Julius Oscar Brefeld (*1839 in Telgte bei Münster, † 1925 in Berlin) war ein deutscher Botaniker und Mykologe
1873 habilitierte sich Brefeld in Berlin und wurde 1878 als Dozent für Botanik and die Forstakademie nach Eberswalde berufen. 1882 erhielt er einen Ruf als Ordinarius für Botanik an der Universität Münster und übernahm die Direktion des Botanischen Gartens daselbst. Von 1898 bis 1907 wurde er als Nachfolger von Ferdinand Cohn ordentlicher Professor an der Universität Breslau.
Ab 1898 erkrankte Brefeld an einem Glaukom in dessen Folge er mit den Jahren völlig erblindete. 1909 zog er sich aus diesem Grund aus dem Universitätsdienst zurück und verbrachte seine letzten Jahre völlig erblindet in einer Pflegeanstalt, diktierte in dieser Zeit jedoch noch zahlreiche Veröffentlichungen.
Brefeld gehörte wie de Bary zu den Mykologen, die sich im ausgehenden 19. Jahrhundert intensiv mit der Entwicklungsgeschichte und Phylogenie von Pilzen befassten und wesentliche Ansätze für ein phylogenetisches System der Pilze schufen. Im Gegensatz zu deBary vertrat er die Ansicht, dass höheren Pilzen jegliche Sexualität fehle. Seine Verdienste liegen in der Aufklärung von Entwicklungsstadien im ontogenetischen Zyklus vieler Pilze. So befasste er sich mit Dimorphismus, Fruchtkörperentwicklung und Konidienbildung. Seine Erkenntnisse publizierte er zwischen 1872 und 1912 in einer Buchserie von 15 Folgen.
Er entwickelte ein Einzell-Kulturverfahren durch Isolierung von in Nährmedien ausgekeimten Sporen und legte die Bedingungen für die Gewinnung von Reinkulturen fest (u. a. sterilisiert er die Nährböden!). Bekannt ist sein Satz, dass beim Arbeiten ohne Reinkulturen "nur Unsinn und Penicilium glaucum" herauskomme. Mit seinen Bemühungen war es Brefeld erstmals möglich, den Entwicklungsgang von Pilzen von der keimenden Spore ab zu beobachten.
Mann | Biologe | Mykologe | Botaniker | Geboren 1839 | Gestorben 1925
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