Joachim-Sandrart-1.jpg | Joachim von Sandrart 001.jpg Joachim von Sandrart d.Ä. (* 12. Mai 1606 in Frankfurt am Main; † 14. Oktober 1688 in Nürnberg) war Maler, Kupferstecher und Kunsthistoriker.
Der Nürnberger Kupferstecher und Kunsthändler Jacob von Sandrart war sein Neffe.
1635 kehrte Sandrart nach Frankfurt am Main zurück und wohnte dort zwei Jahre. 1637 ging er nach Amsterdam und ließ sich dort bis 1645 nieder. Er fand Eingang in die wichtigsten Gesellschaftskreise und verkehrte dort als geachter Kunstkenner, Kaufmann und Maler. Für Maximilian I. von Bayern schuf Sandrart dort die Zwölf Monate und die allegorische Darstellung Tag und Nacht, für dessen Galerie zu Schleißheim. Nach dem Tod seines Schwiegervaters 1645, erbte Sandrart das Schloss Stockau bei Ingolstadt. Er kam aus den Niederlanden zurück und ließ sich auf seinem Erbsitz nieder.
1649 ging Sandrart wieder nach Nürnberg, da er sich dort eine bessere Auftragslage versprach. Er malte hauptsächlich die dort anwesenden Gesandten. Sein bedeutendstes Werk aus jener Zeit ist die Darstellung Das große Friedensmahl, welches das am 25. September 1649 stattgefundene Diner des Pfalzgraf Karl Gustav mit den kaiserlichen und schwedischen Kommissaren und den Reichsständen zeigt. 1653 wurde Sandrart mit dem Titel Pfalz-Neuburgischer Rat geadelt. Nachdem er in Wien Kaiser Ferdinand III., dessen Gemahlin, sowie den römischen König Ferdinand IV. und den Erzherzog Leopold portraitiert hatte, wurde er aus Dank in den österreichischen Adelstand erhoben. Als weitere Ehre wurde er 1676 durch Herzog August von Sachsen-Weißenfels in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Der Herzog verlieh ihm den Gesellschaftsnamen der Gemeinnützige und das Motto ragt weit hervor. Als Emblem wurde ihm die rote Tanne zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Sandrarts Eintrag unter der Nr. 836.
Sandrart besaß weniger ursprüngliche Kraft als Talent für Nachbildung. In süddeutschen und österreichischen Galerien und Kirchen findet man noch einige Werke von ihm. Größeren Verdienst als Künstler hat sich Sandrart durch seine Schriften erworben.
Seine beiden kunsttheoretischen und kunsthistorischen Hauptwerke, die Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild und Malereikünste (1675 und 1679) und Iconologia Deorum (1680) entstanden in Zusammenarbeit mit dem bekannten Nürnberger Dichter Sigmund von Birken, der die Textvorlagen Sandrarts überarbeitete und mit zahlreichen Gedichten ergänzte. Sie gelten als die ersten theoretischen Schriften zur Kunst in deutscher Sprache.
1681 ließ Sandrart Albrecht Dürers Grab auf dem Johanniskirchhof in Nürnberg renovieren.
Kunsthistoriker | Kunstliteratur | Deutscher Maler | Deutscher | Mann | Geboren 1606 | Gestorben 1688 | Fruchtbringende Gesellschaft
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