Joseph Ressel.jpg Joseph Ludwig Franz Ressel bzw. Josef Ludvík František Ressel (* 29. Juni 1793 in Chrudim (Böhmen); † 9. Oktober 1857 in Laibach) war ein österreichisch/slowenisch/tschechischer Forstbeamter und Erfinder.
Ressel war einer der Erfinder des Schiffspropellers und zwar derjenige, der ihn zur technischen Reife brachte. Damals schon wurde der Propeller auch Schraube genannt, weil er sehr große Ähnlichkeit mit der Archimedischen Schraube hatte.
Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde Österreich Anrainerstaat am Mittelmeer, genauer, der kroatischen Adria. Daraufhin wurde von Österreich-Ungarn eine Kriegsmarine aufgebaut. Es wurden große Wälder angelegt als Holzlieferanten für die kaiserlichen Werften. Diese Wälder wurden beaufsichtigt und gepflegt von österreichischen Forstbeamten, darunter Josef Ressel.
Ressel erhielt nach seiner Ausbildung einen Posten als Distriktförster im Paterjoch im Krain. 1821 wurde er zum kaiserlich-königlichen Marineforstintendanten der küstenländischen Domäneninspektion in Triest ernannt. In seiner Freizeit arbeitete er weiter an seinem Schiffspropeller. Durch die Versetzung in die Hafenstadt Triest eröffnete sich für Ressel auch die Möglichkeit, seine Modellversuche in der Praxis fortzusetzen. Allerdings stieß er bei Schiffseignern und Reedern auf breite Ablehnung, die weiter auf Segel oder Schaufelrad als Schiffsantrieb setzten. Ressel wurde schnell zum Gespött der Leute.
Enttäuscht zog sich Ressel in sein Forstamt zurück. 1829 unternahm er eine Reise nach Paris und ließ dort erneut eine Schiffsschraube bauen, die er einem begeisterten französischen Publikum erfolgreich vorstellte. Da es Ressel aber versäumt hatte, mit der ausführenden französischen Firma einen Vertrag über die Nutzung der Schraube zu schließen, wurde er von Geschäftemachern um den Erfolg seiner Arbeit betrogen.
In Österreich wurde man auf Ressels Erfindung nach den Pariser Erfolgen erneut aufmerksam. In Triest wurde 1829 das von einer sechs PS (4,4 kW) starken Dampfmaschine und von einer Resselschraube mit 1,58 m Durchmesser angetriebene Dampfschiff “Civetta” erbaut. Die erste Versuchsfahrt verlief mit einer Geschwindigkeit von sechs Knoten (elf km/h) zunächst erfolgreich, musste dann allerdings nach dem Bruch eines weichgelöteten Dampfrohres abgebrochen werden. Nach diesem Fehlschlag erreichten die vielen Kritiker von Ressel beim Polizeichef von Triest ein Verbot der Reparatur der Maschine sowie die Untersagung der Fortsetzung der Versuche mit der “Civetta”. Ressel prozessierte zwar sofort gegen das Verbot, der Prozess zog sich aber über Jahre hin und die Gerichtskosten ruinierten ihn. Außerdem wurde er von Triest zu einer neuen Dienststelle im Landesinneren versetzt.
Smith hatte zwar wesentlichen Anteil an der Einführung und Verbreitung der Schiffsschraube in der Hochseefahrt, war aber nicht deren Erfinder. Deshalb schrieb die britische Regierung 1852 einen Preis von 20000 Pfund Sterling für den wahren Erfinder der Schiffsschraube aus, der dann allerdings seine Erfindung auch beweisen musste. Ressel schickte daraufhin alle seine Unterlagen an die britische Admiralität nach London, erhielt jedoch nie eine Antwort. Auf Anfrage wurde ihm mitgeteilt, dass seine Unterlagen “verlorengegangen" seien. Der Preis wurde schließlich unter fünf Briten aufgeteilt.
Enttäuscht zog sich Joseph Ressel völlig zurück, blieb Forstbeamter und starb im Laibacher Moor an Typhus. Erst Jahre später erfuhren Ressel und seine Erfindung die richtige Würdigung.
Der tschechische Schriftsteller Zdeněk Pluhař setzte Joseph Ressel mit dem Roman "Die Bronzespirale" (1957) ein literarisches Denkmal. In Wien wurde der am Karlsplatz angelegte Park nach ihm benannt, in dem auch ein Denkmal von ihm steht. Ressel v.jpg
Mann | Erfinder | Altösterreicher | Geboren 1793 | Gestorben 1857
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