Der Juliputsch war ein gescheiterter nationalsozialistischer Umsturzversuch in Österreich zwischen dem 25. und dem 27. Juli 1934.
Die Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 in Deutschland gab den österreichischen Nationalsozialisten enormen Aufschwung. Als Bundeskanzler Engelbert Dollfuß am 4. März 1933 das Parlament ausschaltete, antworteten die Nationalsozialisten mit der Forderung nach Neuwahlen und mit einer Welle des Bombenterrors. Dollfuß trat dem Terror anfänglich mit Hausdurchsuchungen und Verhaftungen entgegen, bis er am 19. Juni 1933 die Nationalsozialistische Partei verbot. Viele Nazis flohen nach Deutschland und schlossen sich dort der Österreichischen Legion an, andere blieben in Österreich und setzten ihre Aktionen fort.
Bereits am frühen Morgen des 26. Juli war am Grenzübergang Kollerschlag ein deutscher Kurier verhaftet worden, der genaue Putschinstruktionen, das sogenannte Kollerschlager Dokument, bei sich trug, das deutliche Verbindungen des Juliputsches nach Bayern bezeugte.
Der Putsch wurde schließlich durch die Polizei und das Bundesheer niedergeschlagen. Auf Seite der Regierung forderte der Putsch 107 Todesopfer, auf Seite der Putschisten 140 Tote, verletzt wurden 500 - 600 Personen. Am 26. Juli 1934 wurden Militärgerichte zur Aburteilung der Beteiligten geschaffen, 13 Putschisten wurden hingerichtet, 4000 wurden in Anhaltelager eingewiesen, viele flüchteten nach Jugoslawien. Neuer Bundeskanzler wurde Kurt Schuschnigg, neuer Vorsitzender der Vaterländischen Front und Vizekanzler wurde Ernst Rüdiger Starhemberg.
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