Johann Künzle (* 3. September 1857 in St. Gallen; † 9. Januar 1945 in Zizers) war ein Schweizer, katholischer Pfarrer, Publizist und ein Wegbereiter der modernen Phytotherapie. Er ist neben Sebastian Kneipp der wohl bekannteste Kräuterpfarrer und ein Förderer der Alternativmedizin sowie der Pflanzenheilkunde.
Er war Herausgeber der beliebten Volkskalender, der Monatszeitschrift "Salvia" (für "giftfreie Kräuterheilkunde"), verfasste das "Grosse Kräuterheilbuch" und viele weitere Publikationen. Auch zog er einen Kräuterhandel auf und hielt Vorträge zur Anwendung der stark umstrittenen Phytomedizin. Im Jahre 1913 förderte er in Wangs (bei Bad Ragaz) den Kur-Tourismus, gründete einen Kräutermarkt. Da es seinen Bemühungen zugeschrieben wird, dass 1918, als die Spanische Grippe weltweit wütet, keine einzige Person der Gemeinde stirbt, wird ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen.
Aufgrund seiner zweifelhaften medizinischen Ansichten z. B. in Bezug auf die Heilung der Zuckerkrankeit wurde er durch seinen Bischof 1920 nach Zizers (Graubünden) zwangsversetzt.
Dort wirkte er bis an sein Lebensende erfolgreich als Unternehmer und Publizist - immer jedoch im Dienste der katholischen Kirche stehend. Das Buch "Chrut und Uchrut" wurde millionenfach in mehrere Sprachen übersetzt und zählt heute noch für seine Anhänger zu den Standardwerken der Phytomedizin.
Mann | Schweizer | Alternativmediziner | Geboren 1857 | Gestorben 1945
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