Als Messer bezeichnet man die Kombination aus einem Griff (auch: Heft) und mindestens einer einschneidigen Klinge.
Sehr unterschiedliche Ausführungen können der Griff und die Klinge je nach Verwendungszweck haben. Messer grenzen sich wegen ihrer geringeren Größe der einschneidigen Klinge von den Dolchen, Schwertern und Säbeln und des kleineren Griffes wegen von Stangenwaffen, z.B. Speeren, Lanzen und Piken ab.
Die ersten Werkzeuge mit Messerfunktion waren aus Silex geschlagene Steinklingen. Die Klingenkanten besitzen glasartige Schneidequalität; sie wurden bereits in der Altsteinzeit hergestellt. Schäftungen sind aus dieser Zeit nicht erhalten geblieben, die ältesten Funde stammen bislang aus der Jungsteinzeit. In der Bronzezeit stellte man Messer zunächst aus Bronze, während der Eisenzeit aus Eisen her, sie waren sowohl Werkzeug als auch Waffe. Etwa 90 v. Chr. wurde das Messer im alten Rom, als Essgerät bei Tisch gebräuchlich.
Die Klinge besitzt eine Schneide, eine Spitze, auch Ort genannt, und die gegenüberliegende Seite der Schneide, die Fehlschärfe - auch Rücken - genannt. Sie wird mit dem Erl am Griff befestigt. Die Verdickung am Griffende wird als Knauf bezeichnet, wobei auch die Begriffe Beschlag, Griffniet, Klingenspiegel, Pommel oder Stifte verwendet werden.
Bei der Bauart ohne Knauf ist der Erl die Verlängerung der Klinge als Flacheisen, der Griff besteht dann aus 2 Griffschalen, die (meist) aufgenietet werden.
Das Ricasso ist der Teil zwischen Griff (bzw. Parierstange) und der Schneide, der nicht geschliffen ist.
Wegen ihrer Kompaktheit gehören Klappmesser zu den meist verkauften. Berühmt sind Al Marfolding S.E.R.E, SOG Tomcat, Gerber-Messer, Klappmesser der amerikanischen Firma CRKT (Columbia River Knife Tool), Böker-Messer aus Deutschland.
Fixiermesser sind Klappmesser mit feststellbarer Klinge.
Springmesser, ob mit nach vorne oder seitwärts herausspringender Klinge, sind in Deutschland grundsätzlich verboten.
Hiervon ausgenommen sind Springmesser, wenn die Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und der aus dem Griff herausragende Teil der Klinge
Der Besitz ist lediglich Personen ab 18 Jahren erlaubt.
Das Führen bei öffentlichen Veranstaltungen ist immer verboten.
Butterflymesser haben in der öffentlichen Wahrnehmung ein „Schurken-Image“, das sie gerade für Bedrohungen oder Überfälle attraktiv macht. Die charakteristischen Öffnungs- und Schliesstechniken tragen zu ihrer einschüchternden Wirkung bei. Für den tatsächlichen Einsatz als Stichwaffe sind Butterflymesser aber eher ungeeignet: Aufgrund der auffälligen (und als so bedrohlich empfundenen) Öffnungstechnik sind verdeckte Messerangriffe nur sehr schwierig durchzuführen. Auch in einem offenen Messerkampf sind Balisongs gegenüber anderen Messertypen im Nachteil, da sie aufgrund ihrer Konstruktion schnelle Griff- und Handwechsel erschweren.
Butterflymesser sind seit der Einführung des neuen Waffengesetzes in Deutschland am 1. April 2003 und mit Auslaufen der Übergangsregelung am 31. August 2003 verbotene Gegenstände. Somit ist jeglicher Umgang mit ihnen, selbst das Aufbewahren zu Hause, verboten, nicht zuletzt, weil viele Jugendliche auf Schulhöfen mit ihren Balisongs herumfuchtelten und sich und Umherstehenden dabei schwere Verletzungen zufügten.
Bekannte Hersteller: Puma (D), Böker (D), Al Mar (USA), Serie SOF, Buck (USA), Fällkniven (Schweden)
Siehe auch: Kampfmesser
Die französische Firma Opinel stellt eine Spezialserie von Messern zur Arbeit in Weinbergen her. Klappbar mit schmalen Klingen unterschiedlicher Längen, wahlweise je nach Einsatz mit rostfreien oder nicht rostfreien (leicht zu schärfenden) Klingen und dem charakteristischen Drehring zur Klingenarretierung.
