Johann Casimir (* 12. Juni 1564 in Gotha; † 16. Juli 1633 in Coburg) war Herzog von Sachsen-Coburg. Er stammte aus der Familie der ernestinischen Wettiner. Coburg-Herzog-Casimir.jpg
Coburg-Stadthaus1.jpg Unter Johann Casimir gab es eine kulturelle Blüte der Residenzstadt Coburg mit einer regen Bautätigkeit. Die Bauwerke können bis heute besichtigt werden. So wurde das Stadtschloss zu einem Renaissanceschloss umgebaut, die Veste Coburg zur Landesfestung ausgebaut und das Zeughaus sowie das Regierungsgebäude am Marktplatz errichtet. In der Morizkirche ließ er seinen Eltern 1598 ein zwölf Meter hohes Alabaster-Grabmal setzen, das zu den schönsten Renaissanceepitaphen in Deutschland gezählt wird. Daneben gründete er das Gymnasium Casimirianum, erweiterte die Schlossbibliothek um die geerbten Buchbestände und engagierte 1603 den Komponisten Melchior Franck als Hofkapellmeister.
Politisch gelang es Johann Casimir die Reichsritterschaft seiner Herrschaft zu unterwerfen, in dem er diesen die Gerichtsbarkeit auf ihren Landgütern zusicherte. Er erließ eine Kirchenordnung für die lutherische Landeskirche mit dem Herzog als summus episcopus, die später von vielen Thüringischen Staaten übernommen wurde. Als eigene oberste Behörden für die Justiz und die Kirche errichtete er in Coburg 1589 ein Hofgericht (Sondergericht für Adlige), einen Appellationsrat, einen Schöppenstuhl (Gerichtshof) und 1593 ein Konsistorium, nachdem diese zuvor, auch zuständig für Sachsen-Weimar, in Jena angesiedelt waren. Vor allem errichtete er aber als Kern Coburger Staatlichkeit einen Verwaltungsapparat, der über seinen Tod hinweg lange bestand und viele politische Umwälzungen überlebte. Es gelang Herzog Casimir bis 1629 im Dreißigjährigen Krieg neutral zu bleiben. Nach seinem Beitritt zum schwedischen Bündnis erfolgte 1632 durch kaiserliche und bayerische Truppen unter Wallenstein die Besetzung Coburgs und erfolglose Belagerung der Veste. Herzog Johann Casimir floh rechtzeitig nach Thüringen.
Während seiner Herrschaft hatten die Hexenprozesse und -verbrennungen in Coburg ihren Höhepunkt. 1593 erfolgte wegen Ehebruch die Scheidung Herzog Johann Casimirs von seiner ersten Ehefrau, die er anschließend bis zu ihrem Tode im Jahr 1613 auf der Veste gefangen hielt (siehe auch Coburger Taler). 1599 heiratete er Margarethe, Tochter des [[Wilhelm der Jüngere (Braunschweig-Lüneburg)| Herzogs Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg]]. 1633 starb Johann Casimir kinderlos, sein Erbe fiel an den Bruder Johann Ernst von Sachsen-Eisenach.
Mann | Deutscher | Herzog (Sachsen-Coburg) | Geboren 1564 | Gestorben 1633
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"Johann Casimir (Sachsen-Coburg)".
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