Joni Mitchell gebürtig Roberta Joan Anderson (* 7. November 1943 in Fort MacLeod, Kanada) ist eine kanadische Musikerin und Malerin.
Joni Mitchell ging nach New York und wurde mit ihren eigenwilligen Songs schnell zu einem Insidertipp in der New Yorker Clubszene, die in den 1960er Jahren in Greenwich Village der Nabel der Folkmusik war. David Crosby von der populären Band Crosby, Stills, Nash and Young, bot sich an, ihr erstes Album zu produzieren, welches 1968 erschien. Nun begann sich ihr Bekanntheitsgrad auf die gesamten Vereinigten Staaten auszuweiten und in der Folkszene errang sie schnell einen Kultstatus, der bis heute anhält.
Sie wurde 1969 eingeladen, auf dem legendären Festival in Woodstock aufzutreten, konnte das Festivalgelände jedoch aufgrund des enormen Andrangs nicht erreichen. Aufgewühlt von der Energie, die von diesem Festival auf die gesamte Generation ausging, schrieb sie mit dem Song Woodstock die Hymne auf das Festival und Crosby, Stills, Nash and Young hatten einen großen Hit mit diesem Lied. Joni Mitchell beeinflusste selbst auch andere Musiker: So landete die schottische Rockband Nazareth 1974 einen Single-Hit mit einer Coverversion ihres Songs This Flight Tonight vom Album Blue. Für Judy Collins schrieb sie 1967 den Hit 'Both Sides Now', den sie später (1968) auch selbst mit Guitarren-Begleitung sang (Album 'Clouds').
Joni Mitchell ist bis heute als Liedermacherin tätig, aber die Einflüsse auf ihre Musik sind nicht nur strikte Folkmusik, sondern ab etwa Mitte der 1970er Jahre Jazzeinflüsse (z.B. Jaco Pastorius auf "Hejira" oder das Tribut-Album für Charles Mingus). In den 1980er Jahre kamen Einflüsse aus der elektronischen und Rock-Musik hinzu (z.B. mit Thomas Dolby).
Joni Mitchell wandelte sich häufig, blieb sich in ihren Texten aber treu. Ein - nicht unumstrittener - Höhepunkt ihrer Karriere sollte das Doppelalbum Travelogue werden, welches inspiriert von den Ereignissen des Terrorangriffes vom 11. September 2001 eine Sammlung der Lieder aus drei Jahrzehnten enthält, die in diesen Kontext gestellt neue inhaltliche Kraft erhielten. Begleitet wurde Joni Mitchell bei den Aufnahmen von einem 70köpfigen Orchester und Jazzmusikern wie Herbie Hancock oder Wayne Shorter. Das Album erschien im Oktober 2002 und Joni Mitchell verkündete, dass dies ihr letztes Album sei und sie der Musikindustrie müde sei. Sie wolle sich nun voll und ganz der Malerei widmen, die sie Zeit ihres Lebens nicht aus den Augen verloren hatte.
In dem Buch "About a boy" von Nick Hornby wird sie als die Lieblingssängerin von Marcus, dem seltsamen Jungen, angeführt.
Zusammenstellungen
Singles • 1968 "Night in the City" • 1969 "Chelsea Morning" • 1970 "Big Yellow Taxi" • 1971 "Carey" • 1972 "You Turn Me On,I'm A Radio" • 1974 "Free Man in Paris" • 1974 "Help Me" • 1975 "Big Yellow Taxi (live)" • 1975 "In France They Kiss On Main Street" • 1976 "Coyote" • 1977 "Off Night Backstreet" • 1979 "The Dry Cleaner from Des Moines" • 1980 "Why Do Fools Fall In Love" • 1982 "Chinese Cafe/Unchained Melody" • 1982 "(You're So Square) Baby, I Don't Care" • 1985 "Good Friends" • 1988 "My Secret Place" • 1988 "Snakes and Ladders" • 1991 "Come in from the Cold" • 1994 "How Do You Stop" • 1996 "Big Yellow Taxi" (remix)
Frau | Kanadier | Musiker | Maler | Jazz-Sänger | Geboren 1943
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