John Ehrlichman (* 20. März 1925; † 14. Februar 1999) war Nixons Chefberater für innere Angelegenheiten und gehörte zum inneren Kreis des amerikanischen Präsidenten. Er war einer der Schlüsselfiguren im Watergate-Skandal.
Im 2. Weltkrieg wurde John Ehrlichman mit dem The Distinguished Flying Cross ausgezeichnet. Er graduierte in Jura 1948 an der Stanford Jura Schule und war von 1951 – 1968 Partner in einer Anwaltskanzlei. Seit 1960 arbeitete er in Nixons Wahlkampfkomitee. Nach Nixons Wahlsieg 1968 stieß Ehrlichman in Nixons inneren Zirkel. Zusammen mit (Stabschef) H. Robert Haldeman – den er noch vom Collage kannte - wurden sie beide später im Weißen Haus als „Die Berliner Mauer“ um Richard Nixon bekannt (wegen ihrer deutschen Abstammung und der Abschirmung des Präsidenten durch diese beide Mitarbeiter). Außerhalb des Weißen Hauses waren Ehrlichman und Haldeman ziemlich isoliert.
Sowohl Haldeman als auch Ehrlichman erfanden die „Klempner“ zum Abdichten von Lecks (an die Presse). Seit der Veröffentlichung der geheimen Pentagonpapiere (über den Vietnamkrieg) durch Daniel Ellsberg 1971 wurde diese illegale Gruppe ins Leben gerufen. Die erste Tätigkeit der „Klempner“ war denn auch der Einbruch in die Praxis von Ellsbergs Psychiater, um Ellsberg zu schädigen. Bei dem Einbruch fand man aber nur den Namen Ellsberg in einem Notizbuch, so dass der Einbruch nichts brachte.
Die Rolle Ehrlichmans während seiner Zeit im Weißen Haus beschränkte sich im Wesentlichen auf die Suche und Ausschaltung von Nixons Feinden.
Diese vertraulichen Gespräche im Weißen Haus wurden allerdings durch ein Tonbandsystem des Weißen Hauses aufgezeichnet und belegten Ehrlichman und (Haldeman) als einer der Schlüsselfiguren des Watergate-Skandals.
Eine der aufgezeichneten Gespräche zwischen Nixon und Ehrlichman vom 1. November 1972 belegen beispielsweise den Tatbestand der Verschwörung. Beide diskutieren dabei Maßnahmen gegen die Washington Post (die den Skandal aufdeckte):
Bei einen sehr emotionalen Treffen in Camp David am 30. April 1973 zwischen Nixon, Haldeman und Ehrlichman überredete Nixon seine beiden Berater in sehr persönlichen Einzelgesprächen zum Rücktritt wegen Watergate.
Ehrlichman hatte hinsichtlich seiner Rolle im Watergate-Skandal niemals ein Unrechtsbewusstsein (was bereits bei seiner Anhörung vor dem Untersuchungsausschuss zu beobachten war) und plädierte während seines Prozesses dementsprechend auf „nicht schuldig.“ 1975 wurde er wegen Verschwörung, Behinderung der Justiz und Meineides zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nahm er zahlreiche Jobs wie Kommentator, Schriftsteller, usw. an. Als Ehrlichman 1981 interviewt wurde, bezeichnete er Nixon als eine „sehr mitleiderregende Persönlichkeit in der amerikanischen Geschichte.“ 1982 erschien sein Buch „Witness To Power.“ Ehrlichman - der jetzt völlig desillusioniert ist - lässt Nixon in seinem Buch in einem besonderen negativen Licht erscheinen.
Ehrlichman starb durch eine Diabeteskomplikation in Atlanta 1999 nach einer Dialysebehandlung. Bis zu seinem Tod glaubte Ehrlichman, dass Henry Kissinger Deep Throat wäre (und nicht Mark Felt).
Im Film Nixon (Film) wurde Ehrlichman durch J. T. Walsh dargestellt.
Mann | US-Amerikaner | Politiker (USA) | Watergate-Affäre | Geboren 1925 | Gestorben 1999
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