Joachim-Ernst Berendt (* 20. Juli 1922 in Berlin; † 4. Februar 2000 in Hamburg) war ein deutscher Musikjournalist und -autor und Publizist mit dem Spezialgebiet Jazz. Er war fast vierzig Jahre lang Redakteur beim früheren Südwestfunk in Baden-Baden und damit der dienstälteste Jazzredakteur der Welt. Mit der wöchentlichen Fernsehsendung Jazztime Baden-Baden und einem damals noch täglich gesendeten Hörfunkprogramm mit Jazz leistete er eine unschätzbar wertvolle Pionierarbeit zur Förderung und Verbreitung von Jazz im Nachkriegsdeutschland.
Sein Vater war evangelischer Pfarrer und gehörte zur "Bekennenden Kirche", er starb im KZ Dachau. J.-E. Berendt begann ein Physikstudium, das durch die Einberufung in die Wehrmacht unterbrochen wurde. Schon während des "3. Reiches" interessierte er sich für den damals verbotenen Jazz. Nach dem Krieg gehörte er zu den Mitbegründern des Südwestfunks (SWF). Dort leitete er von 1950 bis zu seiner Pensionierung 1987 die Jazzredaktion des SWF. 1952 erschien erstmalig "Das Jazzbuch" (Fischer Taschenbuch), das zu dem in viele Sprachen übersetzten Standardwerk zum Thema Jazz wurde und bis heute immer wieder in aktualisierten Neuauflagen erscheint. Später beschäftigte er sich auch mit Weltmusik und gehörte auch hier zu den frühen Förderern.
Berendt war Gründer und Leiter vieler Jazzfestivals (American Folk and Blues Festival, Jazzfest Berlin, World Expo Osaka) und Produzent zahlreicher Schallplatten und betreute auch Jazz & Lyrik-Produktionen redaktionell. Er bekam u.a. den Kritikerpreis des Deutschen Fernsehens, den Polnischen Kulturpreis und zweimal den Bundesfilmpreis. Auch international genoss er höchstes Ansehen. 1983 veröffentlichte er "Nada-Brahma - die Welt ist Klang" und "Das dritte Ohr. Vom Hören der Welt (rororo)". In diesen Büchern beschäftigt er sich allgemein mit dem "Hören", das heißt z.B. mit medizinischen, historischen, physikalischen, kulturellen, philosophischen und esoterischen Aspekten.
Diese Hinwendung zur Esoterik ist von manchen seiner Leser bedauert worden.
Berendt starb am 4. Februar 2000 im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Autounfalls, in den er als Fußgänger verwickelt war. Berendts Sammlung an Schallplatten, Büchern, Zeitschriften, Fotos u.v.m. befindet sich im Archiv des Jazzinstituts Darmstadt.
Der us-amerikanische Musiker Ry Cooder benannte seinen Sohn nach Joachim-Ernst Berendt Joachim.
Mann | Deutscher | Jazz | Fernsehjournalist | Hörfunkjournalist | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Musikkritik | Sachliteratur | Geboren 1922 | Gestorben 2000 i
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