John Scarne (* 4. März 1903 als Orlando Carmelo Scarnecchia in Steubenville, Ohio, † 7. Juli 1985) war ein US-amerikanischer Experte für Glückspiele und ein bekannter Kartenkünstler
Bereits in frühester Jugend begeisterte sich John Scarne für Kartentricks. Durch unermüdliches Üben erwarb es sich eine Geschicklichkeit, die Aufsehen erregte. Bald begann er mit der Vorführung von Kartenkunststücken Geld zu verdienen. Seine eigentliche Berufung bestand aber darin, Betrügern und Falschspielern das Handwerk zu legen.
Während des Zweiten Weltkriegs gab er auf Armeestützpunkten zahllose Demonstrationen über die Tricks der Falschspieler. Später erschienen Zeitschriftenartikel über ihn und seinen Kampf gegen Manipulationen beim Glückspiel. 1945 veröffentlichte er sein erstes Buch, Scarne on Cards. John Scarne stieg bald zum Berater von Kasinos und Regierungsbehörden auf. Über Jahrzehnte galt er als höchste Autorität in Fragen des Glückspiels. Sein erstmals 1961 erschienenes, fast 1000 Seiten starkes Buch, Scarne's Complete Guide To Gambling galt lange Jahre als Standardwerk.
Seine Arbeiten beschränkten sich nicht nur auf die Aufdeckung von Manipulationen und Betrügereien, sondern setzten sich auch mit den mathematischen Grundlagen der Glücksspiele auseinander. Seine Bücher enthalten umfangreiche Tabellen mit Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten. Der Leser kann damit beispielsweise die Qualität einer Pokerhand bestimmen.
Scarne war außerdem als Entwickler von Brett- und Kartenspielen aktiv, die er in eigener Firma vertrieb. Hier war er allerdings nicht sonderlich erfolgreich. Am bekanntesten wurde Teeko, das in den sechziger Jahren eine gewisse Popularität erlangte, heute aber kaum noch gespielt wird (voller Stolz nannte er seinen 1955 geborenen Sohn John Teeko). Ein negativer Charakterzug war sein ausgeprägter Hang zur Selbstdarstellung, der sich beispielsweise in den Titeln seiner Bücher ausdrückte (Scarne on ...). Ohne Unterlass läßt er durchblicken, dass er der erste und einzige ist, der Glückspiele wirklich verstanden hat. Die meisten der von ihm erfundenen Spiele haben das Kunstwort Scarney als Bestandteil des Namens ("Scarney" ist die englische Aussprache von "Scarne").
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