Beim Häuten ("aus der Decke schlagen") und zerlegen kommen meist dafür spezialisierte Messer (eigentlich wie beim Metzger/Schlachter) zum Einsatz.
Man kann mit einer kurzen Klinge genauer arbeiten. Das Jagdmesser hat deshalb eine Klinge von 8-14 cm. Stabile und rutschfeste Griffe, oft aus Hölzern oder Hirschhorn, werden eingesetzt. Es gibt klappbare Jagdmesser, die über mehrere eingesetzte Klingen oder sog. Wechselklingen verfügen, die je nach Gebrauch ausgetauscht werden. Bekannte Firmen in Deutschland sind: Puma, Herbertz, Böker.
Kurz erwähnt seien Whittlin' Jack, Schnitzmesser zur Holzbearbeitung, eher mehrschneidige Beitel mit groben Griffen.
Meistens haben Tauchermesser heute einen Kunststoffgriff und eine Kunststoffscheide.
Oft dekorativ verziert, dienen sie teilweise als Schmuckstück und Statussymbol des Eigners. Als typisch gilt eine einschneidige Klinge, oft mit Entenschnabel- oder Pandurenspitze. Zwischen Klinge und Griff sitzt ein meist großes Parierelement aus Neusilber oder anderen Buntmetallen, die Griffschalen sind aufgenietet und aus Holz oder Hirschhorn. Bowiemesser können bis zu 50 cm lang sein.
Faschinenmesser (Faschine = Reisigbündel) haben Eigenschaften von Macheten und Bajonetten. Sie haben die Länge von großen Bajonetten und sind auch zum Abschlagen von Zweigen und Ästen geeignet. Oft wurden die Klingen auch mit einer Sägezahnung versehen, einerseits um größere Äste zurechtschneiden zu können, aber hauptsächlich um faserige Materialien (wie z.B. Gurte) zu zertrennen. Die typische Tantoklinge des neuen KM 2000 wurde wegen ihrer enormen Bruchsicherheit gewählt. Zum Schutz vor Reflexionen bei taktischen Nachtoperationen und vor Korrosion wurde die Klinge schwarz beschichtet. Faschinenmesser sind oft eine Mischung aus Werkzeug und Waffe, sie wurden meistens von den Pionieren beim Bau von militärischen Objekten eingesetzt. Faschinenmesser können nicht nur wie ein Bajonett, sondern auch wie Kurzschwerter aussehen. Manche dieser Waffen, wie z.B. das Kurzschwert der französischen Armee aus dem Jahre 1832 (siehe Bild) hatten eher den Charakter eines Prestigeobjekts.
Das Allzweckmesser (Küchenmesser im engeren Sinne) dient als kleiner unentbehrlicher Helfer in der Küche und hat eine schmale Klingenform. Die Klinge aus Stahl kann zwischen 9 und 15cm lang sein und läuft im jedem Fall spitz zu. Das Allzweckmesser sollte handlich sein, damit Gemüse, Obst aber auch kleine Fleischstücke ideal geschnitten oder auch geschält werden können. Es darf rosten, aber nicht abstumpfen, und ist das meistbenutzte Haushaltsutensil. Das Allzweckmesser trägt viele weitere Namen: Küchenpitter, Pittermesser, Hümmelchen etc..
Ein Fischmesser ist lang und dünn; mit dieser Form kann ein Fisch fast restlos von Gräten befreit bzw. ausgenommen werden. Die Klinge ist ca. 3 cm breit und 15 cm lang. Bedingt durch diese Klinge ist das Messer sehr elastisch, so dass auch an schwer zugänglichen Stellen am Fisch herumgeschnitten werden kann. Die elastische Klinge erleichtert außerdem das Lösen der Filets von der Haut.
Ein Brotmesser hat eine lange, mit grobem Wellenschliff versehene Klinge. Wie der Name es schon verrät, kann damit Brot geschnitten werden. Die Länge der Klinge ermöglicht es, auch breite Brotlaibe durchzuschneiden. Die groben Rillen verhindern ein Ausflocken der Scheibe. Der Griff kann aus Holz oder Plastik bestehen. Es gibt unterschiedliche Formen, in den letzten Jahren werden Brotmesser vielfach in leichterer Form erzeugt, als Reaktion auf die Veränderung im Brotangebot. So sind heute leichte, luftige Brotsorten (Toast, Weissbrote) aber auch mit künstlichen Treibmitteln erzeugte Vollkornbrotsorten vorherrschend. Diese erfordern keine so starken Messer mehr, wie sie früher für Bauernbrotlaibe notwendig waren.
