Julius Hirsch (* 7. April 1892 in Achern; † 1943 in Auschwitz (ermordet)) war ein deutscher Fußballspieler und Opfer des Nationalsozialismus.
Sportkarriere
Hirsch begann beim
Karlsruher FV mit dem Fußball.
1910 gewann er mit den Badenern die deutsche Fußball-Meisterschaft durch ein 1:0 nach Verlängerung in
Köln gegen
Holstein Kiel. Zwei Jahre später wurde er mit dem KFV durch eine 0:1-Endspielniederlage gegen die Kieler Vizemeister.
1913 wechselte er zur
SpVgg Fürth. Mit den Franken, deren Kapitän er war, wurde er
1914 durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung in
Magdeburg gegen den
VfB Leipzig erneut Deutscher Meister.
1919 wechselte er nach Karlsruhe zurück. Hirsch spielte insgesamt siebenmal in der deutschen
Nationalmannschaft. Sein Debüt gab er am
17. Dezember 1911 in
München beim 1:4 gegen
Ungarn. Beim 5:5 am
24. März 1912 in
Zwolle gegen die
Niederlande schoss er vier Tore, seine einzigen im Nationaltrikot.
Leben und Beruf
Im ersten Weltkrieg war Hirsch Soldat, wurde mit dem
Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Von Beruf war Hirsch Kaufmann. Vor
1933 war er kaufmännischer Direktor eines großen Sportartikelherstellers.
Verfolgung
Nach der Machtergreifung der
Nationalsozialisten wurde Hirsch wegen seines jüdischen Glaubens verfolgt und schließlich umgebracht. Als die Sportvereine
1933 ihre jüdischen Mitglieder ausschlossen, schrieb Julius Hirsch "seinem" Karlsruher FV, dem er schon seit Kindesbeinen angehörte:
Ich lese heute im Sportbericht Stuttgart, dass die großen Vereine, darunter auch der KFV, einen Entschluss gefasst haben, dass die Juden aus den Sportvereinen zu entfernen seien. Leider muss ich nun bewegten Herzens meinem lieben KFV, dem ich seit 1902 angehöre, meinen Austritt anzeigen. Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, dass es in dem heute so gehassten Prügelkinde der deutschen Nation auch anständige Menschen und vielleicht noch viel mehr national denkende und auch durch die Tat bewiesene und durch das Herzblut vergossene deutsche Juden gibt.
Hirschs Schicksal ist das vieler national gesinnter Juden, die sich nie vorstellen konnten, dass der Staat ihnen als kaisertreuen Deutschen und noch dazu als Frontsoldaten des ersten Weltkrieges, nach dem Leben trachten würde. Er verdrängte wie viele seiner Glaubensgenossen die Gefahr solange, bis keine Flucht mehr möglich war.
Hirsch wurde am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt.
Ehrungen
Nach Julius Hirsch ist eine Sporthalle der Gemeinde
Pfinztal benannt. Im Jahr
2005 rief der
Deutsche Fußball-Bund den
Julius-Hirsch-Preis ins Leben. Erster Preisträger ist der
FC Bayern München.
Statistik
Hirschs Länderspiele
Weblinks
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