs von 60 bis 200 Zentimetern. Die Bäume blühen mit 10 bis 15 Jahren zum ersten Mal, die höchste Produktion von Samen tritt erst bei über 200-jährigen Bäumen auf. Das größte Höhenwachstum wird mit rund 35 Jahren erreicht. Ein erwachsenes Exemplar ist rund 90 Meter hoch. Das höchste bekannte Exemplar und gleichzeitig der höchste bekannte lebende Baum ist, wie oben erwähnt, der Stratosphere Giant mit 112,8 Meter. Zur Zeit (2006) sind zwölf Exemplare mit über 110 Metern Höhe bekannt. Der Küstenmammutbaum mit dem größten Volumen ist der Del Norte Titan im Jedediah Smith Redwoods State Park mit einem Volumen von 1044,7 Kubikmetern bei einer Höhe von 93,6 Metern.
Die Art ist selbstfertil, Selbstungsnachkommen sind jedoch in ihrer Wuchskraft schwächer.
Ein Alter von 600 Jahren ist keine Seltenheit. Das höchste Alter wurde durch Jahresringzählung mit rund 2.200 Jahren bestimmt.
Die Nordgrenze liegt am Chetco River im äußersten Südwesten von Oregon in den Klamath Mountains (42° 09' nördliche Breite), rund 25 Kilometer nördlich der Grenze zu Kalifornien. Die südlichsten Vorkommen gibt es im Salmon Creek Canyon in den Santa Lucia Mountains, Monterey County (35° 41' nördliche Breite). Vertikal kommt die Art von Meereshöhe bis in 900 Meter über NN vor. Im südlichen Arealteil ist die Art auf West- und Nordhänge beschränkt, nahe der südlichen Arealgrenze wächst sie nur am Grund der Canyons. Der küstenfernste Punkt des Areals liegt im Napa County, 75 Kilometer landeinwärts.
Die größten Populationen finden sich im Redwood-Nationalpark sowie im Humboldt Redwoods State Park in den Counties Humboldt County und Del Norte County.
Außerhalb des natürlichen Areals wird die Art vornehmlich als Parkbaum kultiviert, so in Südeuropa, auf den britischen Inseln (wo es 50 Meter hohe Exemplare gibt) oder in Australien und Neuseeland. In den meisten Gebieten Mitteleuropas ist der Küstenmammutbaum nicht zuverlässig winterhart; besonders junge Bäume sind frostempfindlich. Die Frostresistenz wird für erwachsene Bäume mit -10 °C für die Blätter, -15 °C für die Knospen und -20 °C für die Zweige angegeben. Forstkulturen gibt es unter anderem in Großbritannien, Versuche dazu auch in Portugal und der Ukraine (Krim).
Die Art ist sehr tolerant gegenüber Überflutung und gegen Sedimentablagerungen. Bei hohen Schlammablagerungen werden im unteren Stammbereich neue Wurzeln gebildet, die den neuen, meterhohen Boden durchwurzeln. So können sich die Bäume dem neuen Bodenniveau anpassen. Dadurch sind sie konkurrierenden Baumarten überlegen und bilden an solchen Standorten Reinbestände.
Die besten Standorte sind Flussniederungen und flache Hänge unterhalb von 300 Metern NN. Hier werden Derbholzmassen von 10.000 bis 14.000 Kubikmeter pro Hektar gebildet.
Die Art ist vielfach mit anderen Nadelbäumen wie Douglasie, Küsten-Tanne, Westamerikanische Hemlocktanne und Sitka-Fichte vergesellschaftet. In höheren, trockeneren Bereichen wächst sie zusammen mit Acer macrophyllum, Arbutus menziesii und Umbellularia californica.
Diese Wälder sind wichtige Habitate für die gefährdeten Arten Marmelalk und Fleckenkauz. Weitere vorkommende Arten sind der Roosevelt Elk (Cervus canadensis roosevelti), der Maultierhirsch (Odocoileus hemionus columbianus) und der Helmspecht (Dryocopus pileatus).
Insekten spielen mit Ausnahme der Borkenkäfer Phloeosinus sequoiae und P. cristatus keine Rolle.
Wapitis können starke Verbissschäden verursachen. Schwarzbären schälen die Rinde von jungen Bäumen, wohl um an den Phloemsaft zu gelangen.
