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Johann Josef Loschmidt (* 15. März 1821 in Putschirn (heute Počerny, Tschechien) bei Karlsbad (Karlovy Vary); † 8. Juli 1895 in Wien) war ein österreichischer Physiker und Chemiker.
Er gehörte zu jenen großen Persönlichkeiten, welche im 19. Jahrhundert viel zur Grundlagenforschung im Bereich der Chemie und Physik beigetragen haben und die heute außerhalb von Fachkreisen nahezu vergessen sind.
Leben
Loschmidt wurde als Kind armer Bauern geboren. Auf Anraten des Priesters Adalbert Czech erhielt er eine Ausbildung, die ihn
1837 nach
Prag führte, wo er
1839 auch auf die deutschsprachige Universität ging.
1841 ging er dann nach Wien, wo er
1846 in Physik und Chemie vom Polytechnischen Institut graduierte. Nachdem es ihm nicht gelang, eine wissenschaftliche Stelle zu finden, arbeitete er zuerst in einer Papierfabrik, bevor er eine eigene Firma zur Herstellung von
Kaliumnitrat in Wien gründete. Diese Firma ging aber bankrott, worauf er ab
1856 als Lehrer bei einer Wiener Realschule arbeitete.
1866 erhielt er eine Anstellung an der Universität Wien, wo er bereits
1868 Assistenzprofessor wurde, bevor er von
1872 bis
1891 Professor für
physikalische Chemie war.
Im Alter von 66 Jahren heiratete Loschmidt seine Haushälterin. Kurze Zeit darauf wurde Loschmidts einziges Kind geboren, das allerdings noch im Kindesalter verstarb.
Leistungen
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Er forschte auf den Gebieten der
Thermodynamik,
Elektrodynamik und
Optik und über Kristallformen.
1856 bestimmte er zum ersten Mal die Größe der Luftmoleküle,
1861 die Konstitution des
Benzols.
1865 war er in der Lage, erstmals auf gaskinetischer Grundlage die später nach ihm benannte
Loschmidt-Zahl zu berechnen, die vor allem international auch als
Avogadrozahl bezeichnet wird. Er ermittelte die Zusammensetzung von
Ozon. Loschmidt vermutete auch erstmals, dass es in Kohlenstoffverbindungen ringförmige Anordnungen gebe, und entwickelte die Darstellung von Doppel- und Dreifachbindungen durch entsprechende Verbindungsstriche.
Wegen seiner Leistungen wurde ihm die Mitgliedschaft der Wiener Akademie der Wissenschaften verliehen.
1995 gab die österreichische Postverwaltung anlässlich des 100. Todestages von Josef Loschmidt eine Sonderpostmarke mit Nennwert ATS 20.- heraus.
Werke
- Zur Größe der Luftmoleküle
- Chemische Studien, Constitutions-Formeln der organischen Chemie in graphischer Darstellung, 1861
Literatur
- Peter M. Schuster: From Curiosity to Passion. Loschmidt's Route from Philosophy to Natural Science. In: Wilhelm Fleischhacker, T. Schönfeld (Hrsg.): Pioneering Ideas for the Physical and Chemical Sciences. Proceedings of the Josef Loschmidt symposium, held June 25 - 27, 1995, in Vienna, Austria. Plenum Press, New York 1997, ISBN 0-306-45684-2
- Peter M. Schuster: Schöpfungswoche Tag zwei - Joseph Loschmidt zur Huldigung. Living Edition, Pöllauberg 2004, ISBN 3-901585-04-4 (Poem, mit Federzeichnungen von Helmut Krumpel, sowie Zeittafel, Liste der publizierten Abhandlungen Loschmidts und Bibliographie)
Weblinks
Chemiker (19. Jh.) | Physiker (19. Jh.) | Mann | Geboren 1821 | Gestorben 1895 | Altösterreicher
Johann Josef Loschmidt | Johann Josef Loschmidt