Der Jordan (hebr.: נהר הירדן Nahar Ha Yarden, sinngemäß "der herabsteigende Fluss"; arabisch: نهر الأردن Al-Urdunn) ist ein Fluss im Nahen Osten.
Die Quellflüsse des Jordan sind der Hazbani im Libanon, der Dan in Nordisrael und der Banyas in den nördlichen Golanhöhen. Wichtigster und einziger größerer Zufluss südlich des See Genezareth ist der Jarmuk an der Grenze von südlichem Golan und Jordanien.
Nördlich des See Genezareth bildet der Jordan die Grenze zwischen Israel und den israelischen Golanhöhen, die völkerrechtlich zu Syrien gehören. Südlich des Sees ist der Fluss die Grenze zwischen Jordanien und Israel bzw. zwischen Jordanien und dem Westjordanland (zwischen Bet Shean und dem Toten Meer). Der Jordan mündet schließlich südöstlich von Jericho in das Tote Meer. Der Jordangraben ist Erdbebengebiet.
Im Verhältnis Israel-Jordanien konnte der Fluss zum Frieden beitragen. Wesentlicher Bestandteil des Friedensvertrages vom 26. Oktober 1994 war die vertragliche Zusicherung, dass Jordanien größere Mengen Wasser aus dem Fluss entnehmen darf. Im Verhältnis Israels zu Syrien trägt der Jordan eher zur Krise bei: die Sorge, Syrien könnte Israel "das Wasser abgraben", ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich Israel weigert, die Golanhöhen zurückzugeben.
Bedeutsam ist der Jordan für Christen. In der Gegend um Jericho wird die Stelle lokalisiert, an der sich nach neutestamentlicher Überlieferung Jesus von Johannes dem Täufer taufen ließ. Noch heute lassen sich viele Christen im Jordan taufen, vor allem in Jardenit, einer Taufstelle am Südende des See Gennesaret.
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