Sir Joseph Paxton (* 3. August 1803 in Milton Bryant im englischen Bedfordshire; † 8. Juni 1865 auf Rockhill bei Sydenham) ist bekannt als Erbauer des Crystal Palace ('Kristallpalast'), dem Ausstelllungsgebäude der Weltausstellung 1851 in London (Great Exhibition). Für diese Leistung wurde er später zum Sir ernannt. Er war vielseitig begabt und betätigte sich als Gärtner, Dahlienzüchter, Schriftsteller, Investor, Teilhaber an Eisenbahnunternehmen und als Architekt. Er war verheiratet mit Sarah Brown und hatte mit ihr acht Kinder.
Leben
Paxton war der siebte Sohn eines Bauern. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach der Schule arbeitete er auf dem Bauernhof seines Bruders. Aufgrund der schlechten Behandlung flüchtete er und begann eine Lehre zum Gärtner. Da er noch nicht das dazu erforderliche Alter erreicht hatte gab er sich als älter aus. Im Laufe seiner späteren Laufbahn gab er sein wahres Alter zu. Verschiedene Quellen geben noch heute fälschlicherweise 1801 als sein Geburtsjahr an. Seine Gärtnerlehre führte ihn an die Gärten der
Horticultural Society of Chiswick. 1824 war er Vorarbeiter des
Arboretums von Chiswick.
William Cavendish, der sechste Herzog von
Devonshire, förderte ihn und machte ihn 1826 zum Obergärtner von
Chatsworth. Zwischen dem Herzog und Paxton entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis. 1832 ernannte der Herzog ihn zum Verwalter seiner Ländereien. In Chatsworth schuf er ein Arboretum und begann mit dem Bauen. Zunächst baute er große Brunnen, später, 1844, den
Emperor Fountain, mit 85m einer der höchsten Brunnen Europas. Gleichzeitig schrieb er wissenschaftliche Werke. (siehe
Werke)
1854 erhielt Paxton einen Sitz im Unterhaus für Coventry.
1858 bekam er ein Patent auf die Konstruktion transportabler Gewächshäuser.
Leistungen
Ab 1828 baute Paxton zunächst kleinere
Gewächshäuser. Um 1831/32 entwickelte er für die Glaseindeckung das Prinzip von
Grat und Rinne, dem
Ridge-and-furrow-System, das zu historischer Bedeutung gelangte. Die Neigung der Glasflächen der Gewächshäuser spielt eine wesentliche Rolle für die Reflexion und die optimale Transmission der Sonnenstrahlen. Diese Erkenntnis hatte sich bereits durchgesetzt unter dem Einfluss des Architekten
John Claudius Loudon (1783–1843). Bei seinen Gewächshausbauten setzte Paxton das Prinzip des gefalteten Daches um und perfektionierte es durch seine Rinnenträger. Diese
Paxton-Rinnenbalken sind unterspannte
Träger mit Rinnen. Sie tragen die Last des Daches und übernehmen gleichzeitig den Ablauf von Regen- und Kondenswasser.
Werke
Bauten
Schriften
- Horticultural Register, 1831
- Magazin of Botany and Register of Flowering Plants, 1834
- Practical Treatrise on the Cultivation of Dahlia, 1838
- Packed Botanical Dictionary, comprising the Names of all Plants known in Britain, 1840
- Gardener`s Chronicle, Zeitschrift ab 1841
- Paxton`s Flower Garden, 1850
Literatur
- Anthony, John : Joseph Paxton: An Illustrated Life of Sir Joseph Paxton, 1803-1865, 21, Shire Publications, Aylesbury 1973
- Chadwick, George F.: The Works of Sir Joseph Paxton. 1803-1865, Architectural Press, London: 1961
- McKean, John: Crystal Palace. Joseph Paxton and Charles Fox, Phaidon Press, London 1994
Weblinks
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