| Fahne | Vorsitzender |
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| Jusos_Flagge.jpg | BjoernBoehning.jpg |
| Basisdaten | |
| Vorsitzender: | Björn Böhning |
| stellvertretende Vorsitzende: | Cordula Drautz, Claudia Bogedan, Dirk Bergrath, Lars Klingbeil, Simone Burger, Lars-Patrick Wenzel, Christian Reinke |
| Geschäftsführerin: | Tanja Bergrath |
| kooptierte Vorstands- mitglieder: | Kai Burmeister, Tobias Gombert, Ralf Höschele, Inga Möller |
| Mitglieder: | zirka 69.000 (Anfang 2005) |
| Gliederung: | 20 Bezirke |
| Anschrift: | Willy-Brandt-Haus 10911 Berlin |
| Website: | www.jusos.de |
| E-Mail-Adresse: | Kontakt |
Die Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, Kurzbezeichnung Jusos, ist die Jugendorganisation der SPD.
Zur Zeit (Anfang 2005) gehören den Jusos 48.700 SPD-Mitglieder an, das sind acht Prozent der SPD-Mitgliedschaft insgesamt. Hinzu kommen zirka 20.000 Juso-Mitglieder, die nicht der SPD angehören. Insgesamt sind es also rund 69.000 Mitglieder.
Die Jusos sind Mitglied der Sozialistischen Jugendinternationalen IUSY und der Europäischen Jungsozialisten ECOSY.
Arbeitsgemeinschaften sind die unterste Gliederung der Jusos. Sie sind oft basisdemokratisch organisiert und arbeiten nicht selten an kommunalpolitischen Fragen. Teilweise bestehen, im ganzen Bundesgebiet gleichmäßig, Arbeitsgemeinschaften, die ihre Priorität nicht in der Kommunalpolitik legen. Oft handelt es sich eher um einen politischen Sammelpunkt für linke Sozialdemokraten als um eine "Arbeitsgemeinschaft" im klassischen Sinne.
Wie auch in der SPD sind die Unterbezirke die bedeutendsten Gremien. Normalerweise sind sie weniger basisdemokratisch organisiert. Einmal in Jahr findet eine Unterbezirksdelegiertenkonferenz (UBK) statt, auf welche eine Reihe an Anträgen beschlossen wird. Unterbezirke haben im Regelfall einen Vorstand, welcher die Organisationsarbeit übernimmt. Kontrolliert wird dieser Vorstand von einem AGen-Plenum. Dieses Kontrollgremium setzt sich aus allen Jusos des Verbandes zusammen und tritt jeh nach Region cirka alle drei Monate zusammen.
Die Unterbezirke übernehmen im Regelfall die Betreuung der Regionspolitik.
Die Jusos gliedern sich des Weiteren in 20 Bezirke, welche sich mit den Bundesländern decken. Ausgenommen sind Niedersachsen, wo es drei Bezirke gibt und Hessen wo zwei Bezirke existieren. Die Bezirke verfügen über eigene Vorstände und halten einmal im Jahr eine Bezirkskonferenz (BeKo) ab. Ihre politische Aufgabe besteht in Landespolitik, sowie der Arbeit mit der SPD.
Da sich normalerweise Bezirke mit den Bundesländern decken, gibt es nur in Hessen und Niedersachsen Landesverbände. Einzige Aufgabe des Landesverbändes ist daher auch die Koordinierung der Landesbezirke, sowie die Landespolitik. Oberstes Beschlußorgan ist die Landesdeligiertenkonferenz (LDK).
Der Bundesverband ist das Juso-Organ, welches sich um die Bundespolitik kümmert. Da auch die Bündnispolitik auf den Schultern der Bezirke liegt, ist der Bundesverband, ähnlich wie die Landesverbände in Niedersachsen und Hessen nur für die Politik der Jusos im Bundesgebiet zuständig.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 1946 die Jungsozialisten wiedergegründet. Zunächst stellten ehemalige Frontsoldaten die Mehrheit der Mitglieder. Die Jusos waren in ihren ersten Jahren zunächst loyal der Mutterpartei gegenüber und folgten linientreu der inhaltlichen Ausrichtung der SPD.
1973 gelang es den links der SPD positionierten Jusos im Rahmen der 68er-Bewegung mit 300.000 Mitgliedern ihren bisherigen Höchststand zu erreichen und viele SPD-Gremien zu "übernehmen". Die Jusos stellten zu diesem Zeitpunkt etwa 30% der SPD.
Inhaltlich traten die Jungsozialisten ab 1969 ein für die Demokratisierung aller Lebensbereiche, insbesondere der Wirtschaft und des Staates. Dies sollte bedeuten: die Vergesellschaftung der strukturbestimmten Bereiche der Wirtschaft (sog. Schlüsselindustrien), gesamtgesellschaftliche Planung der Investitions-, Forschungs- und Entwicklungsprioritäten bei relativer Autonomie der einzelnen Unternehmen im Rahmen dieser zentralen Rahmensetzung (sog. „zentraler Rahmenplan bei dezentraler Feinsteuerung"). Auch nahmen die Jusos immer häufiger feministische Positionen ein.
Die Jungsozialisten verfolgen die sog. Doppelstrategie. Dies bedeutete einerseits Basisarbeit und andererseits Arbeit in den Institutionen (auch als "Marsch durch die Institutionen" bezeichnet).
Zerfallserscheinungen folgten mit der aufkommenden Strategiedebatte und den stärker werdenden Grabenkämpfen zwischen den drei sich als marxistisch verstehenden Flügeln. Neben der reformsozialistisch-undogmatischen Strömung bildeten sich zwei Gruppen mit antimonopolistischer beziehungsweise antirevisionistischer Ausrichtung. Die theoretische Diskussion auf hohem Niveau band die praktischen Kräfte. Der Ausschluss des damaligen Vorsitzenden Klaus Uwe Benneter aus der SPD markiert den Höhepunkt der Auseinandersetzungen.
Der gegenwärtige Bundesvorsitzende Björn Böhning setzt den "linken" Kurs seiner Vorgänger Benjamin Mikfeld, Niels Annen und Andrea Nahles fort. Die unter Agenda 2010 firmierenden Reformen der SPD-geführten Bundesregierung werden als "neoliberal" abgelehnt. Auf dem Juso-Bundeskongress in Leipzig (10.-12. Juni 2005) sprachen sich die Jusos für die Einführung einer Bürgerversicherung, gegen Studiengebühren, für eine flächendeckende Kinderbetreuung sowie für den Beitritt der Türkei zur EU aus. Sie sagten ausdrücklich Nein zur Aufhebung des Waffenembargos gegen die Volksrepublik China und widersprachen damit den außenpolitischen Wünschen vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Ebenso kritisierten die Jungsozialisten massiv die Entscheidung der Bundesregierung, die Neuwahl des Bundestages im Herbst 2005 anzusetzen. Auf dem Saarbrückener Bundeskongress 2006 sprachen sich die Jusos u.a. für die Öffnung der SPD hin zur Linkspartei aus.
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