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JohnOfGaunt.jpg John of Gaunt (* 14. März 1340 in Gent; † 3. Februar 1399) war zweiter Herzog von Lancaster und dritter überlebender Sohn von König Eduard III. von England. Sein Namenszusatz Gaunt kommt daher, dass er in Gent, heute Belgien geboren wurde. 1342 wurde er zum Earl of Richmond erhoben. Earl of Lancaster wurde er 1361 durch die Hochzeit mit seiner Cousine Blanche (1359), Duke wurde er ein Jahr später. Seine weiteren Titel lauteten Knight of the Garter, High Steward of England, Duke of Aquitaine, Earl of Derby, Earl of Lincoln, Lord of Bergerac & Roche-sur-Yon, Lord of Beauford & Nogent und König von Kastilien. 1350 begleitete er seinen Vater auf einen Seekrieg in Spanien, an einer Schlacht nahm er jedoch zum ersten Mal 1355 teil, als er auch zum Ritter geschlagen wurde.

Er erkannte die Notwendigkeit von Reformen, wenn diese notwendig waren, wusste, wem er wann trauen konnte und musste und leitete England in eine bessere Richtung, als es zwei Könige während seiner Lebenszeit konnten. Für ihn hatten Ritterlichkeit und Loyalität einen hohen Stellenwert und diese erwartete er auch von seinen Rittern. Im Ausland schätzte man ihn für diese Tugenden, doch in England wurde er durch Intrigen und Missverständnisse zur Hassfigur für Volk und Kirche und so starb er am 3. Februar 1399 an einem Herzinfarkt als trauriger Mensch. Er liegt in der Saint Paul’s Cathedral in London begraben.

Biografie


Nach Blanches Tod 1369 heiratete John of Gaunt mit der strenggläubigen Konstanze von Kastilien eine Tochter von König Peter dem Grausamen, was ihm einen Anspruch auf das Königreich von Kastilien einbrachte. Diese Ehe war jedoch eine rein politische Ehe, und Gaunt kehrte bald in die Arme seiner Geliebten Katheryne zurück, in die er sich bereits nach Blanches Tod verliebt hatte.

Der Anspruch John of Gaunts auf den kastilischen Thron, der durch die Heirat von Johns jüngerem Bruder Edmund von Langley mit Isabella von Kastilien, einer jüngeren Schwester Konstanzes, noch unterstrichen wurde, konnte allerdings nie erfolgreich durchgesetzt werden, trotz der zeitweisen Unterstützung durch seinen jüngeren Bruder.

Nach dem Tod seines älteren Bruders Eduard, des Schwarzen Prinzen, 1376, wurde John of Gaunt zusehends mächtiger, so daß er es sich herausnehmen konnte, John Wyclif, einen Reformer der Kirche, zu beschützen, mit dessen Zielen er sympathisierte. Seit jeher stellte er sich den konservativen Ansichten der Kirche entgegen.

Als König Edward III 1377 starb, folgte ihm sein zehnjähriger Enkel Richard II., der Sohn des Schwarzen Prinzen, der ein Jahr zuvor verstorben war, auf den Thron und Johns ohnehin schon sehr große Macht wurde noch mehr gefestigt. Einige wohlgemeinte aber auf den ersten Blick nicht immer nachzuvollziehende Entscheidungen und Handlungen des Duke of Lancaster ließen den jungen König an seiner Loyalität zweifeln,denn John of Gaunt war seiner Zeit um viele Jahre voraus und so waren seine Reformen und guten Ansätze nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Auch sein Verhältnis zum gemeinem Volk war durch Mißtrauen geprägt, da viele der politischen Entscheidungen, wie zum Beispiel Steuererhöhungen und die 'Kopfsteuer', durch den Duke und nicht durch den König getroffen wurden, und die, die nur das Offensichtliche sehen konnten John of Gaunt daher für viele Entscheidungen verantwortlich machten. In Wahrheit war er nur so etwas wie der "Bote mit der schlechten Kunde", was das Volk aber nicht erkannte. Eine Folge davon war, dass der Savoy Palace, Lancasters Londoner Residenz, durch Aufständische während der Peasants’ Revolt von 1381 zerstört wurde. Er selbst bekam davon nicht sonderlich viel mit, da er gerade auf einem Feldzug an der schottischen Grenze war, während sich der Londoner Adel im Tower verschanzte. Um der Macht Lancasters zu entkommen entsandte ihn Richard 1386 als Botschafter auf den Kontinent.

