Isla_Juan_Fernandez_%28vista_hacia_Robinson_Crusoe_desde_Monta%C3%B1a%29.jpg Die Juan-Fernández-Inseln oder das Juan-Fernández-Archipel sind eine zu Chile gehörende Inselgruppe (Archipel) im südlichen Pazifischen Ozean. Die Inseln liegen etwa 670 km westlich des chilenischen Festlandes auf auf der Höhe von Valparaíso und besteht aus folgenden 3 Inseln:
Die Inseln gehören verwaltungstechnisch zur chilenischen Región de Valparaíso.
Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs.
1580 nutzte der englische Pirat John Watling die Inseln als Zwischenstation, um die Stadt Arica in Nordchile anzugreifen.
Von 1704 bis 1709 lebte der schottische Seemann Alexander Selkirk, allein auf der Isla Más a Tierra, nachdem er sich mit seinem Kapitän zerstritten hatte und sich an Land absetzen ließ. Der Schriftsteller Daniel Defoe benutzte seine Geschichte als Basis für seinen Roman Robinson Crusoe. Das Eiland wurde 1970 in Isla Robinsón Crusoe umbenannt.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Inseln zum Exilgefängnis für patriotische Freiheitskämpfer im Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier. Sie überlebten mehrere Jahre in Höhlen oberhalb der Bahia Cumberland. Unter den Verbannten befanden sich z.B. die späteren chilenischen Präsidenten Manuel Blanco Encalada und Agustín Eyzaguirre.
Seit 1818 gehört die Inselgruppe zu Chile. 1823 besuchte der englische Lord Thomas Cochrane die Inseln. Cochrane war von 1817 bis 1825 Admiral in der chilenischen Flotte.
1877 begann Chile mit der Besiedlung der Inselgruppe. Der österreichisch-ungarische Offizier Baron von Rodt ließ sich auf der Insel nieder und begann mit ihrer Erschließung und Besiedlung.
Im Ersten Weltkrieg im Jahr 1915 wurde der deutsche Kreuzer SMS Dresden nach abenteuerlicher Irrfahrt bei einer Seeschlacht in der Cumberlandbucht von den britischen Schiffen Glasgow und Kent versenkt. Die Besatzung der Dresden samt Bordhund und Papagei konnte sich auf die Robinson-Crusoe-Insel retten. Die Stelle in der Cumberlandbucht ist heute mit zwei gelben Bojen markiert und von der chilenischen Regierung zum Nationaldenkmal erklärt worden. Unter den deutschen Kriegsgefangenen war auch der junge Leutnant Wilhelm Canaris, der später unter Hitler zum Abwehrchef ernannt wurde.
1998 kam der amerikanische Industrielle Bernard Keiser auf die Insel mit dem Ziel, den größten Piratenschatz aller Zeiten auszugraben. Ausgestattet mit alten Seekarten und einem Etat von mehreren Millionen Dollar, grub er etliche Tunnel in die rote Erde - allerdings erfolglos. Gerüchteweise soll sich auch das Vermögen der zur Zeit des Ersten Weltkrieges in Mexico lebenden Deutschen an Bord der Dresden befinden. Der Kreuzer hatte Mexico 1914 angelaufen, bevor seine Odyssee begann.
Heute leben etwa 1.000 Menschen auf dem Archipel, die meisten vom Tourismus und dem Hummerfischen.
Es bieten sich Trekkingtouren von San Juan Bautista zum 565 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt El Mirador Selkirk in den Bergen an, wo Selkirk den Horizont nach Schiffen abgesucht haben soll. Auch die Cueva Robinson Crusoe am Strand von Puerto Inglés ist Anziehungspunkt. Allerdings hat Selkirk wohl nie in dieser Höhle gelebt.
„Juan Fernández“ steht heute als Biosphärenreservat auch unter dem Schutz der UNESCO.
Inselgruppe (Südamerika) | Geographie (Chile) | Biosphärenreservat
Архіпелаг Хуана Фернандэса | Arxipèlag Juan Fernández | Juan Fernández Islands | Archipiélago Juan Fernández | Juan Fernández-archipel | Juan Fernandez
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Juan-Fernández-Inseln".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world