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Codex Manesse Süßkind von Trimberg.jpg mit Judenhut – rechts im Bild (Codex Manesse, 14. Jhd.)]] Der Judenhut war eine gelbe, spitz zulaufende Kappe, die männliche Juden im Mittelalter als Erkennungszeichen außerhalb ihres Ghettos tragen mussten.

Im Jahre 807 ordnete Harun al-Rashid das Tragen von gelben Spitzhüten und Gürteln für Juden, die als Dhimmi unter Muslimen lebten, an. Die Vorschrift erhielt sich mit Varianten (gelbe Schleier, gelbe Anhänger in Form eines Kalbes) bis ins 19. Jahrhundert. Noch 1837 erneuerte Mahmud II. (letztmalig) eine entsprechende Vorschrift.

Das vierte Laterankonzil von 1215 verpflichtete männliche Juden und „Sarazenen“ (Muslime, Araber) zum Tragen des Judenhuts. Bei letzteren wurde die Verordnung jedoch dann weit weniger streng durchgesetzt. Das Konzil von Vienne erhielt die Entscheidung für Juden aufrecht. Papst Paul IV. legte 1555 fest, dass der Hut gelb und spitz zulaufend zu sein habe.

Die Kenntlichmachung durch den Judenhut erschwerte Juden den normalen Kontakt und jegliche Geschäftsbeziehungen zu Christen. Er erleichterte ihre soziale Kontrolle und ihr Auffinden im Falle eines Pogroms.

Eine weitere mittelalterliche Stigmatisierung von Juden war der Gelbe Fleck: ein kreisförmiger Ring, der sichtbar auf die äußere Kleidung geheftet sein musste.

Auch angeblich oder wirklich überführte Wucherer, „Zauberer“, „Hexer“ usw., die selbst nicht unbedingt Juden waren, konnten zum Tragen eines Judenhutes verurteilt werden.

Erst mit der Judenemanzipation in einigen Nationalstaaten Europas seit 1789 wurde der Judenhut abgeschafft.

Die Nationalsozialisten nahmen die Tradition diskriminierender und stigmatisierender Kleiderordnung seit 1941 wieder auf, indem sie Juden das Tragen eines Judensterns sowohl in den Ghettos als auch in den deutschen Wohnbereichen verordneten. Fast alle ihrer judenfeindlichen Gesetze hatten kirchliche mittelalterliche Vorbilder, zielten diesmal aber auf die Ausrottung des europäischen Judentums.

Siehe auch


Weblinks


Jüdische Geschichte | Kopfbedeckung

Judenhut

 

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