Jean-Paul Belmondo (* 9. April 1933 in Neuilly-sur-Seine) ist ein französischer Film- und Theaterschauspieler. Belmondo ist als einer der Action-Stars des europäischen Kinos zwischen 1965 und 1985, aber auch als einer der wichtigsten Filmschauspieler der Nouvelle Vague bekannt geworden. Seit den 1990er Jahren arbeitet er vor allem als Theaterschauspieler.
1959 besetzt Jean-Luc Godard die Hauptrolle seines Films „Außer Atem“ (A bout de souffle“) mit Belmondo, durch den Belmondo zum Star wird. 1959 heiratet er Renée „Elodie“ Constant. Aus der Ehe, die bis 1966 hält, gehen drei Kinder hervor, Patricia, Florence und Paul. Seine älteste Tochter Patricia starb 1994 bei einem Brand.
1963 bis 1966 ist Belmondo Vorsitzender der Interessenvertretung der französischen Schauspieler. Erst 1987 nimmt er (ab 1992 in eigenem Theater) seine Theaterarbeit wieder auf und tritt in Komödien, aber auch klassischen Tragödien auf. 2001 erleidet Belmondo einen Schlaganfall, von dem er sich aber rasch wieder erholt. „Bebél“, wie Belmondo in seinem Heimatland liebevoll genannt wird, zählt zu den wichtigsten Größen des französischen Jetsets.
Bekannt wird Jean-Paul-Belmondo aber vor allem wegen seiner Rollen in Schlüsselfilmen der Nouvelle Vague.
In „A bout de souffle“ von Jean-Luc Godard (1959) spielt Belmondo den kleinen Gangster Michel Poiccard, der unbekümmert in den Tag hineinlebt, obwohl ihm die Polizei auf den Fersen ist, nachdem er einen Polizisten erschossen hat. Die amerikanische Studentin Patricia (Jean Seberg), die er liebt, verrät ihn, und er wird erschossen. Michel kopiert bewusst Figuren aus amerikanischen Gangsterfilmen (Humphrey Bogart) und schafft sich seine eigene Realität, in der er keinen Versuch macht, dem Tod auszuweichen, der zum Mythos dazugehört.
Mit großer Sicherheit spielt Belmondo in diesem und anderen Filmen der Nouvelle Vague den Typus des jungen, zynischen, desillusionierten Mannes, der zeigt, dass es nichts mehr zu lernen gibt und der seine eigenen Träume hat.
An den Erfolg von „Außer Atem“ anknüpfen konnte Belmondo mit dem surrealistischen Roadmovie „Elf Uhr nachts“ ("Pierrot le fou“, 1965), ebenfalls von Jean-Luc Godard. In diesem vielleicht schönsten Liebesfilm der Nouvelle Vague hilft Ferdinand „Pierrot le Fou“ (Belmondo) seiner Ex-Freundin Marianne (Godards Frau Anna Karina), eine Leiche zu beseitigen. Gemeinsam fahren sie in den Süden, um ihr Glück auf einer einsamen Insel zu finden, bis Ferdinand entdeckt, dass Mariannes vorgeblicher Bruder ihr Geliebter ist. Er erschießt beide und sprengt sich in einer berühmt gewordenen Szene, das Gesicht mit blauer Farbe bemalt, mit Dynamit in die Luft.
1965 markiert einen Wendepunkt in Belmondos Karriere. In diesem Jahr kommt Philippe de Brocas „Abenteuer in Rio“ („L'Homme de Rio) in die Kinos, in dem Belmondo zum ersten Mal den Draufgänger spielt, der in wilden Verfolgungsjagden und großangelegten Actionszenen mit für die damalige Zeit perfekten (und meist ungedoubelten) Stunts, mit coolen Sprüchen und großkalibrigen Revolvern seine Feinde erledigt. Dieses Muster hat Belmondo unter einer Vielzahl von Regisseuren bis in die achtziger Jahre in unzähligen Filmen variiert, die sich in der Qualität durchaus voneinander unterscheiden. Zu den bekanntesten zählen „Der Teufel mit der weißen Weste“, „Der Greifer“, Angst über der Stadt“, „Der Körper meines Feindes“ oder „Das Superhirn“. Höhepunkt und Abschluss dieser Filme bildet „Der Profi“ (1981), an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten, mit dem das französische Kino noch einmal dem sich abzeichnenden Monopol amerikanischer Actionfilme die Stirn bieten konnte.
Die Action-Filme erspielen Belmondo ein weltweites und sehr breites Publikum, was ihn nicht daran hindert, gelegentlich Hauptrollen auch in anspruchsvollen Produktionen zu übernehmen, so in „Stavisky“ von Alain Resnais (1973), „Hundert und eine Nacht“ von Agnes Varda oder „Les Miserables“ (1995) von Claude Lelouch.
In den letzten Jahren ist Jean-Paul Belmondo fast ausschließlich als Theaterschauspieler aufgetreten.
(Alain Resnais in einem Interview mit La Stampa)
Mann | Franzose | Schauspieler | Filmschauspieler | Geboren 1933
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