John Dewey (* 20. Oktober 1859 in Burlington, Vermont; † 1. Juni 1952 in New York) war ein US-amerikanischer Philosoph und Pädagoge.
Dewey war (1899-1900) Präsident der American Psychological Association und (1911) der American Philosophical Association. Zwischen 1919 und 1921 unternahm er Vortragsreisen nach Japan und in die Republik China, 1928 besichtigte er Schulen in der Sowjetunion.
Dewey war eines der Gründungsmitglieder der American Civil Liberties Union. Mitte der 1930er Jahre wirkte er in einer Kommission mit, die die im Moskauer Schauprozess gegen Trotzki erhobenen Vorwürfe überprüfte; 1940 setzte er sich für den Verbleib Bertrand Russells im Lehramt ein.
Neben zahlreichen akademischen Artikeln und Büchern schrieb Dewey häufig Kommentare für Zeitschriften wie The New Republic und Nation.
Deweys Ansatz ist von der Auffassung geprägt, dass die demokratische Staatsform wesentlich ein 'way of life' ihrer Bürger/innen ist. So hatte sich auch die demokratische Verfassung Amerikas aus einem Gemeinschaftsleben freier und gleicher Individuen heraus entwickelt. „Das klare Bewusstsein eines gemeinschaftlichen Lebens, mit allem, was sich damit verbindet, konstituiert die Idee der Demokratie.“ (Dewey 1996: 129) In „Demokratie und Erziehung“ (1993, engl. 1916) macht Dewey deutlich, wie Erziehung und Demokratie miteinander verwoben sein müssen, wenn eine Gesellschaft nicht „lediglich ihren Fortbestand“ (Dewey 1993: 113), sondern einen Wandel zum Besseren erstrebt. Seiner Auffassung nach sollte Demokratie stets im konkreten Zusammenleben verankert und gelebt werden. Diese tätige Erfahrung muss so durchgängig und so intensiv wie möglich in der Familie, in der Schule und in der großen Gemeinschaft gemacht werden.
Demokratie als gesellschaftliche Lebensform sollte auf individueller Ebene so früh wie möglich lebendig kennen gelernt werden. So erörterte Dewey die Möglichkeiten, demokratische Methoden im Unterricht einzuführen und Demokratie in der sozialen Organisation von Schule und Unterricht zu verankern. Die traditionelle Schule seiner Zeit unterwarf er dabei einer fundamentalen Kritik. Sie sei nicht nur überliefert aus vordemokratischen Zeiten, sondern sie habe diese Überlieferung auch in ihrer Arbeitsweise beibehalten. Um seine Theorie der demokratischen Erziehung mit einer überzeugenden Praxis zu untermauern, entwickelte Dewey am Chicago Institute, in der Chicago Manual Training School und der University Elementary School experimentelle Modelle für die praktische Verwirklichung seiner Vorstellung.
1896 eröffnete er mit finanzieller Unterstützung einer Gruppe von Eltern eine Versuchsschule in Chicago, die laboratory school, eine Laborschule, die der Universität angeschlossen war. Diese wirkte als Vorbild auf die Bielefelder Laborschule Hartmut von Hentigs. Nach Streitigkeiten über die Verwaltung der Schule verließen John und Alice Dewey, die beide Gründungsmitglieder waren, Chicago. In New York begründete er erneut eine experimentelle Schule.
Das Lernen muss seiner Meinung nach ganz und gar auf Erfahrung aufgebaut sein. Daher berufen sich auch heute noch viele Reformpädagog(inn)en auf ihn. Kinder lernen hier experimentierend in einer Lernumwelt aus Materialien, Werkstätten, Bibliothek und Schulgarten die Realität, sich selbst entdecken und Kooperation kennen. Den Lehrer/innen kam dabei nicht die Rolle der Wissenden und Bevormundenden zu, sondern die des Mitarbeiters. In seiner an Adolf Reichwein und Maria Montessori, mit der er in Verbindung stand, erinnernden Reformpädagogik hat er vor allem durch den bekannten pädagogischen Ansatz Learning by doing Popularität erlangt. Manchmal scherzhaft in pädagogischen Kreisen auch als "learning bei dewey-ing" bezeichnet.
Nach dem I. Weltkrieg nahm Dewey Anregungen von Frederick Matthias Alexander auf. Posthum wurde von Hartmut von Hentig in Deutschland eine Laborschule in Bielefeld gegründet. Diese Schule basiert auf Konzepten erfahrungsorientierten und demokratischen Lernens, wie es von Dewey entwickelt wurde.
Mann | US-Amerikaner | Philosoph (19. Jh.) | Philosoph (20. Jh.) | Pädagoge (19. Jh.) | Pädagoge (20. Jh.) | Reformpädagogik | Geboren 1859 | Gestorben 1952
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