Johannes-Zeltner.jpg Johannes Zeltner (* 24. April 1805 in Eschenbach; † 1. Juni 1882 in Nürnberg) Ehrenbürger in Wittenberg, Fabrikant und Unternehmer in Nürnberg
1836 unterstützte Zeltner seinen Bruder Johann Georg Zeltner (1807-86) bei der Gründung der Zeltner Brauerei Nürnberg. Dazu erwarb er die Keppendörfsche Brauerei in der Schlotfegergasse. Im selben Jahr begann er aus einem unternehmerischen Interesse, das von Thomas Leykauf und Friedrich Wilhelm Heyne (1804-85) entwickelte Verfahren zur Erzeugung von Ultramarin zu fördern. 1838 errichtet er an der heutigen Zeltnerstraße die erste Ultramarin Fabrik in Bayern. Als 1877 die Grundlage des deutschen Patentsrechts, das Reichspatentgesetz erlassen wurde. Eröffnete man am 1. Juli 1877 in Berlin das Kaiserliche Patentamt. Johannes Zeltner meldete am 2. Juli das erste Patent in Deutschland für sein " Verfahren zur Herstellung von roter Ultramarinfarbe" an. Dazu erwarb er zusätzlich 1859 die Kammgarnspinnerei in Nürnberg und sicherte damit ihr Fortbestehen. 1840 beteiligte er sich an der Hüttensteinacher Eisenwerksgesellschaft in Nürnberg und übernahm 1852 die Hakenfabrik Oertle & Hertlein.
Trotz seines unternehmerischen Engagements, bewies Zeltner mit der Gründung und finanziellen Fundierung einer Kranken- und Beerdigungskasse 1839, seine Aufgeschlossenheit gegenüber den sozialen Belangen seine Arbeitnehmer. Er stiftete namhafte Summen für Kirchen und soziale Einrichtungen. So zum Beispiel für die Herberge zur Heimat in der Nadlergasse 10 die er 1872 für arme Handwerker gründete.
Sein Engagement im politischen und kulturellen Bereich zeigte sich als Mitglied im Gemeindekollegium von 1845-1848. Als Liberaler vertrat er vom 11. Dezember 1848 bis zum 24. Mai 1849 den Wahlkreis Fürth im Paulskirchenparlament. 1846 wurde er Mitglied der Handelskammer in Nürnberg, wurde 1836 zweiter Direktor derselben und stand 1851-1855 als erster Direktor des Industrie und Kulturvereins Nürnberg vor. 1858 wurde er Direktor der Aktiengesellschaft zur Unterstützung des GNM und seit 1872 saß er in dessen Verwaltungsrat. 1859 trat er zudem der Loge „Zu den drei Pfeilen im Orient“ bei. 1845 erwarb er seinen Herrensitz in der Gleißhammerstrasse 4 nach einer Hochwasserkatastrophe und baute dieses um. Ihm zu Ehren erhielt das Schloss den Namen Zeltnerschloss und ist seit 1881 im Besitz der Stadt Nürnberg, die darin eine Begegnungsstätte einrichtete. Heute zählt dieses Schloss zu den reizvollsten Herrensitzen Nürnbergs. 1866 wurde Zeltner Besitzer des Rittergutes Obersteinbach bei Neustadt/Aisch. Als typische Unternehmerpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts zählt Zeltner zu den Spitzenvertretern der Nürnberger Industrie. Er wurde durch eine Straßenbenennung in Tafelhof geehrt.
Johannes Zeltner zu Ehren ist auch in Prag/Tschechien eine Straße benannt, es ist die "Celetna", auf deutsch die "Zeltner Gasse", in der Franz Kafka wohnte. Diese Ehrung kam dadurch zustande, als Johannes Zeltner eine Kirchturmglocke am Altstädter Ring spendete. Die heutigen Nachkommen seines Bruders Joh. Gg. Zeltner sind tschechischer Abstammung teils tschechischer Muttersprache. (durch Familiegründung des Kurt Zeltner mit seiner Frau Zdenka im Jahre 1940)
Mann | Deutscher | Ehrenbürger | Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung | Geboren 1805 | Gestorben 1882
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