Julija tymoschenko 2002.jpg Julija Wolodymyriwna Tymoschenko (geborene Григян/Hryhjan; ukrainisch ; russische Namensform /Julija Wladimirowna Timoschenko; * 27. November 1960 in Dnipropetrowsk) ist eine ukrainische Politikerin. Sie war von Januar bis September 2005 Premierministerin der Ukraine. Bei ihrer geplanten Wiederwahl im Juli 2006 erhielt sie im Parlament keine Mehrheit.
1991 wurde mit Hilfe eigenen und elterlichen Kapitals die Firma Ukrainisches Benzin (Український бензин) gegründet, deren Schwerpunkt auf Erdölprodukten lag. Julija Tymoschenko war zunächst Geschäftsführerin, dann Direktorin des Unternehmens. 1992 war die Aktiengesellschaft Monopolist auf dem Gebiet landwirtschaftlich genutzter Erdölprodukte.
Von 1995 bis 1997 war sie Chefin des Energiekonzerns EESU (Vereinte Energiesysteme der Ukraine). Gemeinsam mit ihrem Mann Olexander betrieb die „Gasprinzessin“ das Unternehmen mit guten Beziehungen zu Russland. Ihr Ansehen in der ukrainischen Wirtschaft war umstritten.
In der Regierung Juschtschenko wurden marktwirtschaftliche Reformen initiiert und die Korruption bekämpft, wodurch für die Oligarchen im Osten der Ukraine eine ernsthafte Gefahr entstand. Dies wird als Hintergrund für ihre Entlassung aus der Regierung und die Verfolgung durch die ukrainischen Behörden vermutet.
2001 waren sie und ihr Mann einige Wochen lang unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung in Untersuchungshaft. In Russland läuft gegen sie außerdem ein Verfahren wegen Bestechung von Militärs, deshalb war sie bis Anfang Dezember 2004 auf der Suchliste von Interpol.
Bei den Parlamentswahlen 2002 erhielt sie mit ihrem Block Julija Tymoschenko 7,2 % der Wählerstimmen; seitdem führt sie die 24-köpfige Fraktion ihres Blocks. Der Block Julija Tymoschenko steht in Kontakt mit der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag.
Julija Tymoschenko war eine der treibenden Kräfte in der Opposition der Ukraine und neben Wiktor Juschtschenko deren populärste Vertreterin. Wer über sie spricht, sagt in der Ukraine nur Julija.
Nach den turbulenten Ereignissen um die Präsidentschaftswahl 2004 und der Amtseinführung von Präsident Wiktor Juschtschenko ernannte dieser sie am 24. Januar 2005 zur geschäftsführenden Premierministerin. Am 4. Februar 2005 bestätigte das Parlament die Ernennung.
Am 8. September 2005 wurde Julija Tymoschenko zusammen mit der gesamten ukrainischen Regierung von Präsident Juschtschenko entlassen (Nachfolger als Premierminister wurde Jurij Jechanurow). Allerdings erhielt ihre Partei Block Julija Tymoschenko (BJUT) bei den Wahlen zur Werchowna Rada am 26. März 2006 22,3 % der Stimmen und wurde mit 129 Sitzen zweitstärkste Fraktion im neuen Parlament. Nach dreimonatigen Koalitionsverhandlungen kam es zu keiner Neuauflage der „Koalition der orangefarbenen Revolution“ mit der geschwächten Präsidentenpartei Nascha Ukrajina, bei der Tymoschenko erneut das Amt der Ministerpräsidentin bekleiden sollte.
Frau | Ukrainer | Politiker (Ukraine) | Geboren 1960
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