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Jiàn () ist das gerade, zweischneidige chinesische Schwert.

Der bisweilen verwendete Begriff Danjian oder Darn Jian () bezeichnet im Chinesischen die Anwendung von einem einzelnen Schwert im Gegensatz zum paarweisen Gebrauch von Schwertern.

Das chinesische Schwert ist in zahlreichen Wushu-Stilen gebräuchlich. Besonders bekannt ist die Schwerttechnik des Taijiquan und aus den Wudang-Bergen.

Das Jian ist flexibel in der Klinge, wobei die Flexibilität stark variieren kann, von bis zu 180° Biegbarkeit bis zu fast völlig steif. Die Schwertformen des Taijiquan sind die Hauptanwendung, klassisch wurde es jedoch als Waffe in den chinesischen Armeen benutzt, als Prunk- und Seitenwaffe von Offizieren (Wu Jian), sowie als Selbstverteidigungswaffe wohlhabender Zivilpersonen (Wen Jian). Die Schmiedeformen sind ebenso vielfältig wie die Gestaltung der Griffe, des Heftes und der Parierstangen, welche beim Jian keine wesentliche Bedeutung haben und deshalb meistens eher als Schmuckstücke ausgeführt sind. Das Darn Jian wird klassisch mit einer Pommel getragen, welche einerseits zur Feintarierung des Schwerpunktes dient, andererseits aber auch beim Üben ein hilfreiches Messinstrument für die Korrektheit der Bewegungen ist. Eine oder zwei "Blutrinnen" sind bei Jian der Ming Dynastie anzutreffen, dienten aber der Gewichtsersparnis. In der Qing-Dynastie hat sich die glatte Diamantform durchgesetzt, dabei bildet die Klinge ein vom Griff zur Spitze dünner und etwas schlanker werdendes Prisma, mit einer Stärke von ca. 6mm am Griffende bis knapp unter 2mm etwa ein Zoll vor der Spitze.

Das Jian wird meistens in einer soliden Scheide transportiert. Sinn dessen ist es zum einen die wertvolle Waffe zu schützen, aber die Scheide dient auch als Ersatz für ein zweites Schwert oder einen Kurzstock, um in anspruchsvolleren Situationen beidhändig kämpfen zu können. Daher begründen sich die zum Teil aufwändigeren Konstruktionen vor allem älterer Scheiden, Metalle dienen in Kombination mit Holz und Leder der Stabilisierung. Moderne Waffen werden oftmals in Metallscheiden geliefert, wodurch die Scheiden sowohl solide, als auch leicht gebaut werden können.

Verzierungen und Inschriften auf Klinge, Griff und Scheide haben verschiedenste Bedeutungen und Ursprünge. Es gibt religiöse wie philosophische und spirituelle Hintergründe oder einfach Schmuckzwecke und persönliche Widmungen.

Die Maße der Waffe sind bei preiswerten Sportwaffen mehr oder weniger standardisiert auf um die 70-90 cm Länge und für Sportzwecke auf ein Gewicht um 600-900 g, leichte Trainingswaffen liegen bei 250 - 300 g (Aluminium). Daneben gibt es relativ schwere Waffen zwischen 1,2 bis 2 kg, dabei handelt es sich dann aber um zweihändige, sehr lange Ausführungen die nicht mehr zu den Wu oder Wen Jian zu zählen sind. Wu Jians, die "Kriegsvariante", sind dicker geschmiedet, dann aber kürzer, und schulden ihre Grösse der Anwendung als Offiziers-Seitenwaffe im Nahkampf. Das "Gelehrtenschwert", das Wen Jian, ist dünner, länger und eleganter, und ist eine Selbstverteidigungs- und Zierwaffe, die im Kriegseinsatz gegen Ende der Ming-Dynastie und danach in der Qing-Dynastie nicht mehr anzutreffen war, sie wurden vollständig von diversen Varianten von Säbeln (Dao) verdrängt. Sehr schwere Jian sind typischerweise entweder Übungswaffen gewesen, eher entstammen sie aber der Zeit gegen Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Produktion von "Jahrmarktswaffen" für Touristen und Dekorationswaffen für Einheimische begann. Dazu ist zu sagen daß Scott Roddell, ein anerkannter amerikanischer Schwertexperte, Antiquitätenhändler, und Betreiber des bekanntesten Forums für Waffenschmiedekunst swordforum.com, alle funktionalen Schwerter vermessen hat die ihm auf seinen Museums- und Auktionsbesuchen in die Hände fielen. Nahezu alle Jian, ob Wu oder Wen Jian, lagen zwischen 650 und 750 Gramm, und hatten einen Balancepunkt von ca. 6 Zoll vor dem Griff, waren also eher ausgewogen als ausgeprägt grifflastig. Falls man ein kopflastiges Exemplar antrifft, handelt es sich ausnahmslos um eines der erwähnten "Jahrmarktsexemplare". Es gibt eine ganze Industrie in China, die sich mit dem Herstellen falscher Antiquitäten befasst, und leider scheint es sich einzubürgern, solche oft bei eBay als original gehandelten Exemplare als Maß für authentische Waffen zu betrachten.

Hat man die Waffenkunst irgendwann bis zu einer gewissen Meisterschaft gebracht, braucht es ein individuell passendes Schwert. Die Details muss der Meister (Schüler) selbst herausfinden, als Faustregel gilt: Länge so, dass die Waffe auf dem Boden stehend bis zum Bauchnabel (Dantian) reicht oder so, dass sie, in Startposition hinter dem Arm gehalten, das Ohrläppchen gerade so berührt. Das Gewicht entscheidet sich nach der individuellen Art und Interpretation der Schwertformen: je schwerer die Waffe, um so intensiver geht sie ihren eigenen Weg, die Bewegungen sind relativ weit, ausladend, rund, harmonisch und nicht sehr stark akzentuiert, wie es in vielen Schulen gefordert wird. Grund dafür ist, dass ein einmal in Bewegung befindlicher Schwerpunkt den Gesetzen der Physik folgt und die Umlenkung oder das Abstoppen der bewegten Masse Kraft (und Qi) kostet. Da aber der energetische Fluss im spirituellen wie im physikalischen Sinne gleichermaßen kontinuierlich sein soll, wird die akzentuierte Bewegung mit schweren Waffen anstrengender als mit den schnellen, leichten Sportwaffen.

Hieb- und Stichwaffe

Jian | Jian | Jian

 

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