Ein Ausbeinmesser ist ein Messer, das für das Entfernen von Knochen und das Enthäuten von Fleisch oder Geflügel verwendet wird. Mit der schmalen, sehr kurzen und leicht gebogenen Klinge kann es gut entlang des Knochens geführt werden.
Ein Buttermesser ist ein Haushalts- oder Küchenmesser, dessen Klinge optimal für das Zerteilen und Streichen von Butter gestaltet ist. Die Stahlklinge ist breit, stabil, nicht zu lang und schlank zugeschliffen. Sie kann bei besseren Ausführungen leicht nach oben geschwungen sein. Die Schneide ist glatt, ohne Sägeschliff und nur mäßig scharf. Die Spitze ist abgerundet und kann bei hochwertigen Modellen auch etwas verbreitert sein. Der Griff kann aus verschiedenen Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoffen, mit oder ohne Verzierung, bestehen; bei historischen Messern wurden auch natürliche Werkstoffe wie Perlmutt oder Elfenbein verwendet. Er ist lang und kräftig ausgeführt und gestattet so eine sichere Führung mit der ganzen Hand. Griff und Klinge sind in der Regel fest miteinander verbunden.
Ein Käsemesser ist ein mittellanges Messer mit Ausnehmungen (Löchern) an der Klinge. Diese erleichtern das Käseschneiden, vor allem von Weichkäsesorten. Diese, wie z. B. Brie, Camembert oder Romadour nehmen schnell eine klebrig-weiche Konsistenz an, wenn sie für einige Zeit nicht ausreichend gekühlt werden. Um ein Verkleben des Messers mit Käseresten zu verhindern, ist die Klinge nicht massiv und besitzt eben die genannten Ausnehmungen.
Eine Besonderheit ist das Parmesanmesser. Es dient eigentlich nicht dem Schneiden, sondern dem Spalten und Herausbrechen von Käsestücken aus einem großen Parmesanstück. Es hat einen sehr kurzen, aber massiven Griff und eine unscharfe Klinge.
Ein Schälmesser ist ein recht kleines Messer (Klingenlänge 8 cm) mit einer gebogenen Klinge, um rundes Obst wie Äpfel, Pfirsiche oder Orangen sauber zu schälen, ohne dass allzu viel von der Frucht verloren geht. Geschnitten werden kann damit auch Gemüse (Zucchini, Karotten, Rote Beete, Kartoffeln, Rüben).
Ein Obstmesser ist ein kleines Messer mit gerader, schmaler Klinge, um sowohl gerade Schnitte im Obst machen zu können, aber auch gebogene Schnitte z.B. um das Kerngehäuse bei einem gevierteltem Apfel entfernen zu können.
Ein Tomatenmesser hat im Unterschied zum Allzweckmesser eine Sägezahnung der Schneide und kann deshalb hervorragend zum Schneiden von Tomaten, aber auch anderem Gemüse verwendet werden. Durch die leicht nach oben, spitz zulaufende der zwischen 12- 15 cm langen Stahlklinge dringt das Messer mit einem leichten Winkel in das Schneidegut ein und verhindert so ein Zerdrücken desselben. Die Klingenbreite entspricht der des Allzweckmessers.
Ein Buntmesser (auch: Buntschneidemesser) hat keine gerade, sondern eine wellen- oder zickzackförmig profilierte Klinge. Man benutzt es um rohes oder gekochtes Gemüse und Obst dekorativ zu schneiden.
In den USA werden schwere Wurfmesser bevorzugt, die oft vorderlastig und scharf sind. Dies wird darauf zurückzuführen sein, dass dort die Jagd mit Wurfmessern ein beliebtes Hobby war.
Faustmesser sind seit der Novelle des Waffengesetzes vom 10. September 2004 in Deutschland verboten
Messer | Küchengerät | Hieb- und Stichwaffe | Wurfwaffen
Нож | Ganivet | Nůž | Kniv | Knife | Tranĉilo | Cuchillo | کارد | Veitsi | Couteau | Coitelo | סכין | Kultelo | Coltello | ナイフ | peilis | Mes | Kniv | Кард | Nóż | Faca | Нож | Knife | Kniv | پىچاق | 刀 | To