Jules-Sébastien-César Dumont d’Urville (* 23. Mai 1790 in Condé-sur-Noireau bei Calvados/Normandie, Frankreich; † 8. Mai 1842 Meudon nahe Versailles) war ein französischer Seefahrer und Polarforscher.
1820, während einer kartographischen Expedition in der Ägäis, gelang es ihm, die Venus von Milo, die im selben Jahr auf der Insel Melos ausgegraben worden war, für Frankreich zu erwerben. Von August 1822 bis März 1824 nahm d’Urville auf dem Schiff Coquille an einer botanischen und hydrographischen Expedition durch die Südsee teil.
Nach seiner Rückkehr fiel er trotz der hervorragenden Forschungsergebnisse in Ungnade. Er wurde der Arroganz und Selbstsucht bezichtigt, ferner warf man ihm vor, er habe die Mannschaft grausam behandelt und Forschungsergebnisse übertrieben dargestellt.
Am 7. September 1837 stachen die beiden Schiffe in See. Die Fahrt zum Südpol verlief nicht sehr glücklich. Nachdem das Schiff die Magellanstraße durchquert hatte, erreichte die Expedition das Packeis bei 63°29'S und 44°47'W. Die schlechte Ausrüstung ließ allerdings ein Segeln im Packeis nicht zu, die Schiffe blieben im Eis stecken und mussten mühsam wieder flott gemacht werden. Während die Schiffe über 300 Meilen entlang der Packeisgrenze segelten und die Joinville-Inseln und das Louis-Philippe-Land entdeckten, erkrankte die halbe Besatzung an Skorbut, und nachdem es die beiden Schiffe mit letzter Kraft zurück nach Chile geschafft hatten, desertierten viele Besatzungsmitglieder.
Im Sommer 1838 ging die Fahrt durch die Südsee zu den Salomonen und zur Nordküste Neuguineas. Hier benannte d’Urville eine Bucht nach seinem Schiff, die noch heute den Namen Astrolabe Bay trägt.
Im nächsten Winter startete d’Urville von Hobart in Tasmanien aus den zweiten Versuch, zur Antarktis vorzudringen, unter anderem in der in der Hoffnung, den magnetischen Südpol, der im unentdeckten Bereich zwischen dem 120. und dem 160. Längengrad vermutet wurde, zu finden. Diesmal verlief die Fahrt glücklicher und d’Urville entdeckte das auf dem antarktischen Kontinent liegende und seither von Frankreich beanspruchte Adelieland, wo heute noch eine Station seinen Namen trägt. Er benannte das Gebiet nach seiner Frau Adèle.
Die Rückkehr führte ihn über Neuguinea und St. Helena im Atlantik das dritte Mal um die ganze Welt. Am 6. November 1840 erreichten die beiden Schiffe nach drei Jahren und zwei Monaten wieder den Heimathafen Toulon. D’Urville wurde zum Konteradmiral befördert, und die Geografische Gesellschaft verlieh ihm ihre höchste Auszeichnung. Der Bericht über diese Reise trug den Titel: Voyage au Pole Sud et dans l’Océanie, 1837–1840. Die Regierung überreichte den 130 Überlebenden eine Sonderprämie von 150.000 Goldfranc.
D’Urville starb keine zwei Jahre später, am 8. Mai 1842, bei einem Zugunglück in der Nähe von Versailles gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn. Er wurde in Paris auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt. In Neuseeland wurden nach ihm eine Insel und ein Fluss benannt.
Entdecker | Seefahrer | Polarforscher (Antarktis) | Militärperson (Frankreich) | Franzose | Mann | Geboren 1790 | Gestorben 1842
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