Der Jura bezeichnet in der Geologie die mittlere erdgeschichtliche Formation des Mesozoikums (Erdmittelalter). Er umfasst die Epochen Lias (Unterer Jura, ältere Bezeichnung: Schwarzer Jura), Dogger (Brauner Jura) und Malm (Oberer Jura, älter: Weißer Jura). Die daraus abgeleiteten Gesteinsschichten heißen ebenfalls Jura. In der Quenstedtschen Gliederung erfolgt eine Einteilung der Schichtfolgen für den süddeutschen Raum. Die Jurazeit begann vor etwa 200 Millionen Jahren (Ende des Trias) und endete vor etwa 145,5 Millionen Jahren (Beginn der Kreide).
Die Formation ist nach dem Juragebirge benannt, das sich durch die Schweiz, Frankreich und Deutschland zieht. Dieses Gebirge besteht hauptsächlich aus den Ablagerungen (Sedimenten), die in der geologischen Periode des Jura im damaligen Tethysmeer abgelagert worden sind. Diese Sedimente wurden später im Zeitalter des Känozoikums während der alpidischen Orogenese gehoben und aufgefaltet.
In Deutschland sind die Zeugenberge markante Überreste der Jurazeit, in denen die drei Gesteinsschichten (Lias, Dogger, Malm) gut erhalten sind. Ein aufschlussreiches Beispiel ist der Hesselberg am Rande der Fränkischen Alb.
Der Jura stellt die erste Blütezeit der Dinosaurier dar. Auch in Deutschland wurden Fußspuren (Barkhausen) und Skelettreste von Dinosauriern aus der Jurazeit (Ohmdenosaurus, Compsognathus) entdeckt. Der nur katzengroße Compsognathus von Jachenhausen bei Riedenburg gilt als der kleinste Dinosaurier der Erde.
Eine bekannte Fundstätte für Fossilien des Lias ε oder Posidonienschiefers (z. B. Ichthyosaurier, Plesiosaurier, Krokodile, Fische, Seelilien, Ammoniten) ist Holzmaden bei Kirchheim, am Fuß der Schwäbischen Alb. Das dort ansässige Urweltmuseum Hauff hat Weltgeltung.
Der Urvogel Archaeopteryx wurde in Gesteinsschichten des Oberen Jura (Malm) gefunden, bislang ausschließlich auf der Fränkischen Alb, insbesondere bei Solnhofen und Eichstätt.
Aus dem Jura stammt auch das bisher älteste Säugetier-Fossil, Hadrocodium wui. Neuere Funde aus dem Mittleren Jura im nordostchinesischen Jiulongshan-Gebirge (Innere Mongolei, Provinz Ningcheng, Daohugou) haben die bisherigen Vorstellungen über die Säugetierwelt des Mesozoikums nachhaltig verändert. Ein durch eine amerikanisch-chinesische Forschergruppe kürzlich in Science (311.2006,1123-1127) vorgestelltes Exemplar von Castorocauda lutrasimilis (Docodonta), das vor 164 Mill. Jahren (mittlerer Jura) biberartige Formen einschließlich Fellabdrücken aufweist, zeigt die Weiterentwicklung der Säugetiere.
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