José Manuel Durão Barroso * (* 23. März 1956 in Lissabon) ist seit dem 22. November 2004 Präsident der Europäischen Kommission. Der Politiker war zuvor Ministerpräsident Portugals.
Barroso spricht fließend Englisch, Französisch und Spanisch, was ihm bei der Erlangung des Amts als Kommissionspräsident sehr hilfreich war.
Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
In seiner politischen Karriere hatte Barroso folgende Ämter inne:
Im Jahre 1990 war er die treibende Kraft hinter dem Bicesse-Abkommen, das zu einem Waffenstillstand im angolanischen Bürgerkrieg zwischen der MPLA und der UNITA von Jonas Savimbi führte. Durão Barroso unterstützte auch die Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien.
Nach der Wahlniederlage der PSD 1995 scheiterte er mit dem Versuch, Parteichef zu werden. Dies gelang ihm nach einem heftigen innerparteilichen Machtkampf erst im Jahr 1999. Dem manchmal unsicher wirkenden "ewigen Zweiten" hinter dem früheren Regierungschef Aníbal Cavaco Silva (1985-1995) hatten das Viele nicht zugetraut. Die Parlamentswahl 2002 gewann seine Partei knapp vor den Sozialisten; bei der Europawahl 2004 war es wegen seiner Sparmaßnahmen umgekehrt.
Vom 6. April 2002 bis zum 12. Juli 2004 war er Ministerpräsident Portugals. Während seiner Amtszeit unternahm er einige Schritte, die in Portugal auf Widerstand stießen, wie etwa die Unterstützung der Invasion des Iraks im Frühjahr 2003, die Privatisierung von Staatsunternehmen, und starke Einschnitte in den öffentlichen Ausgaben. Barroso sieht dies wegen der schlechten Wirtschaftslage und des von der SP-Vorgängerregierung hinterlassenen Budgetdefizits als notwendig, aber auch zur Einhaltung des Euro-Stabilitätspaktes. Er tritt für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen der EU und den USA ein.
Durão Barrosos politische Stärke liegt vor allem in seinen Fähigkeiten zur Außenpolitik. Dieses Interesse zeigte sich bereits früh und durch fast den gesamten Lebenslauf. In seiner Funktion als portugiesischer Außenminister zollte ihm selbst die Opposition Anerkennung für seine hervorragende Arbeit.
Nachdem die zuerst von ihm präsentierte Kommission auf nicht genügend Rückhalt im Europa-Parlament stieß, wechselte Barroso zwei Kommissare aus und teilte einem designierten Kommissar eine neues Ressort zu. In dieser Zusammensetzung wurde die EU-Kommission Barroso am 18. November 2004 in Europa-Parlament mit großer Mehrheit bestätigt.
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