Jean-baptiste lamarck2.jpg Jean-Baptiste Pierre Antoine de Monet, Chevalier de Lamarck (* 1. August 1744 in Bazentin-le-Petit; † 28. Dezember 1829 in Paris) war nicht nur einer der bedeutenden Biologen am Anfang des 19. Jahrhunderts, er prägte auch den Begriff Biologie.
Als im Zuge der französischen Revolution das königliche naturgeschichtliche Kabinett geschlossen worden war, trat Lamarck bei der Nationalversammlung energisch für ein großes Museum der Naturgeschichte ein. Die eher zufällig zusammengewürfelten Naturalienkabinette sollten durch methodisch und didaktisch geordnete Sammlungen ersetzt werden. Als 1793 der Jardin des Plantes (später das Musée d'Histoire Naturelle) entstand, wurde er dort nach Jahren der botanischen Arbeit Kurator für wirbellose Tiere (ein weiterer Begriff, den er prägte, ebenso wie die Tierklassen Annelida, Arachnida, Crustacea, Infusoria und Tunicata). Er begann eine Serie von öffentlichen Vorlesungen.
Es folgten umfangreiche Abhandlungen, in denen er versuchte, der verwirrenden Vielfalt der empirischen Ergebnisse entgegenzuwirken, indem er Physik, Chemie, Geologie, Klimakunde und Biologie unter einem einheitlichen Aspekt darstellte. In einer dieser Schriften, Hydrogéologie (1802), stellte er eine Erdgeschichte vor, deren Kennzeichen eine Reihe von Überflutungen durch ein globales Meer ist; zu jeder von diesen gehörten nach seiner Auffassung organische Sedimente, die die Kontinente langsam anwachsen ließen. Bemerkenswert an dieser Arbeit war Lamarcks Vorstellung von der zeitlichen Ausdehnung geologischer Prozesse. Er dachte nicht mehr nur - wie seine Zeitgenossen - in wenigen Jahrzehntausenden: „Zeit ist bedeutungslos und stellt für die Natur kein Hindernis dar, denn die Zeit steht ihr immer zur Verfügung...“. Auch diese Schrift wurde in der Öffentlichkeit wie in der Fachwelt nicht beachtet; der alte Herr entwickelte sich in den folgenden Jahren zum Außenseiter und verbitterten Einzelgänger.
Seine Professur behielt er bis 1818. Er starb - erblindet und mittellos - in Paris.
Vor 1800 war er der Ansicht gewesen, dass die Arten konstant seien. Nach Arbeiten über die fossilen Weichtiere des Pariser Beckens kam er jedoch zu der Überzeugung, dass es über lange Zeit gesehen eine Veränderung von Arten gab. Er sah vor sich eine lange 'Stufenfolge von Lebensformen, von den einfachsten hin zu den komplexesten. Die Komplexität werde angeregt durch externe Impulse (Umwelteinflüsse) sowie durch feine „Fluida“ und beruhe auf dem Verhältnis von physischer Energie und der Organisation des Lebens. Daraus resultierende Überlegungen veröffentlichte er 1809 in seinem Buch Philosophie Zoologique: "Da sich jede Art in … Harmonie mit ihrer Umgebung befinden muss und da sich diese Umgebung ständig ändert, muss eine Art, wenn sie in … Ausgewogenheit mit ihrer Umgebung bleiben will, gleichfalls einen stetigen Wandel durchmachen. Täte sie das nicht, geriete sie in Gefahr, auszusterben."
Seine Theorie beruhte auf zwei „Beobachtungen“, die von vielen Wissenschaftlern seiner Zeit akzeptiert wurden:
Beispiele dafür sind nach Lamarck der Giraffenhals und die Muskelentwicklung. Er meinte, Giraffen streckten ihren Hals, wodurch er länger werde. Dies sei z.B. durch eine Umweltveränderung wie eine Dürre nötig, da es Futter nur noch auf hohen Bäumen gebe. Dieser längere Hals werde an die Nachkommen vererbt.
Ein Schmied bekommt stärkere Arme durch seine Arbeit. Dies - so meinte Lamarck - vererbt er an seine Söhne. Nach dieser Theorie können sich individuell erworbene Eigenschaften der Organismen auf ganze (neue) Gattungen vererben.
Lamarck sah die Entwicklung als teleologisch (auf ein Ziel gerichtet an), ein Hauptangriffspunkt für seine späteren Kritiker. Den inneren Motor, der die Lebewesen zur Übung treibt, nennt er "Vervollkommnungstrieb". Daraus ergibt sich als weiteres Kennzeichen des Lamarckismus die aktive Rolle, die die Organismen selbst in der Entwicklungsgeschichte spielen (während nach der späteren Lehre Charles Darwins die Anpassung zufallsgesteuert ist).
Schema:
Umweltveränderung -> Bedürfnis -> Übung/Nicht-Gebrauch -> Vervollkommnung/Verkümmerung -> Weitergabe der erworbenen Eigenschaft an die Nachkommen, wenn beide Elternteile das Merkmal aufzeigen -> Bedürfnis -> Übung/Nicht-Gebrauch ...
Ein erklärter Gegner der Evolutionstheorie von Lamarck war der einflussreiche Naturforscher Georges Cuvier. Er glaubte, dass größere Veränderungen im Artenbestand allein auf Katastrophen zurückzuführen seien.
Zur Prüfung von Lamarcks Thesen wurden experimentelle Befunde herangezogen. Gleichwohl waren dies keine Beweise gegen Lamarck, denn Lamarck bezog sich nur auf natürliche Veränderungen. Durch die Entdeckung der Vererbungsgesetze und Darwins Evolutionstheorie galten Lamarcks Thesen jedoch bereits in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts als überholt.
Trotz erheblicher Mängel, insbesondere unbewiesener Behauptungen, war seine Theorie ein bedeutender Durchbruch des Evolutionismus. Heute wird sie vermehrt wieder aufgegriffen und darin nach möglichen Mechanismen zur Vererbung erworbener Eigenschaften gesucht.
Lamarck war wohl nicht der Begründer der Abstammungslehre, wohl aber hat er als ihr Vorläufer entscheidende Ideen formuliert und mit seinem Eintreten für wissenschaftlich organisierte Naturmuseen die Voraussetzungen für systematische Forschung geschaffen.
Mann | Franzose | Biologe | Botaniker | Zoologe | Evolutionsbiologe | Geboren 1744 | Gestorben 1829
Jean Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste de Lamarck | ז'אן-בטיסט דה לאמארק | Jean-Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste de Lamarck | ジャン=バティスト・ラマルク | Žanas-Baptistas Lamarkas | Jean-Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste de Lamarck | Jean-Baptiste de Lamarck | Jean Baptiste de Lamarck | Jean-Baptiste Lamarck | Jean-Baptiste de Lamarck | Ламарк, Жан Батист | Jean-Baptiste de Lamarck | Jean-Baptiste Lamarck | 拉马克
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Jean-Baptiste de Lamarck".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world