Johanna Franziska Frémyot von Chantal (* 28. Januar 1572 in Dijon / Frankreich; † 13. Dezember 1641 in Moulins) ist Mitbegründerin der Salesianerinnen und eine Heilige der Katholischen Kirche. Sie war die Großmutter der Schriftstellerin Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné und Schwester von André de Rabutin-Chantal, des Erzbischofs von Bourges.
Nach nur neun Jahren Ehe starb ihr Gatte Christoph nach einem Jagdunfall im Oktober 1601, und die 29-jährige Johanna gelobte nach diesem Schicksalsschlag, fortan jungfräulich zu leben und sich nur der christlichen Erziehung ihrer Kinder zu widmen.
Franzundjohanna.jpg Am 5. März 1604 hörte sie eine Fastenpredigt des Genfer Bischofs Franz von Sales in Dijon, die ihr zukünftiges Leben grundlegend beeinflussen sollte. Zwischen den beiden entwickelte sich aus dieser Begegnung eine innige Freundschaft, von der ein reger Briefwechsel zeugt, von dem heute leider nur noch die Briefe des heiligen Franz von Sales erhalten sind.
Ostern 1607 vertraute Franz von Sales der mittlerweile 35-jährigen an, er wolle einen Frauenorden ohne Klausur gründen, der auch älteren und gesundheitlich schwachen Personen zugänglich sein sollte. Johanna Franziska war von diesem Plan begeistert, doch es sollten noch drei weitere Jahre vergehen, ehe sich dieser in die Tat umsetzen ließ.
Erst nachdem sie ihre Kinder gut versorgt wusste, gründete sie am 6. Juni 1610 zusammen mit Franz von Sales in Annecy den Orden der Schwestern "Von der Heimsuchung Mariens" ("l'Ordre de la Visitation Beatae Mariae Virginis" = OVM), auch Salsianerinnen genannt. Die Kongregation widmete sich zunächst der Pflege der Armen und Kranken und später auch der Erziehung der Jugend. 1618 erhielt die Ordensgemeinschaft die volle kirchenrechtliche Anerkennung. Bereits nach wenigen Jahren war der Orden in ganz Frankreich verbreitet.
JohannaFranziskaFremyotdeChantal01.jpg "Man kann wohl nicht größeren Verstand mit tieferer Demut vereint sehen", sagte Franz von Sales über Johanna Franziska von Chantal. "Sie ist einfach und innig wie ein Kind, verbindet aber damit eine ernste und erhabene Urteilskraft. Sie ist eine große Seele, die für heilige Unternehmungen einen Mut beweist, der sonst ihrem Geschlecht nicht zu eigen ist".
Nachdem der heilige Franz von Sales 1622 verstorben war, trieb Johanna den Ausbau des Ordens alleine voran. Am Ende ihres Lebens hatte sie 87 Klöster gegründet.
1629 brach in Annecy und Umgebung die Pest aus. Im Gegensatz zu vielen anderen zog sie es vor, die Stadt nicht zu verlassen, sondern sich aufopferungsvoll der Kranken und Sterbenden zu widmen.
Während einer Visitationsreise im Jahr 1641 erkrankte Johanna Franziska im Kloster von Moulins an Lungenentzündung, verbunden mit einer Rippenfellentzündung, und starb am 13. Dezember des gleichen Jahres. Ihr Leichnam wurde in das Mutterhaus des Ordens nach Annecy überführt und dort in der Heimsuchungskirche neben ihrem Ordensmitbegründer beigesetzt. Auch heute noch birgt die Basilika die Reliquienschreine der beiden Heiligen.
Heiliger | Frau | Ordensgründer | Geboren 1572 | Gestorben 1641 | Salesianerinnen
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