Sir John Gielgud, OM, CH (* 14. April 1904 in Kensington, England; † 21. Mai 2000 in Wotton Underwood, England) war ein britischer Schauspieler.
Gielgud gilt als einer der ganz großen britischen Schauspieler des 20. Jahrhunderts. Der Absolvent der Royal Academy of Dramatic Arts (kurz Rada) in London spielte bereits 1930 das erste Mal Hamlet und galt neben Sir Laurence Olivier als der bedeutendste Interpret der großen Rollen von William Shakespeare seiner Zeit. Früh führte er auch Regie und produzierte später auch Schallplattenfassungen von Theaterstücken, zum Beispiel Oscar Wildes Bunbury für die Columbia.
Gielgud gab sein Filmdebüt bereits 1924 und hat immer wieder den Weg zur Leinwand zurückgefunden und ebenso dem Kino Höhepunkte der Schauspielkunst geschenkt und dies bis zu seinem letzten Film aus dem Jahre 2000. So hatte jede Kinogeneration seit den 1930er Jahren ihren eigenen John-Gielgud-Höhepunkt: 1936 spielte er in Alfred Hitchcocks Geheimagent die Hauptrolle. 1953 war er der Cassius in Joseph L. Mankiewiczs Verfilmung von Shakespeares Julius Caesar. Er erhielt eine Oscar-Nominierung für die Rolle König Ludwigs VII. in der Verfilmung des Theaterstücks Becket von Jean Anouilh (1964). 1982 erhielt er einen Oscar für die Rolle des sarkastischen Butlers in der Komödie Arthur - Kein Kind von Traurigkeit. Der jüngeren Generation wird er sicherlich noch in Erinnerung sein als Klavierlehrer von David Helfgott in Shine 1996.
1953 wurde Gielgud anlässlich eines Klappenbesuchs strafrechtlich verurteilt. Die Öffentlichkeit hat ihn aber nicht deswegen abgelehnt, sondern er erhielt nach seinem nächsten Bühnenauftritt eine stehende Ovation. Dies half mit, die Entkriminalisierung der Homosexualität in England und Wales voranzutreiben. Sein langjähriger Liebhaber, Martin Hensler, der 30 Jahre jünger war, starb wenige Monate vor Sir John im Jahr 2000.
Brite | Filmschauspieler | Geboren 1904 | Gestorben 2000 | Golden-Globe-Preisträger | Mann | Oscarpreisträger | Schauspieler | Sir | Theaterschauspieler
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