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Das Königreich Oyo war ein vorkolonialer, westafrikanischer Staat, der grob auf dem Gebiet der heutigen Staaten Nigeria und Benin zu finden war. Ausgehend von einer Ansiedlung gleichen Namens im Norden des Siedlungsgebietes der Yoruba entwickelte sich Oyo im Verlaufe des 14. bzw. frühen 15. Jahrhunderts zu einem kleinen Königreich. Im Verlaufe des 17. Jahrhunderts erweiterte es sich zu einem der dominierenden Yoruba-Staaten, mit zahlreichen abhängigen Tributarreichen. Die Stärke des sich entwickelnden Imperiums lag neben seiner für den Handel günstigen Lage im Einsatz seiner Militärmacht, die neben einer gefürchteten Kavallerie vor allem auf dem professionellen Offizierskorps beruhte. Der Höhepunkt von Oyos Macht lag zwischen 1730 und 1748, als Oyo den mächtigen Nachbarstaat Dahomey militärisch bezwang und zum Tributarstaat machte. Mit Beginn der Besuche europäischer Forscher und Händler begann auch in der Küstenregion ein reger Handel, sehr früh auch bereits mit Sklaven. Zwischen 1680 und 1730 verkaufte das Imperium jährlich bis zu 20.000 Menschen im Sklavenhandel. Das Imperium kollabierte in den ersten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, noch vor der kolonialen Eroberung durch die Briten und Franzosen. Der Kollaps führte zu einem lange andauernden Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Nachfolgestaaten, der dazu beitrug, dass der beginnenden europäischen Kolonisation kein organisierter Widerstand entgegen gesetzt werden konnte.

Siehe auch


Historischer Staat (Afrika) | Geschichte (Nigeria) | Geschichte (Benin)

 

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