Der Dominikanermönch Johann Tetzel (* 1465 in Pirna; † 11. August 1519 in Leipzig) war ab 1504 Ablassprediger in verschiedenen deutschen Ländern.
Tetzel trat 1489 in das Dominikanerkloster St. Pauli ein. Ab 1504 betrieb er Ablasshandel. 1517 ernannte ihn Erzbischof Albrecht von Brandenburg zum Subkommisar für den Ablasshandel der Kirchen-Provinz Magdeburg.
Die Hälfte der Einnahmen diente dem Bau des Petersdoms in Rom, während die andere sich der Erzbischof Albrecht (Brandenburg) und der Ablassprediger teilten. Der Bischof benötigte die Einkünfte, um seine gegenüber den Fuggern aufgelaufenen Schulden abzuzahlen. Ein Teil dieser Schulden war entstanden, weil ihm der Papst – gegen das Kirchenrecht – zusätzlich zu dem Bischofssitz von Mainz auch den von Magdeburg verkauft hatte. Sinnigerweise standen Vertreter der Fugger bei Tetzels Verkaufsaktionen gleich neben dem Klingelbeutel, um den Anteil des Bankhauses zu sichern.
Tetzel wirkte zwar in Magdeburg, doch kamen zu ihm auch die Wittenberger Bürger, um sich statt durch echte Buße durch Geld von ihren Sünden zu befreien. Martin Luther, Beichtvater vieler Wittenberger, bemerkte dies mit Bitterkeit. Er prangerte den seiner Meinung nach schändlichen Ablasshandel an, da dieser seine Vorstellung von einem sündigen Menschen, der sich wegen schlimmer Taten einem Leben der Demut unterwirft, geradezu verhöhnte. Die 95 Thesen, die er als Reaktion darauf in Wittenberg veröffentlicht haben soll, waren Ausdruck der Reformation. Kurz vor Tetzels Tod schickte Luther ihm einen Trostbrief.
Tetzel soll seine Ablassbriefe auch in Küblingen in der dortigen Wallfahrtskirche St. Marien verkauft haben. Im nahegelegenen Elm, einem Höhenzug knapp 20 Kilometer östlich von Braunschweig, soll laut einer Sage 1518 unter dem Tetzelstein ein Ablassprediger begraben worden sein.
Dominikaner | Pirna | Deutscher | Mann | Geboren 1465 | Gestorben 1519
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