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Journalistische Darstellungsformen gelten für alle Publikationen, also Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen und andere elektronische Medien - wenn auch nicht alle Darstellungsformen in allen Medien verwendet werden (können) und sich die praktischen Ergebnisse schon aufgrund der unterschiedlichen Erwartungen der Rezipienten an das jeweilige Medium (auch) unterscheiden (müssen).

Meinungsorientierte Darstellungsformen:


  • Leitartikel: Der Leitartikel befasst sich weniger mit tagesaktuellen Themen, sondern vielmehr mit Entwicklungen,Tendenzen. Dabei gibt er nicht die Meinung eines einzelnen Verfassers wider, sondern (basierend auf der Grundtendenz des jeweiligen Publikationsorgans) die Meinung der Mehrheit der Redaktion (hält sozusagen die "Fahne" der Redaktion hoch) (s. auch: Editorial)

  • Kommentar: Die Meinung eines einzelnen Verfassers zu einem (tagesaktuellen) Sachverhalt, über den vorher (bei Funk und Fernsehen) respektive (bei Printmedien) an anderer Stelle berichtet wurde. Der Kommentar darf alles! Nur ausgewogen und meinungslos darf er nicht sein! Ein gut geschriebener Kommentar sagt einleitend (in maximal drei Sätzen), welches Thema konkret behandelt wird, und: Was der Kommentator dazu meint. Dann folgen (drei bis fünf) Argumente, mit denen die Meinung begründet wird. Am Ende wird das anfangs bereits gefällte Urteil noch einmal bekräftigend aufgenommen, und ein letzter Satz gibt womöglich einen schlussfolgernden Ausblick.

  • Rezension: Hier wird eine Publikation (vor allem neu herausgekommene Bücher und andere Printprodukte, Premiere von Bühnenwerken, Filme, Fernsehproduktionen etc.) ausführlich besprochen. Die Rezension verwendet immer Elemente anderer journalistischer Darstellungsformen: Bericht (Nachricht), Reportage, Kommentar (sogenannte "Kritik"), gegebenenfalls Interview (Zitate), Feature, Essay, Glosse.

Nachrichtenorientierte Darstellungsformen:


  • Meldung: ein kurzer Hinweis auf ein Ereignis, ohne jede Wertung und ohne Kommentar. Es kann etwas Geschehenes gemeldet werden oder ein noch ausstehendes Ereignis. Eine Meldung bringt die Antwort auf die berühmten "W" (Wer, wo, wann, was, wie).

  • Nachricht: Die Nachricht teilt neue Fakten mit, die für den Leser von Interesse sind. Dabei wird in jüngerer Zeit der Trichteraufbau (im Gegensatz zum früher praktizierten Pyramidenaufbau) eingehalten: Zuerst das Wichtigste (in einem Satz), dann immer mehr Hintergrundinformationen.

  • Bericht: Der Bericht ist länger als eine Meldung, im Aufbau aber identisch. Er enthält Nachrichtliches, welches über die reinen Fakten hinaus geht, zum Beispiel Aussagen (Urteile, Einschätzungen, Kommentare, Stellungnahmen) von Experten zu den Fakten.

  • Reportage: Die Reportage präsentiert informativ und unterhaltsam (spannend) ein spezielles Geschehen, das von allgemeinem, aktuellem Interesse ist. Für eine Reportage muss der Journalist an den Ort des Geschehens! Unbedingt! Die Reportage lebt vom Wechsel (des Blickwinkels, der Personen, der Erzählzeit, der Bausteine "Information" / "Live-Interview" / "Historie" / "Einschätzung" / "Handelnde Subjekte" / "Objekte" etc.).

  • Interview: im (bearbeiteten) Originalton bzw. -text wiedergegebenes Gespräch einer oder mehrerer Journalisten mit dem Interviewpartner in Frage- und Antwort-Form. (In der Politik werden Interviews häufig vor der Veröffentlichung von dem Gesprächspartner gegengelesen und anschließend autorisiert, d.h. freigegeben.)

Unterhaltungsorientierte Darstellungsformen:


  • Essay: Ein Essay, seltener: Essai (der, selten: das; über französisch essai von mittellateinisch exagium, „Probe“, „Versuch“) ist eine kurze, geistreiche Abhandlung, in der ein Autor subjektive Betrachtungen zu kulturellen oder gesellschaftlichen Phänomenen liefert.

  • Glosse: (eigentlich Randbemerkungen) kann über alles und nichts, muss aber in jedem Fall amüsant geschrieben sein (beliebte Methode: aus ner Mücke einen Elephanten machen oder das Erhabene ins lächerlich Kleine "herunterzoomen").

Bilder, Grafiken, Tabellen


Titelbild

Fotos

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte", ist eine alte Redakteur-Weisheit. Im visuellen Zeitalter ist angesichts der Bilderflut der elektronischen Medien das Foto in Printmedien immer wichtiger geworden. Während Anfang der 1980er Jahre das Schwarz-Weiß-Foto in den Tageszeitungen noch gang und gäbe war, aus traditionellem Verständnis sowie mit ästhetischen Argumenten zum Teil regelrecht verteidigt wurde, aber auch technisch bis dahin das einzig Machbare war, hat sich in den letzten 20 Jahren das Farbfoto weitgehend durchgesetzt. Neue Drucktechniken, aber auch die digitale Fotografie haben das möglich gemacht. Bei Lesetests wurde festgestellt: Nahezu jede Testperson schaute auf einer Zeitungsseite zuerst die Bilder an (samt zugehöriger Bild-Unterschrift *). Seit Mitte der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat sich durchgesetzt, dass auch der Name der Fotografin oder des Fotografen zur "BiU" gehört. Da Pressefotografen nicht immer in der Position sind, formatfüllend zu fotografieren, gilt eine andere Redakteur-Weisheit: "Jedes Bild gewinnt durch beschneiden." Die meisten Tageszeitungen sind für den Mantel-Teil auf Agentur-Fotos angewiesen. Dabei ist auffällig: Die Masse der eingehenden Agentur-Fotos fällt auf drei Kategorien: Prominente aller Art, Katastrophen (Unfälle, Wetter, Erdbeben etc.) und Konflikte. Im Lokalbereich resultiert ein Großteil der Fotos aus (offiziellen) Terminen. Nur zu häufig sind es die (ungeliebten) "Schüttelbilder" von Ehrungen, kommunalpolitischen Anlässen, Jubilaren und Vereins-Anlässen. Illustrierte, nomen est omen, arbeiten seit jeher mit herausragenden Bildern. Sie beschäftigen dementsprechend eigene und freie Fotografen, welche es möglich machen, mit beeindruckenden Reportagefotos und ganzen Fotostrecken zu erscheinen.

siehe auch


Genre

Weblink


Journalismus | Publikation

 

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