Unter den abiotischen Einflüssen ist das Feuer von großer Bedeutung. Jungbestände sind wegen ihrer dünnen Borke besonders empfindlich, regenerieren sich jedoch über Wurzelbrut. Erwachsene Exemplare sind aufgrund ihrer dicken Borke und des sehr hoch liegenden Astansatzes recht unempfindlich gegenüber Bränden. Vor dem Eingreifen des Menschen gab es in den Küstenmammutbaum-Wäldern alle 20 bis 50 Jahre Feuer, die auch die Konkurrenz der Mammutbäume durch andere Bäume verringerten. Auch wenn etliche Bestände nahe der Meeresküste wachsen, sind die Bäume nicht windfest und auch nicht salzresistent.
| Technische Holzdaten | |
|---|---|
| Rohdichte (r12-15) | 0,40 – 0,45 – 0,50 g cm-3 |
| Druckfestigkeit | 2650–4200 N cm-2 |
| Biegefestigkeit | 4400–6850 N cm-2 |
| Zugfestigkeit, parallel zur Faser | 7550 N cm-2 |
| Elastizitätsmodul | 540–930 kN cm-2 |
| Quelle: Schütt und Lang 2004 | |
„Redwood“ ist eines der wertvollsten und dauerhaftesten Nutzhölzer auf dem Weltmarkt. Obwohl die Baumbestände rasch abnehmen, wird die Art weiter genutzt. Das Holz wird für Möbel, Täfelungen, Fenster, Türen und Fußböden verwendet. Aufgrund der guten Spaltbarkeit und Dauerhaftigkeit wurde es auch für Dachschindeln verwendet. Da es kein Harz enthält und geruchsfrei ist, wurden aus dem Holz auch Gefäße zur Aufbewahrung von Lebensmitteln hergestellt.
Das Kernholz ist weitestgehend resistent gegen Bohrmuscheln, Insekten, Fäulnis und holzzerstörende Pilze; zudem ist es schwer entflammbar. Es ist leicht bearbeitbar und trocknet gut bei geringem Volumenverlust (rund sieben Prozent). Die Neigung zum Reißen und Verwerfen ist gering. Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegen Pilz- und Termitenbefall wird „Redwood“ auch in tropische Länder exportiert.
Die Knospen der Knoten sind in den Redwood-Parks ein beliebtes Souvenir. Die Knoten selbst werden zu Tischplatten und Furnieren verarbeitet. Die Borke wird als Isoliermaterial und auch als Gartenmulch verwendet.
Die kommerzielle Nutzung setzte um 1850 ein. Bereits ab den 1860er Jahren wurden die Redwood-Wälder großflächig eingeschlagen, das Holz wurde vor allem für Häuser, aber auch für Eisenbahnschwellen, Schiffsplanken und im Bergbau verwendet. Bis zu den 1960er Jahren wurden rund 90 Prozent der Bestände abgeholzt, auch danach ging die Nutzung weiter. Erste Bemühungen zum Schutz der Wälder setzten 1879 im Gefolge der Errichtung des ersten Nationalparks (Yellowstone) ein. 1918 wurde die Save the Redwoods League gegründet, die mit Spendengeldern Wälder aufkaufte, die in den Jahren darauf zusammen mit Land des Bundesstaates Kalifornien zur Gründung der State Parks Jedediah Smith, Del Norte Coast und Prairie Creek. Knapp 10 Prozent des ursprünglichen Areals der Art steht heute unter Schutz. Nur rund drei Prozent der heutigen Fläche sind noch Urwald. Aufgrund der geringen Fläche an Urwald werden auch Aufforstungsflächen vermehrt unter Schutz gestellt, um den Bestand der Art zu sichern. Die wichtigsten State und National Parks sind: Redwood-Nationalpark, gegründet 1968 mit rund 50 Prozent des gesamten verbliebenen Bestandes (mit den integrierten State Parks Jedediah Smith Redwoods, Prairie Creek Redwoods und Del Norte Coast Redwoods), Muir Woods National Monument, Humboldt Redwoods State Park und Big Basin Redwoods State Park. Die nicht unter Schutz stehenden Wälder werden nach wie vor kommerziell genutzt. 1999 kaufte die US-Regierung für 480 Millionen US-Dollar die Einschlagsrechte am größten kommerziell genutzten Redwood-Wald von einem Holzkonzern und stellte ihn als Headwaters Reserve unter Schutz.
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