Der sog. Judenstern - seltener auch als Gelber Stern bezeichnet - ist ein in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland eingeführtes Zeichen zur Kennzeichnung und insbesondere zur Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen, die die Nationalsozialisten als Juden definierten.
Ab dem 23. November 1939 hatten Juden (nach Definition der Verordnung zu den Nürnberger Gesetzen) im von deutschen Truppen besetzten Polen und ab dem 19. September 1941 die Juden im Deutschen Reich vom vollendeten sechsten Lebensjahr an aufgrund der Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden vom 1. September 1941 den gelben Judenstern "sichtbar auf der linken Brustseite des Kleidungsstückes zu tragen". Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung wurden direkt durch die Polizei durch Zuführung in das nächstgelegene Konzentrationslager geahndet.
Die Nationalsozialisten stellten mit dem Stern eine Verbindung zur mittelalterlichen Kleidung her, die Juden als Kennzeichen zu tragen hatten (Judenhut und gelber Fleck). Als Zeichen wurde eine Form gewählt, die an das national-religiöse Symbol des Judentums, (das Hexagramm des Davidsterns), anknüpfte: ein gelber, aus zwei überlagerten, schwarzumrandeten Dreiecken bestehender, 6-zackiger Stern mit der schwarzen Aufschrift "Jude".
Der Linguist Victor Klemperer beschrieb den Stern in seinem Werk LTI - aus Sicht eines derjenigen, die ihn tragen mussten - mit folgenden Worten: „...der 19. September 1941. Von da an war der Judenstern zu tragen, der sechszackige Davidsstern, der Lappen in der gelben Farbe, die heute noch Pest und Quarantäne bedeutet und die im Mittelalter die Kennfarbe der Juden war, die Farbe des Neides und der ins Blut getretenen Galle, die Farbe des zu meidenden Bösen; der gelbe Lappen mit dem schwarzen Aufdruck: ‚Jude‘, das Wort umrahmt von Linien der ineinandergeschobenen beiden Dreiecke, das Wort aus dicken Blockbuchstaben gebildet, die in ihrer Isoliertheit und in der breiten Überbetontheit ihrer Horizontalen hebräische Schriftzeichen vortäuschen“. (Klemperer, LTI, Leipzig, 1975, S. 213). Spöttisch wurde das Zeichen auch als „Pour le Sémite“ bezeichnet (Klemperer, S. 218).
Joseph Goebbels bemerkte in einem Schreiben an Hitler über den Judenstern, dass "die Einführung des Judensterns genau das Gegenteil von dem bewirkt (hat), was erreicht werden sollte, mein Führer. Wir wollten die Juden aus der Volksgemeinschaft ausschließen. Aber die einfachen Menschen meiden sie nicht; im Gegenteil, sie zeigen überall Sympathie für sie." Der in nicht-privilegierter Mischehe lebende "Sternträger" Viktor Klemperer berichtet von einigen solidarischen Bekundungen, schreibt aber in seinem Tagebuch auch von Anpöbelungen.
Ausgenommen von der Tragepflicht waren Juden, die in sogenannter "privilegierter Mischehe" lebten.
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