Beide Verfahren haben ihre Entsprechung in der traditionellen Tontechnik – Intensitätsstereofonie und MS-Stereofonie – hier bezeichnet als Intensity Stereo und Middle/Side Stereo.
Nur eines der beiden Verfahren arbeitet verlustfrei. Dennoch sprechen viele Anwender der Technik nur von dem Joint-Stereo Verfahren, meinen dabei aber größtenteils den verlustfreien MS-Algorithmus.
Intensity Stereo hingegen ist ein verlustbehaftetes Verfahren.
Der eventuell auftretende Phasenunterschied ist jedoch oberhalb einer gewissen Frequenz nicht mehr wahrnehmbar. Dennoch geht die ursprüngliche Stereoinformation verloren; das Verfahren ist verlustbehaftet und eignet sich nach allgemeiner Ansicht nur für niedrige Bitraten, bei denen man statt Monokodierung lieber doch noch etwas Stereoinformation hätte.
Sehr viele Encoder entscheiden anhand der gewählten Bitrate, ob sie Intensity Stereo verwenden möchten, jedoch gibt es einige, zumeist ältere Codecs, die ausschließlich auf diese Technik setzen.
Da der Differenzwert oft sehr klein, beziehungsweise 0 ist, kann die Information effizient etwa in Matrixdarstellung abgespeichert werden.
Die Rekonstruktion der Signale kann nun aus den vorliegenden Informationen erfolgen.
Wenn sich der Middle-Kanal folgendermaßen errechnet
und der Side-Kanal mit dieser Formel
Dann errechnet sich der linke Kanal aus
und der rechte aus
Durch diese Struktur erlaubt MS-Stereo das verlustfreie Komprimieren von Stereo-Audioinformation; Anwendung findet es unter anderem bei verlustfreien Audiocodecs wie etwa beim Open-Source Codec FLAC, aber auch bei verlustbehafteten Codecs wie z. B. LAME (welcher für Joint Stereo nur MS-Stereo benutzt), um ohne weiteren Qualitätsverlust größere Komprimierung zu erreichen.
Es findet sich bereits im ursprünglichen MP3-Codec der Fraunhofer-Gesellschaft wieder und wird heute von einer Vielzahl von Abspielgeräten unterstützt.
Mittlerweile scheint die Anzahl der strikten Ablehner des Algorithmus aber rückläufig; dies ist auch auf geschicktere Implementierungen in modernen Audiocodecs zurückzuführen. Vor allem in verlustfreien Algorithmen und bei niedrigeren Bitraten ist die Technik praktisch etabliert.
Dennoch werden die meisten Encoder den Nutzer auch in Zukunft die Wahl zwischen Stereo und Joint-Stereo ermöglichen - denn teilweise ist schon noch Skepsis gegenüber "vereintem" Stereo vorhanden.
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"Joint-Stereo".
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