Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist eine deutsche Hochschule in Mainz, Rheinland-Pfalz. Mit rund 35.000 Studenten (2005) an etwa 150 Instituten und Kliniken gehört sie zu den zehn größten Hochschulen in Deutschland. Seit einer Strukturreform zum 1. Januar 2005 ist die Universität in elf Fachbereichen organisiert.Uni_Mainz.jpg
Die Kontinuität zwischen Alter Universität und Johannes Gutenberg-Universität Mainz trotz Unterbrechung des Lehrbetriebes von über 100 Jahren ist strittig. Lediglich das Priesterseminar und eine Hebammenlehranstalt bestanden in der Zeit bis zur Wiedereröffnung fort.
1972 schlägt sich die Wirkung der 68er Studentenproteste auch in der Struktur der Universität Mainz nieder. Die Fakultäten werden aufgehoben und die Universität in Fachbereiche gegliedert. 1974 wird schließlich Prof. Dr. iur. litt. D. h. c. Peter Schneider als erster Präsident der nun als „verfasste Gruppenuniversität“ organisierten Hochschule gewählt. 1990 wird Prof. Dr. med. E. Jürgen Zöllner Präsident, er bleibt jedoch nur ein Jahr im Amt und wird dann Minister für Wissenschaft und Weiterbildung des Landes Rheinland-Pfalz. Als Koordinator der SPD für Hochschulpolitik spielt der beurlaubte Professor des Institutes für Physiologische Chemie eine entscheidende Rolle in der Hochschulpolitik der SPD und bei der Entwicklung der Studienkonten.
Heute hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz zirka 35.000 Studenten (Stand 2005) und besteht aus mehr als 150 Instituten und Kliniken.
Das Fächerspektrum ist fast vollständig, es fehlen lediglich die technischen Fächer, die Tiermedizin und Ernährungswissenschaften. Stattdessen kann man Buchwissenschaften, Sport, Musik, Bildende Kunst sowie Theater- und Filmwissenschaft studieren.
An der Universität Mainz werden zurzeit für ein reguläres Studium keine Studiengebühren erhoben. Für Seniorstudenten, Gasthörer, Studierende von Aufbaustudiengängen können Studiengebühren anfallen. Vom Ministerium für Wissenschaft und Weiterbildung wurden die von Prof. Zöllner mitentwickelten Studienkonten eingeführt. Bei Überziehen des Studienkontos fallen in der Übergangszeit pauschal Studiengebühren von 650 Euro pro überzogenes Semester an. Die Studienkonten erlauben ein kostenfreies Erststudium innerhalb des 1,75fachen der Regelstudienzeit. In einem zweiten Schritt sollen die Konten zukünftig nach tatsächlich „verbrauchten“ Studienzeiten abgebucht werden. Ob der enorme Verwaltungsaufwand zur tatsächlichen Verbesserung der Studienbedingungen führt, ist nach wie vor umstritten. Messbarer Erfolg ist ähnlich wie bei der Einführung von Langzeitstudiengebühren in anderen Bundesländern der Rückgang der nominell eingeschriebenen Studenten. Ob durch die Maßnahme tatsächlich weniger Lehrleistung an der Universität abgefragt wirkt, oder letztlich nur Karteileichen aus den Akten des Studierendensekretariates entfernt werden, ist durch die dezentrale Organisation der universitären Lehre nicht nachweisbar.
Neben der Universität sind auf dem Campus auch das Max-Planck-Institut für Chemie und das Max-Planck-Institut für Polymerforschung untergebracht. Auf dem Universitätsgelände befinden sich außerdem der Elektronenbeschleuniger MAMI und der Forschungsreaktor TRIGA, der Botanische Garten sowie ein Sportstadion samt Hallenbad. Einmalig in der bundesdeutschen Hochschullandschaft ist die Integration der Musikhochschule Rheinland-Pfalz, der Akademie für Bildende Künste und des Sports in eine Universität.
1477 Gründung der alten Universität
um 1800 Beendigung des Lehrbetriebs
Ab 1945 wurde die Wiedereröffnung der Mainzer Universität mit Unterstützung durch die französische Militärregierung vorbereitet. Mit der Gründungurkunde, in der ausdrücklich die Wiederaufnahme der Tätigkeit gestattet wird, begründet der Generalverwalter der französischen Militärregierung in Baden-Baden die umstrittene Kontinuität der Mainzer Universität. *. Am 15. Mai 1946 nahm die nun „Johannes Gutenberg-Universität Mainz“ genannte Hochschule unter dem Leitspruch „Ut omnes unum sint – Dass alle eins seien“ den Lehrbetrieb auf.
1949 wurde das Auslands- und Dolmetscher-Institut Germersheim eingegliedert.
1950 Gründung des Forschungsinstituts für Wirtschaftspolitik
Seit Wiedereröffnung der Universität widmete sich Fritz Straßmann dem Aufbau des Instituts für Chemie und des MPI für Chemie, das aus dem Umzug des vormaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin nach Mainz entstand. 1956 wurde das MPI für Chemie von Otto Hahn eingeweiht.
1967 nahm Otto Hahn den Forschungsreaktor TRIGA Mark II in Betrieb, der als Forschungsneutronenquelle dient.
1991 wurde die Stufe B des Elektronen-Beschleuniger MAMI (Mainzer Mikrotron) nach zehnjähriger Umbau- und Entwicklungszeit am Institut für Kernphysik in Betrieb genommen.
2002 wurde die Johannes Gutenberg-Universität Mainz für ihre besonderen Reformergebnisse als „Best-Practice-Hochschule“ durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ausgezeichnet.
Im Jahr 2004 kam die Universität durch die europäischen und amerikanischen Mars-Missionen Mars Express/Beagle 2 und Opportunity/Spirit in die Schlagzeilen, da zwei der wichtigsten Analysegeräte an Bord aus Mainz stammten. Das APXS (Alpha Particle X-Ray Spectrometer) wurde vom MPI für Chemie in Mainz auf dem Campusgelände der Universität und das MIMOS II (Miniaturisiertes Mößbauer-Spektrometer) an der Johannes Gutenberg-Universität entwickelt.
2006 wurden im Rahmen der 60-Jahr-Feier zur Wiedereröffnung der Universität erstmals goldene Promotionsurkunden an die noch lebenden Promovenden der Jahre 1947 bis 1956 verliehen. Die allererste Promovendin war eine Zoologin, die bei Wolfgang von Buddenbrock promovierte.
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