Johann Nepomuk Hummel (* 14. November 1778 in Preßburg (heute Bratislava), Österreich-Ungarn; † 17. Oktober 1837 in Weimar) war ein Komponist und Pianist. Seine Musik stellt den Übergang von der klassischen zur romantischen Ära dar. Sein Vater Josef Hummel war Direktor der Kaiserlichen Militärmusikschule und Dirigent des Theaterorchesters.
1804 folgte er Joseph Haydn auf dessen Empfehlung als Kapellmeister beim Fürsten Esterházy, wo er sieben Jahre blieb, bis er (wegen Untätigkeit) entlassen wurde. Es folgte eine Tournee durch Russland und Westeuropa. 1813 heiratete er die Opernsängerin Elisabeth Röckel (Salieri war einer seiner Trauzeugen). 1816 bis 1818 war er Hofkapellmeister in Stuttgart und seit 1819 an der Staatskapelle Weimar. Hummel galt als bedeutendster Pianist seiner Zeit und in dieser Eigenschaft als schärfster Konkurrent von Beethoven, dem er bis zu dessen Tod in krisenanfälliger Freundschaft verbunden war. Nachruhm erwarb er sich als Durchsetzer des Copyright, indem er die weitgehende Ächtung der zuvor branchenüblichen Raubdrucke erwirkte.
Die moderne Klaviermusik beeinflusste er auch dadurch, dass er Carl Czerny unterrichtete, der wiederum der Lehrer von Franz Liszt war. Hummels Einfluss ist auch in den frühen Werken von Frédéric Chopin und Robert Schumann erkennbar. Er war das große Vorbild Franz Liszts, der ebenso wie Schumann vergeblich sein Schüler zu werden versuchte und später mit Benefizkonzerten wesentlich die Errichtung des Hummel-Denkmals in Bratislava durchsetzte.
Bemerkenswert sind die 4 Klavierkonzerte, Op.44 in a-moll, Op.85 in a-moll, Op. 89 in b-Moll, Op.110 und besonders das selten aufgeführte Op. posthum, von dem nur eine (nun vergriffene) LP erschien. Unter Hummels Werken für Klavier solo übten besonders die Sonate op.81 in fis-Moll und die Fantasie op.18 in Es-Dur großen Einfluß auf die Zeitgenossen (unter ihnen Beethoven, Schumann und Schubert) aus. Er schrieb auch kammermusikalische Werke für Bläser und Streicher. Nach dem Vorbild eines seiner Quintette (eine Eigenbearbeitung des Septetts op.74) orderte der Auftraggeber Schuberts Forellenquintett in der ungewöhnlichen Besetzung mit Kontrabaß.
Außergewöhnlich an diesem zu unrecht halbvergessenen, wunderbaren Komponisten ist der Zeitbogen, den seine 50 Schaffensjahre überspannen. Dies lässt sich gut an Hummels Kompositionen für die Flöte verfolgen. Die frühen Werke ähneln denen seines Lehrers Mozart, die mittleren (Op. um Nr.50) sind frühromantisch. Die späteren Werke gehören bei aller romantische Tiefe dem Virtuosentum wie bei Chopin und Paganini, dazu als gute Beispiele die Klavierkonzerte Opus 85 und 89, die perfekt komponierte Höhepunkte ihrer Zeit sind. Gegen Lebensende verblaßte sein Ruhm zu Unrecht vor der neuen Generation. Er starb als einer der ersten reichen Komponisten der Musikgeschichte unter Hinterlassung von umgerechnet 6.750.000 Euro in bar.
Bis auf seine letzten Lebensjahre genoss er viel Anerkennung, was ihm einen großen Einfluss auf die Welt der Töne verlieh. Als Lehrer von Carl Czerny prägte er langfristig die Entwicklung von Klaviermusik und Klavierspiel. Hummel selbst publizierte 1828 die Ausführliche theoretisch-practische Anweisung zum Piano-Forte-Spiel. 1832 unterrichtete er Adolf von Henselt.
Von besonderer Bedeutung ist Hummels Trompetenkonzert (Konzert E-Dur für Trompete und Orchester), dessen erster Satz ein Standard-Pflichtstück für Aufnahmeprüfungen und Orchestervorspiele ist.
Österreichischer Komponist | Deutscher | Freimaurer (18. Jh.) | Freimaurer (19. Jh.) | Mann | Geboren 1778 | Gestorben 1837
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