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José Manuel Durão Barroso * (* 23. März 1956 in Lissabon) ist seit dem 22. November 2004 Präsident der Europäischen Kommission. Der Politiker war zuvor Ministerpräsident Portugals.

Lebenslauf


José Manuel Barroso studierte Jura und Politologie in Lissabon, Florenz und New York und machte seinen Abschluss in Wirtschafts- und Sozialwissenschaft an der Universität Genf. Als Assistenzprofessor spezialisierte er sich an der Universität Lissabon für Internationale Politik und setzte seine akademische Karriere in Genf und am Political Sciences Department der Georgetown University in Washington DC fort, wo er Forschungen für sein Doktorat (PhD) machte. Nach Lissabon zurückgekehrt, wurde er im Jahre 1980 Direktor des departamento für internationale Beziehungen der Universität Lusíada in Porto.

Barroso spricht fließend Englisch, Französisch und Spanisch, was ihm bei der Erlangung des Amts als Kommissionspräsident sehr hilfreich war.
Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Politische Karriere in Portugal


Barrosos politische Karriere begann schon in seiner Studentenzeit, noch vor der Nelkenrevolution vom 25. April 1974. Er war einer der Parteiführer des PCTP-MRPP (Partido comunista dos trabalhadores portugueses - Movimento Revolucionário do Partido do Proletariado Português), einer eher philosophisch orientierten maoistischen Linkspartei. Aber er wandte sich bald davon ab und trat im Dezember 1980 der Partido Social Democrata (PSD) bei, der er bis heute angehört. Sie ist trotz ihres Namens eine bürgerliche Partei, die heute im Europaparlament zur Fraktion der Europäischen Volkspartei gehört.

In seiner politischen Karriere hatte Barroso folgende Ämter inne:

Im Jahre 1990 war er die treibende Kraft hinter dem Bicesse-Abkommen, das zu einem Waffenstillstand im angolanischen Bürgerkrieg zwischen der MPLA und der UNITA von Jonas Savimbi führte. Durão Barroso unterstützte auch die Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien.

Nach der Wahlniederlage der PSD 1995 scheiterte er mit dem Versuch, Parteichef zu werden. Dies gelang ihm nach einem heftigen innerparteilichen Machtkampf erst im Jahr 1999. Dem manchmal unsicher wirkenden "ewigen Zweiten" hinter dem früheren Regierungschef Aníbal Cavaco Silva (1985-1995) hatten das Viele nicht zugetraut. Die Parlamentswahl 2002 gewann seine Partei knapp vor den Sozialisten; bei der Europawahl 2004 war es wegen seiner Sparmaßnahmen umgekehrt.

Vom 6. April 2002 bis zum 12. Juli 2004 war er Ministerpräsident Portugals. Während seiner Amtszeit unternahm er einige Schritte, die in Portugal auf Widerstand stießen, wie etwa die Unterstützung der Invasion des Iraks im Frühjahr 2003, die Privatisierung von Staatsunternehmen, und starke Einschnitte in den öffentlichen Ausgaben. Barroso sieht dies wegen der schlechten Wirtschaftslage und des von der SP-Vorgängerregierung hinterlassenen Budgetdefizits als notwendig, aber auch zur Einhaltung des Euro-Stabilitätspaktes. Er tritt für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen der EU und den USA ein.

Durão Barrosos politische Stärke liegt vor allem in seinen Fähigkeiten zur Außenpolitik. Dieses Interesse zeigte sich bereits früh und durch fast den gesamten Lebenslauf. In seiner Funktion als portugiesischer Außenminister zollte ihm selbst die Opposition Anerkennung für seine hervorragende Arbeit.

Politische Karriere in Europa


Als 48-jähriger wurde der Konservative am 29. Juni 2004 vom Europäischen Rat als Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten nominiert und vom Europäischen Parlament am 22. Juli 2004 bestätigt, wobei 413 Abgeordnete für ihn stimmten, 251 gegen ihn, 44 mit Enthaltung stimmten und 24 Abgeordnete ihre Stimme nicht abgaben. Vorher waren Mitte Juni zuerst Deutschland und Frankreich mit ihrem Vorschlag von dem liberalen Ministerpräsidenten Belgiens Guy Verhofstadt und dann konservative Regierungschefs mit ihrem Vorschlag des Briten Chris Patten gescheitert.

Nachdem die zuerst von ihm präsentierte Kommission auf nicht genügend Rückhalt im Europa-Parlament stieß, wechselte Barroso zwei Kommissare aus und teilte einem designierten Kommissar eine neues Ressort zu. In dieser Zusammensetzung wurde die EU-Kommission Barroso am 18. November 2004 in Europa-Parlament mit großer Mehrheit bestätigt.

Weblinks


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