John_duke_of_burgundy.jpg Johann Ohnefurcht oder der Unerschrockene (Jean Sanspeur) (* 28. Mai 1371 in Dijon; † 10. September 1419 in Montereau-faut-Yonne) war Herzog von Burgund (Haus Burgund), Sohn Philipps des Kühnen.
Johann ist in Flandern aufgewachsen und sprach die flämische Sprache. Er wird als klein von Gestalt und von unbeholfenem, mürrischem Wesen, aber auch als mutig und tapfer sowie ernst, bedachtsam und vorsichtig beschrieben. Zu Lebzeiten seines Vaters führte er den Titel Graf von Nevers. Er führte ab 1391 das französischen Heer in den Kreuzzug gegen die Türken, in welchem sie dem König Siegmund von Ungarn zur Hilfe kamen, und geriet in der Schlacht von Nikopolis am 25. September 1396 in die türkische Gefangenschaft des Türken Lamorabahy. Durch Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 200.000 Dukaten konnte er freigekauft werden.
Nach dem Tod seines Vaters, des Herzogs Philipps des Kühnen, folgte er diesem 1404 als Herzog von Burgund. Wie bereits sein Vater übernahm er die Regentschaft für den geistesgestörten französischen König Karl VI., geriet dabei aber in Opposition zu seinem Vetter, dem Herzog Ludwig von Orléans, dem Bruder des Königs, der von Verschwendungssucht geprägt war. Nachdem dieser ihn bis aufs äußerste gereizt hatte, ließ er ihn 1407 in Paris ermorden und bekam damit die Leitung der französischen Staatsgeschäfte sowie die Erziehung des Dauphin in seine Hand. Der Vertrag von Chârtres 1409 führte zu einer einstweiligen Versöhnung mit der Familie der Orléans.
Allerdings entbrannte der Kampf bereits 1410 erneut und entwickelte sich zu einem generellen Streit, ob in Frankreich Franzosen oder Burgunder die Macht in Händen hielten.
Die französische Partei wurde inzwischen von den Armagnacs unter Führung von Bernhard von Armagnac übernommen. Nachdem diese die von den Burgundern unterstützten Cabochiens (Handwerkerzünfte) in Paris 1413 niedergeschlagen hatten, trat Johann 1415 mit Heinrich V. von England in Verbindung und bemächtigte sich 1418 erneut der Hauptstadt. Nachdem er vom Dauphin Karl VII. zu einer Unterredung auf der Yonnebrücke bei Montereau gelockt worden war, wurde er hier am 10. September 1419 von dessen Begleiter Tanneguy Duchâtel hinterrücks ermordet.
Sein Nachfolger als Herzog von Burgund wurde sein ältester Sohn Philipp.
Johann Ohnefurcht heiratete 1385 in der Doppelhochzeit von Cambrai Margarete (1363–1433), Tochter des Wittelsbachers Albrecht I., Herzog von Straubing-Holland.
Johann soll auch "Gambrivius" genannt worden sein. Er soll das historische Vorbild für die Figur des Schutzheiligen des Bieres, Gambrinus, gewesen sein und das gehopfte Malzbier erfunden haben.
Herzog (Burgund) | Haus Burgund | Mann | Geboren 1371 | Gestorben 1419
Joan I de Borgonya | John II, Duke of Burgundy | Juan I de Borgoña | Jean Ier de Bourgogne | Jan sûnder Eangst | ז'אן הראשון דוכס בורגונדיה | Giovanni di Borgogna | Jan zonder Vrees | 约翰 (勃艮第公爵)
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