In der Zwischenzeit gebar ihm seine Geliebte Catherine Swynford (deren Schwester den Dichter Geoffrey Chaucer heiratete) vier Kinder, die Beauforts. Diese wurden als seine Kinder legitimiert, aber von der Thronfolge ausgeschlossen. Die Enkelin seines ältesten Sohnes, John heiratete Edmund Tudor, ihr Sohn bestieg 1485 als Heinrich VII. den Thron und begrundete die Dynastie der Tudors (Ende der Rosenkriege).

Der legitime Sohn Johns aus seiner ersten Ehe, Heinrich Bolingbroke, war weniger Diplomat als sein Vater und von Richard II. 1398 für sechs Jahre aus England verbannt. Als John of Gaunt 1399 starb und Richard die Macht des Hauses Lancaster endgültig brechen wollte, Bolingbroke auf Lebenszeit verbannte und seine Ländereien der Krone zusprach, kehrte Bolingbroke zurück und setzte den unbeliebten Richard ab, welcher ein Jahr später im Kerker ermordet wurde. Ob mit oder ohne Bolingbrokes Zustimmung ist unklar. Bolingbroke wurde daraufhin zum König Heinrich IV. von England gekrönt. Er war der erste vom Parlament gewählte König. Dies wird nur allzu oft verkannt und in mittelalterlichen Handschriften ist dieser als Usurpator aufgeführt. Doch wurden diese Schriften hauptsächlich vom Klerus verfasst und dieser war immer noch erbost über die Kritik, die Bolingbrokes Vater der Kirche entgegengebracht hatte. Dieser war nämlich der gleichen Meinung wie der Reformator Wyclif und als sein Schützling während einer Anhörung vom Bischof Londons angegriffen wurde, geriet John außer Kontrolle und bedrohte den Bischof.

Das Gerücht, dass Lancaster Londons Bischof William de Courtenay umgebracht habe, machte schnell die Runde und so kam es zu einigen Unruhen, von denen Lancaster erst im nachhinein erfuhr. Erbost über diese Frechheit setzte er der freien Stadt eine straffe Militäradministration unter der Leitung des Earls of Northumberland vor die Nase. Dies war ein Grund,der unter Führung von John Ball („Als Adam grub und Eva spann, wo war da der Edelmann?“) zur besagten Bauernrevolte führte, welcher der Savoy Palace zum Opfer fiel. Ein weiterer Anlass zum Aufstand war die Einführung der Kopfsteuer, die John durchsetzte. Ein jeder sollte seinen Teil bezahlen, egal ob Bauer, Leibeigene oder Edelmann. Konnte jemand diese Steuer nicht aufbringen, sollte der jeweilige Lord die Steuer übernehmen, was jedoch selten geschah, da die Lords lieber den letzten Blutstropfen aus ihren Bauern pressten, als die Steuer für sie zu bezahlen. So kam es dazu, dass ein Steuereintreiber die Tochter eines Dachdeckers vergewaltigte, der aber ein ehemaliger Soldat König Edwards war und diesen erschlug. Dieser Wat Tyler wurde dann einer der Anführer des Aufstandes. Mit der Forderung nach „Lancaster-Blut“ auf den Lippen stürmten die Leute erst die Burgen ihrer Lords und anschließend London. Lancaster selbst befand sich zu dieser Zeit an der schottischen Grenze. Als die ersten Gerüchte von Unruhen das Grenzgebiet erreichten, zog er sich nach Schottland zurück. Lancaster, der an dieser Tragödie unschuldig war, wurde zum Sündenbock für eine nötige Reform, die aber an der Gier des Adels scheiterte.

Kinder von John of Gaunt


Die Nachfahren der legitimierten Kinder aus seiner dritten Ehe herrschten in Schottland und England und vereinigten die Macht mit Maria Stuart's Sohn Jakob.

Aus der Beziehung mit Marie de St. Hillaire stammt die Tochter

  • Blanche Plantagenet (1359-1388), die Thomas Morieux heiratete.

Literatur


  • Anthony Goodman: John of Gaunt. The exercise of princely power in 14 century Europe, Longman, Harlow 1992, ISBN 0-582-50218-7

Belletristische Darstellung

  • Rebecca Gablé: König der purpurnen Stadt. Historischer Roman, Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2002, ISBN 3-431-03439-X
  • Rebecca Gablé: Das Lächeln der Fortuna. Historischer Roman, Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2001, ISBN 3-431-03610-4
  • Rebecca Gablé: Die Hüter der Rose. Historischer Roman, Ehrenwirth, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-431-03635-X

Weblinks


Herzog (Aquitanien) | Haus Lancaster | Peer | Mann | Geboren 1340 | Gestorben 1399

John of Gaunt, 1st Duke of Lancaster | Juan de Gante | Jean de Gand | ジョン・オブ・ゴーント | Ģentes Džons | Jan van Gent | John of Gaunt | João de Gant | Johan av Gent

 

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