Das Winterlied Jingle Bells, zu deutsch etwa Klingt (ihr) Glöckchen (gemeint sind die Schellen am Pferde-Geschirr), wurde zwischen 1850 und 1857 vom amerikanischen Komponisten James Lord Pierpont (1822-1893) (oft fälschlicherweise James S. Pierpont) unter dem Titel "One-Horse Open Sleigh" (dt. Offener einspänniger Pferdeschlitten) komponiert und 1857 bei Oliver Ditson & Co. (Boston) publiziert. Zwei Jahre später, 1859 wurde das Lied erneut veröffentlicht, diesmal unter dem bis heute bekannten Namen "Jingle Bells, or The One Horse Open Sleigh". Das Lied war ursprünglich kein Weihnachtslied, weshalb das Weihnachtsfest selbst in dem Lied nicht erwähnt wird, sondern ein Lied über Pferdeschlittenrennen von Jugendlichen. Jingle Bells ist das einzige amerikanische Weihnachtslied, das vor dem Sezessionskrieg komponiert wurde. James Lord Pierpont war der Onkel des Milliardärs John Pierpont Morgan. In Deutschland hat es 1968 eine Version des Liedes von Roy Black mit dem Titel Ein kleiner weißer Schneemann zu größerer Berühmtheit gebracht.
Geschichte
Zur Entstehungsgeschichte gibt es verschiedene Varianten, da es bisher nicht als gesichert gilt, wo Pierpont das Lied komponierte. Die zwei Orte
Savannah (Georgia) und
Medfort (
Massachusetts, nahe Boston) beanspruchen den Ort der Entstehung jeweils für sich.
- Medfort:
An einem Tag im Jahr
1851 besuchte James Pierpont Mrs Otis Watermann in Medfort, die ihn in ihrem Haus auf dem einzigen Klavier der Stadt spielen ließ, das ihrem Nachbarn William Webber gehörte. O. Watermann war die Besitzerin der Seccomb Boardinghouse (Pension) und späteren Simpson Taverne. Infolge dieses Treffens entwickelte sich die Geschichte, dass Pierpont das Lied in einer Taverne geschrieben hat. Nachdem er ihr das Lied vorgespielt hatte, befand Otis Watermann das Stück als "very merry little jingle", was Pierpont zum späteren Titel inspiriert haben soll. Pierpont schrieb sogleich den Text über den "one-horse open sleigh" den
offenen einspännigen Pferdeschlitten, in welchem junge Männer auf der eine Meile langen schneebedeckten Strecke (Salem Street) zwischen Medfort und Malden Squares um die Wette fuhren. Über diesen Besuch berichtete Stella Howe, die Großnichte von Mary Gleason Watermann, die das Seccomb Boardinghouse weiterführte, 1946 dem
The Boston Globe. Ace Collins, der Autor des 2001 erschienen Buches "Stories Behind the Best-Loved Songs of Christmas" fand einen Bericht in einer Zeitung aus
Neu England aus den frühen 1840ern über die Uraufführung von "One Horse Open Sleigh" während eines Thanksgiving Gottesdienstes in Medford. Das Lied wurde von der Gemeinde so gut aufgenommen, dass die vortragenden Kinder zur Weihnachtsmesse erneut gebeten wurden, das Lied zu singen - seit dieser Zeit gilt das Stück als Weihnachtslied
- Savannah:
Erst 1969 bezweifelte Milton Rahn, ein
Unitarier aus Savannah, die Medforter Version. Als
1857 auf das Lied das Copyright vergeben wurde, arbeitete James Pierpont als Organist und Chorleiter an der unitarischen Kirche in
Savannah (Georgia), an der sein älterer Bruder John Pierpont als Pastor tätig war. James Pierpont heiratete kurz vor der Vergabe des Copyrights seine zweite Frau, die Tochter des Bürgermeisters von Savannah, Eliza Jane Purse. Das Haus, von dem angenommen wird, dass das Lied dort komponiert wurde, befindet sich in der Nähe der Oglethorpe Street und Whitaker Street. Es wird angenommen, dass Pierpont das Lied ursprünglich für den Gottesdienst zum Thanksgiving-Tag (vierter Donnerstag im November) komponierte und an der Sonntagsschule an der er unterrichtete (Boston oder Savannah) mit den Kinder einstudierte. Die etwa 40 Kinder lernten die muntere Melodie und den eingängigen Text fast augenblicklich auswendig.
Das Lied wurde von der Gemeinde so gut aufgenommen, dass die vortragenden Kinder zur Weihnachtsmesse erneut gebeten wurden das Lied zu singen - seit dieser Zeit gilt das Stück als Weihnachtslied. 1985 errichtete die Stadt Savannah ein "Jingle Bells" Hinweisschild gegenüber der Kirche, und der damalige Bürgermeister John Rousakis erklärte das Lied zu einem "Savannah song". Zwischen Rousakis und dem Medforter Bürgermeister Michael McGlynn entspann sich 1989 ein wenig freundlicher Briefwechsel.
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Jingle Bells - Die Originalfassung
Dashing through the snow in a one-horse open sleigh,
over the fields we go, laughing all the way.
Bells on bobtail ring, making spirits bright
what fun it is to ride and sing a sleighing song tonight.
Jingle bells, jingle bells, jingle all the way.
O, what fun it is to ride in a one-horse open sleigh.
Jingle bells, jingle bells, jingle all the way.
O, what fun it is to ride in a one-horse open sleigh.
A day or two ago I thought I'd take a ride,
and soon Miss Fannie Bright was seated by my side.
The horse was lean and lank, misfortune seemed his lot,
he got into a drifted bank and we, we got upsot.
Jingle bells, jingle bells, jingle all the way...
Now the ground is white, go it while you're young,
Take the girls tonight and sing this sleighing song.
Just get a bobtailed bay, two-forty for his speed,
Then hitch him to an open sleigh, and crack! You'll take the lead.
Jingle bells, jingle bells, jingle all the way...
Die deutsche Version: (Autor unbekannt)
Jingle bells, Jingle bells, klingt's durch Eis und Schnee.
Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt dort von der Höh'.
Jingle bells, Jingle bells, es ist wie ein Traum.
Bald schon brennt das Lichtlein hell bei uns am Weihnachtsbaum.
Wenn die Winterwinde weh'n, wenn die Tage schnell vergeh'n,
wenn im Schranke ganz geheimnisvoll, die bunten Päckchen steh'n,
dann beginnt die schöne Zeit, auf jeder sich schon freut.
Und die Menschen seh'n so freundlich aus und singen weit und breit
Jingle bells, Jingle bells, klingt's durch Eis und Schnee.
Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt dort von der Höh'.
Jingle bells, Jingle bells, es ist wie ein Traum.
Bald schon brennt das Lichtlein hell bei uns am Weihnachtsbaum.
Literatur
- Ace Collins, Stories Behind the Best-Loved Songs of Christmas, Zondervan Publishing House, 2001, ISBN 0310239265
- Albert J. Menendez, Shirley C. Menendez , Christmas Songs Made in America: Favorite Holiday Melodies and the Stories of Their Origins, Cumberland House Publishing, 1999, ISBN 1581820461
Weblinks
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