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John Archibald Wheeler (* 9. Juli 1911 in Jacksonville, Florida) ist ein amerikanischer theoretischer Physiker, zur Zeit Professor Emeritus an der Princeton University in New Jersey.

Schon als junger Mann zeigte Wheeler Interesse für die Naturwissenschaften. Nachdem er seinen Ph.D. in Physik erlangt hatte, betrieb er selbst intensive Nachforschungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik. 1939 arbeitete er gemeinsam mit Niels Bohr an der Kernspaltung, später war er Leiter der Gruppe, die sich am Bau der ersten Wasserstoffbombe versuchte. 1952 begann er in Princeton die Relativitätstheorie zu unterrichten - offensichtlich sehr erfolgreich, da man ihn als den besten Lehrer für theoretische Physik in Princeton (und überall sonst) bezeichnete. Auch wurde ihm mit seinen erstsemestrigen Studenten die Ehre zuteil, Albert Einstein zu besuchen. John Wheeler inspirierte einige der heute bekannten theoretischen Physiker. Zu seinen Studenten gehörten Kip Thorne und Richard Feynman.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte Wheeler die so genannte Quantengeometrodynamik. Sie versucht jede physikalische Erscheinung wie etwa Gravitation oder Elektromagnetismus auf die geometrischen Eigenschaften einer gekrümmten Raum-Zeit zurückzuführen. Durch die Gleichsetzung von Materie und Raum wurde die Quantengeometrodynamik oft als die systematische Fortführung der Philosophien von Descartes und Spinoza angesehen. Wheelers Quantengeometrodynamik scheiterte jedoch daran, wichtige physikalische Erscheinungen wie etwa die Existenz von Fermionen oder von Gravitations-Singularitäten zu erklären. Er verwarf sie daher in den frühen 1970er Jahren. Er setzte seine Karriere als Physiker fort, und es gelangen ihm einige wichtige Beiträge zur theoretischen Physik. So war er der erste, der den Begriff des Schwarzen Lochs 1967 prägte, und auch der Ausspruch Ein schwarzes Loch hat keine Haare (der sog. Glatzensatz), stammt von ihm.

Literatur


  • John Archibald Wheeler, Kenneth Ford: Geons, black holes, and quantum foam - a life in physics.(Autobiographie). Norton, New York-London 1998. ISBN 0393046427
  • John Archibald Wheeler: Einsteins Vision - wie steht es heute mit Einsteins Vision, alles als Geometrie aufzufassen? Springer, Berlin-Heidelberg 1968.
  • Edwin F. Taylor, John Archibald Wheeler: Exploring black holes - introduction to general relativity. Addison Wesley Longman, San Francisco 2000. ISBN 020138423X

  • John Archibald Wheeler: At home in the universe. AIP Press, Woodbury NY 1994. ISBN 0883188627
  • John Archibald Wheeler: Frontiers of time. North-Holland, Amsterdam 1979. ISBN 0444852859
  • Cecile M. De Witt, John A. Wheeler (Hrsg.): Battelle rencontres 1967, lectures in mathematics and physics. Seattle Center, 16 July to 31 August 1967. W. A. Benjamin, New York-Amsterdam 1968.
  • Martin J. Rees: Black holes, gravitational waves and cosmology - an introduction to current research. Martin Rees, Remo Ruffini, John Archibald Wheeler. Gordon and Breach, New York-London 1976. ISBN 0677045808

  • John Rider Klauder: Magic without magic. John Archibald Wheeler, a collection of essays in honor of his sixtieth birthday. Ed. by John Rider Klauder. Freeman, San Francisco 1972.

Mann | US-Amerikaner | Physiker (20. Jh.) | Geboren 1911

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