JM Schleyer 1888.jpg Johann Martin Schleyer (* 18. Juli 1831 in Oberlauda; † 16. August 1912 in Konstanz) war ein katholischer Priester, Lyriker und Philanthrop. Er erfand um 1880 die Plansprache Volapük.
Der 1977 von der RAF ermordete Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer war der Urenkel seines Bruders.
Johann Martin Schleyer blieb während seines ganzen Berufslebens ein einfacher Dorfpfarrer . Erst während seiner Zeit als Pensionär wurde er von Papst Leo XIII. zum Prälaten ernannt.
2001 konstituierte sich ein internationales Komitee für die Seligsprechung. Der Pfarrer von Villingen schlug dem Erzbischof von Freiburg die beiden Freiburger Diözesanpriester Johann Martin Schleyer und Max Josef Metzger zur Seligsprechung vor. Metzger, ein engagierter Esperantist, wurde 1944 hingerichtet, da er Vorschläge für einen Neuanfang nach der deutschen Niederlage machte.
Seine Plansprache Volapük schuf er nach einer schlaflosen Nacht am 31. März des Jahres 1879, die er - wie folgt - beschreibt:
Vorausgegangen waren seine Arbeiten an einem Weltalphabet, das für alle Sprachen einheitlich sein sollte. Anlass für dieses Projekt wiederum war die Klage eines Bauern, der ihm erzählte, dass die Briefe an seinen, in die USA ausgewanderten Sohn, nicht ausgeliefert wurden, da niemand seine Schrift lesen konnte. Dies war für ihn besonders schlimm, weil er auf finanzielle Unterstützung durch seinen Sohn angewiesen war. In jener Nacht sprach Gott im Traum zu ihm und schlug ihm vor, er solle doch statt eines Weltalphabets doch gleich eine Welthilfssprache schaffen.
Volapük war die erste Plansprache, die international eine große Anhängerschaft hatte, auch wenn sie nicht leicht zu sprechen war. Sein Haus in der Konstanzer Schottenstraße bezeichntete er als "Weltsprache-Zentralbüro" und von dort aus verschickte er sein "Weltspracheblatt" (bis 1908), Lehr- und Wörterbücher, religiöse Lyrik und gesammelte Lebensweisheiten in alle Welt.
Neben seiner Begabung für Fremdsprachen war Schleyer auch noch ein talentierter Musiker. Er spielte 16 verschiedene Musikinstrumente und verdiente sich während seiner Studienzeit etwas Geld durch Organistendienste und Musikunterricht hinzu. Zu seinem 50. Geburtstag erhielt er von Mitarbeitern seiner Zeitschrift Sionsharfe eine goldene Harfe.
Johann Martin Schleyer trat mit eigenen Dichtungen hervor, die ihm eine gewisse Bekanntheit einbrachten und einen Platz in zeitgenössischen Literaturgeschichten und Anthologien sicherten:
In seiner Litzelstetter Zeit gab er die Monatsschrift "Sionsharfe - Zeitschrift für katholische Poesie" (1876-1884) heraus. Der Großteil des Inhalts stammte von ihm selbst, denn Schleyer betätigte sich auch als Dichter.
Auch an Schleyers ehemaligem Konstanzer Wohnhaus in der Schottenstraße 37, wo von 1889 bis 1912 das „Weltsprache-Zentralbüro“ seinen Sitz hatte, findet sich eine Gedenktafel.
Nach Johann Martin Schleyer wurde in Lauda das Gymnasium benannt (Martin-Schleyer-Gymnasium Lauda).
Mann | Polyglott | Geboren 1831 | Gestorben 1912
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