Singles
Entstanden ist das Lied bereits 1967. Gainsbourg – der in den 1960er Jahren als Frauenheld galt – schrieb das Lied als Duett für Brigitte Bardot und nahm es zusammen mit ihr auf. Obwohl sie zwei Alben zusammen aufnahmen, verhinderte Bardot die Veröffentlichung dieses Liedes. Erst 1986 gab sie es zur Veröffentlichung frei.
1969 folgte der zweite Anlauf mit Gainsbourgs damaliger Partnerin und späteren Ehefrau Jane Birkin. In dem Lied haucht Birkin zu einer eingängigen, sanften Hammond-Orgel-Melodie ein zärtliches „Je t'aime“ (ich liebe dich), das im Verlauf des Liedes immer mehr zu einem Luststöhnen wird. Ebenso unverblümt und provokant ist der Text. Gainsbourg singt „Comme la vague irrésolue je vais, je vais et je viens entre tes reins“ („Wie die ziellose Welle komme ich, ich komme und gehe zwischen deinen Lenden“) mit sanftem Drängen und Birkin wiederholt es noch einmal in hoher, erregter Stimme.
Das Lied wurde einerseits sofort zu einem Kultsong und andererseits zu einem handfesten Skandal. Zum einen passte es genau in die Zeit der freien Liebe, der Softpornos und Aufklärungsfilme à la Hausfrauen-Report und wurde von der aufgeschlossenen jungen Generation sofort angenommen. Zum anderen wurde das Lied in vielen Ländern von den Radiostationen boykottiert – was die Popularität nur noch steigerte – und von wertkonservativen Institutionen so sehr bekämpft, dass der Protest des Vatikans sogar zur kurzzeitigen Verhaftung des Verantwortlichen der Plattenfirma führte. Das Lied wurde zu einem Millionenseller. In Großbritannien erreichte es trotz BBC-Boykotts Platz 1. Auch in der Schweiz führte das Lied die Charts an, und in Deutschland erreichte es Platz 3.
Dabei ist das Lied von Serge Gainsbourg zwar provokant, aber keineswegs ernst gemeint. Der Titel „Je t'aime ... moi non plus“ („Ich liebe dich ... ich dich nicht weniger“) spielt jedoch immerhin auf die Liebesbeteuerung beim Geschlechtsakt an. Das Lied entstand in einem engen Aufnahmestudio unter heftigem, dirigierendem „Gefuchtel“ von Gainsbourg und keineswegs unter „realen Bedingungen“, was Gainsbourg auch ironisch bestätigte: „Dann wäre keine Single, sondern eine Langspielplatte dabei herausgekommen.“
Dass aber die Melodie Hit-Qualitäten hat, beweisen die zahlreichen Instrumentalaufnahmen, die von diesem Titel existieren. Aber es gab auch die unterschiedlichsten gesungenen Cover-Versionen des Titels, mal nahe am Original, mal als Spaß-Version wie bei Judge Dread im Reggae-Stil mit banalem Geplauder. Und die Liste der Interpreten reicht von den 70ern bis heute: Paul Mauriat, die Einstürzenden Neubauten, Hot Butter, Donna Summer, Heiner Lauterbach & Sabine von Maydell, Malcolm McLaren, Judge Dread, die Pet Shop Boys, Nick Cave mit Anita Lane, Mick Harvey mit Anita Lane, Core22, Sven Väth feat. Miss Kittin, die Böhsen Onkelz, Big Bud und Züri West.
Eine Instrumentalversion von „Je t'aime“ war auch die Erkennungsmelodie der Erotiksendung „Wa(h)re Liebe“ mit Lilo Wanders.
Für das Duo Jane Birkin und Serge Gainsbourg war das Lied der einzige internationale Erfolg, wobei auch noch der nachfolgende Décadanse recht bekannt ist, in den Hitparaden aber bedeutungslos blieb. Gainsbourg hatte aber noch weitere internationale Erfolge als Autor für andere französische Künstler. So schrieb er unter anderem Hits wie Comment te dire adieu für Françoise Hardy und den Grand-Prix-Gewinner Poupée de cire, poupée de son für France Gall.
Jane Birkin war weiterhin vorwiegend als Schauspielerin tätig, z. B. 1976 in dem nach dem Lied benannten Film Je t'aime, der ebenfalls von Gainsbourg stammte.
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"Je t’aime… moi non plus".
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