João Bernardo Vieira *, genannt Nino (* 27. April 1939 in Bissau) war von 1980 bis 1999 Präsident von Guinea-Bissau und wieder seit dem 1. Oktober 2005.
Nach Verabschiedung einer neuen Verfassung wurde Parlamentspräsidentin Carmen Pereira am 14. Mai 1984 für zwei Tage Staatsoberhaupt bevor Vieira diese Position am 16. Mai, nunmehr als gewählter Staats- und Regierungschef in seiner Funktion als Vorsitzender des fünfzehnköpfigen Staatsrates, wieder einnahm. Die Liste der Einheitspartei PAIGC hatte im April 1984 96% der Stimmen erhalten.
1991 setzte in Guinea-Bissau eine Demokratisierung ein und es wurden neue Parteien zugelassen. War seine Wiederwahl 1989 reine Formsache musste er sich 1994 erstmals einer demokratischen Wahl stellen. Dabei erreichte er im ersten Wahlgang am 3. Juli 1994 46,2% der Stimmen und siegte am 7. August 1994 mit 52,02% gegen den 1989 aus der PAIGC ausgeschlossenen Kumba Ialá von der Partido para a Renovação Social (PRS). Bei den Parlamentswahlen, die ebenfalls am 3. Juli stattfanden und seit der Ankündigung freier Wahlen 1991 mehrfach verschoben wurden, konnte die PAIGC die Mehrheit erringen.
Im Juni 1998 begann nach der Suspendierung des Stabschefs des Militärs, General Ansumané Mané, auf Grund illegaler Waffengeschäfte am 10. Mai 1998, ein Militärputsch, der aber mit Hilfe senegalesischer und guineischer Truppen niedergeschlagen werden konnte. Im August wurde in Praia ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, dass bis Mitte Oktober hielt, und nach erneuten Kämpfen wurde im November von Vieira und Mané in Abuja ein Friedensvertrag unterzeichnet. Zur Sicherung des Abkommens wurde eine Friedenstruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS entsandt. Im Dezember wurde mit Francisco Fadul ein Vertrauter Manés von Vieiras Gegnern zum neuen Premierminister nominiert. Da sich Vieira und Fadul nicht auf über die Zusammensetzung der Regierung einigen konnten zog sich die Regierungsbildung bis Februar 1999 hin. Nachdem Guinea und Senegal im März ihre Truppen zurückgezogen hatte verlor Vieira rasch die Kontrolle, seit Ende Januar war es wieder zu Gefechten gekommen. Am 6. Mai kapitulierten Vieiras Truppen, er selber floh zunächst in die französische, dann in die portugiesische Botschaft. Die neue Führung erlaubte ihm im Juni nach Portugal ins Exil zu gehen, wo er Asyl erhielt.
Im ersten Wahlgang erreichte er am 19. Juni 2005 als unabhängiger Kandidat den zweiten Platz nach dem Bewerber der PAIGC Malam Bacai Sanhá und vor Ialá. Am 24. Juli siegte er im zweiten Wahlgang mit 52,35% gegen Sanhá und trat am 1. Oktober 2005 das Amt als Nachfolger von Henrique Pereira Rosa. Im zweiten Wahlgang wurde er von Ialá, nicht aber von dessen Partei PRS unterstützt. Ein Problem war sein gespanntes Verhältnis zum seit 2004 amtierenden Premierminister Carlos Gomes Júnior, der seinen Parteifreund Sanhá unterstützte. Nach dem ersten Treffen seit der Wahl erklärten sich beide zu einer Cohabitation bereit. Am 29. Oktober 2005 gab Vieira nach erneuten Konflikten die Entlassung von Gomes und seiner Regierung bekannt. Aristides Gomes, einer der 14 Parlamentarier, die im Oktober die 45-köpfige PAIGC-Fraktion verlassen haben und der Vieira im Wahlkampf unterstützte wurde am 2. November 2005 zum Nachfolger bestimmt und sofort vereidigt. Im Parlament sind Vieira und Aristides Gomes auf Ialás PRS angewiesen, die an der neuen Regierung beteiligt ist.
Mann | Staatsoberhaupt | Guinea-Bissauer | Politiker (Guinea-Bissau) | Militärperson (Guinea-Bissau) | Geboren 1939
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