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Jean Sibelius (* 8. Dezember 1865 in Hämeenlinna; † 20. September 1957 in Järvenpää bei Helsinki; eigentlich Johan Julius Christian Sibelius) war ein finnischer Komponist am Übergang von Spätromantik zur Moderne.

Leben


Sibelius studierte u. a. bei dem deutschstämmigen Musikprofessor, Komponisten und Sammler finnischer Volkslieder Richard Faltin und vor allem bei dem in Deutschland ausgebildeten Martin Wegelius, der 1882 das Musikinstitut in Helsinki gegründet hatte. Von 1889 bis 1891 studierte Sibelius in Berlin bei Albert Becker und in Wien bei Karl Goldmark und Robert Fuchs; zeitlebens wichtig blieb die Bruckner-Rezeption der Wiener Jahre.

1891 kehrte er von seinen Studienaufenthalten zurück und arbeitete zunächst in Helsinki als Musiklehrer an der Universität. Die Etablierung als freischaffender Komponist erfolgte erst Jahre später, nachdem er durch eine Staatsrente finanzielle Unabhängigkeit erlangte.

Er komponierte u. a. Sinfonische Dichtungen, Orchestersuiten, 7 Sinfonien, ein Violinkonzert, Kammermusik, Chorwerke und eine nicht vollendete Oper.

Sibelius gilt als der bedeutendste Komponist Finnlands und ist der einzige, der über die Grenzen seiner Heimat hinaus berühmt wurde. Bei uns ist er vor allem durch seine Symphonischen Dichtungen bekannt, in denen er Themen aus der finnischen Sagenwelt und Mythologie verarbeitet, wie z. B. aus dem Nationalepos Kalevala. Von großer Bedeutung sind aber auch seine Sinfonien, in denen er, anfänglich noch von Spätromantik und finnischer Volksmusik beeinflusst, zu seinem eigenen orchestralen Stil findet. Dieser Stil zeichnet sich aus durch klare Durchsichtigkeit trotz hoher musikalischer Dichte, herbe Schroffheit, eigenwillige Rhythmik und melodisches Pathos. Bereits Ende der 20er Jahre beendete Sibelius sein kompositorisches Schaffen, über 30 Jahre vor seinem Tod. Seine letzten Werke (op. 113 und op. 114, komponiert um 1929) sind eine freimaurerische Ritualmusik für die Loge in Helsinki, der er seit 1922 angehörte, sowie Cinq Esquisses für Klavier.

Nach ihm ist die Sibelius-Akademie in Helsinki benannt.

Werke


  • frühe Kammermusikwerke, u.a. mehrere Klaviertrios (1883-88) zwei Streichquartette (1885, 1889) und ein Klavierquintett (1890)
  • Streichquartett op. 4 in B-Dur (1890)
  • Kullervo, Symphonie für Sopran, Bariton, Chor und Orchester Op. 7 (1892)
  • En Saga, Symphonische Dichtung op. 9 (1892)
  • Karelia, Suite für Orchester (1893)
  • Skogsrået (The Woodnymph/ Die Waldnymphe), Symphonische Dichtung für Orchester op. 15 (1894)
  • 4 Legenden (oder Lemminkäinen Suite), Symphonische Dichtungen für Orchester (daraus Der Schwan von Tuonela) Op. 22 (1893/1895)
  • Die Jungfrau im Turm, Oper (1896)
  • King Kristian (König Christian), Suite aus der Bühnenmusik für Orchester op. 27 (1898)
  • Finlandia, Symphonische Dichtung für Orchester op. 26 (1899). Der Choralteil (gegen Schluss) wird auch gesungen, in Finnland hat er nationalistische Wörter und in Amerika ist er ein Kirchenlied. Merkwürdigerweise wurde er auch unter dem Titel „Land of the Rising Sun“ zur Nationalhymne des kurzlebigen westafrikanischen Staates Biafra.
  • Snöfrid für Sprecherin, Chor und Orchester op. 29 (1899)
  • Valse Triste aus Kuolema für Orchester op. 44 (1904)
  • Pelleas und Melisande, Suite aus der Bühnenmusik für Orchester op. 46 (1905)
  • Konzert für Violine und Orchester op. 47 (1903/1905)
  • Pohjolan tytär (Pohjolas Tochter), Symphonische Dichtung für Orchester op. 49 (1906)
  • Svanevit (Schwanweiß), Suite aus der Bühnenmusik für Orchester op. 54 (1908)
  • Öinen ratsastus ja auringonnousu (Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang), Symphonische Dichtung für Orchester op. 55 (1909)
  • (4.) Streichquartett, Voces intimae op. 56 (1909)
  • Barden (Der Barde) Symphonische Dichtung für Orchester op. 64 (1913/1914)
  • Luonnotar, Symphonische Dichtung für Sopran und Orchester op. 70 (1913)
  • Aallottaret (Die Okeaniden), Symphonische Dichtung für Orchester op. 73 (1914)
  • Stormen (Der Sturm), Zwei Suiten aus der Bühnenmusik für Orchester op. 109 (1925)
  • Tapiola, symphonische Dichtung für Orchester op. 112 (1926)

  • Außerdem viele Lieder und Klavierstücke

Sinfonien

Weblinks


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