Das Weinbaugebiet Jurançon liegt in den Ausläufern der Pyrenäen im Südwesten der Weinbauregion Sud-Ouest. Die 1000 Hektar zugelassenen Rebflächen verteilen sich auf die Gemeinden Jurançon (Stadt), Abos, Arbus, Artiguelouve, Aubertin, Bosdarros, Cardesse, Cuqueron, Estialesq, Gan, Gelos, Haut-de-Bosdarros, Lacommande, Lahourcade, Laroin, Lasseube, Lasseubetat, Lucq-de-Béarn, Mazères, Monein, Narcastet, Parbayse, Rontignon, Saint-Faust und Uzos im Département Pyrénées-Atlantiques und liegen auf einer Höhe zwischen 250 und 450 m ü. NN. Seit dem 8. Dezember 1936 verfügt die Appellation über den Status einer Appellation d'Origine Contrôlée (kurz AOC). Bei Einführung des Labels AOC war die Selektion ausgesprochen streng, da von 3800 ha vorhandener Rebfläche nur 400 ha für die Appellation gutbefunden wurden.
Ab dem 1382 befindet sich die Provinz Béarn im Herrschaftsbereich der Könige von Navarra. Im 16. Jahrhundert wurden per Beschluss des Parlaments von Navarra die Rebflächen dieses Gebietes als besondere Weinberglagen (Crus) definiert. Zeitgleich wurde auch verboten, ausländische Weine einzuführen. Man kann das als einen der ersten Versuche einer Klassifizierung bzw. geschützten Herkunftsbezeichnung in Europa verstehen. Der Herzog von Vendôme, Anton von Bourbon benetzte bei der Taufe seines Sohnes und späteren Königs Heinrich IV. (Frankreich) dessen Lippen mit Wein aus Jurançon und rieb diese mit einer Knoblauchzehe, um den Neugeborenen zu stärken. Die Taufpraktik, die den Namen baptême béarnais trägt, wurde später im französischen Königshaus beibehalten.
Der hervorragende Ruf des Weins sorgt während einigen Jahrhunderten für ein gutes Auskommen. Bei den Exporten als Fassware kommt es jedoch immer wieder zu unerlaubten Fälschungen (Panschen, Verdünnen mit Wasser,...) so dass die Einführung der Flaschenabfüllung den schwindenden Ruf des Weins wieder rasch aufbessert. Ab 1860 wird das Weinbaugebiet jedoch vom Mehltau und 1892 von der Reblaus heimgesucht. Dies in Kombination mit dem ersten Weltkrieg besiegelte fast das Ende des Weinbaus in Jurançon. Erst die Anerkennung zur AOC verspricht den Winzern wieder ein gesichertes Einkommen, so dass sich das Gebiet seit 1936 wieder zu einem Qualitätswein – Lieferanten entwickelte.
Die Rebsorten Jurançon Noir und Jurançon Blanc werden in dieser Region nicht eingesetzt.
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"Jurançon (Weinbaugebiet)".
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