JavaLocatie-1-.png Java, veraltend auch Jawa, ist eine der vier Hauptinseln der Republik Indonesien (neben Sumatra, Kalimantan und Sulawesi, zusammen Große Sunda-Inseln).
Java hat etwa 127 Millionen Einwohner (Stand 2004), mehr als jede andere Insel der Erde. Mit fast 1000 Einwohnern je km² ist die Bevölkerungsdichte eine der höchsten der Welt. Auf Java befindet sich die Hauptstadt der Inselrepublik Indonesien, Jakarta, mit über zehn Millionen Einwohnern. Jakarta dehnt sich in der Fläche immer weiter aus und wächst mit den Nachbarstädten Bogor, Tangerang und Bekasi zusammen, wofür inzwischen der Kunstbegriff „Jabotabek“, zusammengesetzt aus den Anfangssilben der Namen der vier Städte, gebräuchlich wurde.
Die Insel ist außerordentlich fruchtbar. Im Westen finden sich noch kleinere Dschungelflächen, während es nach Osten zu allmählich trockener wird. Freie Flächen sind weitgehend kultiviert, wobei von Kaffee über Tabak und Mais zahlreiche Ackerbauprodukte gewonnen werden. Beherrschend aber ist der Reisanbau mit großen Feldern und Reisterrassen.
Neben den zu beobachtenden unterschiedlichsten Erscheinungsformen der Natur (Dschungel, Savannen, Mangrovensümpfen, einer Reihe teils noch aktiver Vulkane und Kraterseen), zeugen zahlreiche Tempelanlagen auf Java von einer wechselvollen Kulturgeschichte vor der Kolonialzeit. Die bedeutendsten sind der buddhistische Tempel von Borobudur sowie der hinduistische Tempel von Prambanan.
Administrativ ist Java in die Provinzen Banten, Jawa Barat (Westjava), Jawa Tengah (Mitteljava), Jawa Timur (Ostjava) und das autonome Fürstentum Yogyakarta unterteilt. Die Stadt Jakarta untersteht unmittelbar der Zentralregierung.
Städte auf Java:
Java, selbst fast zur Gänze vulkanischen Ursprungs, ist Teil des so genannten pazifischen Feuerrings, des Vulkangürtels, der den gesamten pazifischen Ozean umgibt. Auf der Insel gibt es 38 teils erloschene, teils noch aktive Vulkane; in ganz Indonesien beläuft sich die Zahl der aktiven Vulkane auf etwa 130.
Zu den bekanntesten Vulkanen der Insel zählen der Bromo (2329 m) und der Merapi (ca. 2985 m), der als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt gilt.
Neben Vulkanismus kommt es auf Grund der geologischen Gegebenheiten auch häufig zu Erdbeben. Das letzte schwere Beben mit der Stärke 6,3 auf der Momenten-Magnituden-Skala ereignete sich am 27. Mai 2006 um 5.54 Uhr Ortszeit. Das Hypozentrum lag nach Angaben des USGS etwa 25 km südsüdwestlich der Stadt Yogyakarta in einer Tiefe von circa 10 km. Das Hauptbeben, gefolgt von mehr als 1000 Nachbeben bis zu einer Stärke von 5,2, kostete nach Angaben der UNO vom 5. Juni 2006 annähernd 5.800 Menschen das Leben, bis zu 57.800 wurden verletzt, mehr als 130.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt und bis zu 650.000 Menschen obdachlos. Am schwersten betroffen war die Stadt Bantul, wo allein etwa 2.400 Menschen starben und vier Fünftel der Gebäude zerstört wurden. Schwer beschädigt wurde auch die Tempelanlage Prambanan, die vorerst für Besucher geschlossen wurde. Der nahe gelegene Vulkan Merapi, der in den Wochen zuvor bereits verstärkt Aktivitäten gezeigt hatte, stieß kurz nach dem ersten Beben eine rund 3,5 km hohe Wolke aus Gasen und Asche aus. In den weiteren Tagen nach dem Beben verstärkte sich seine Aktivität noch weiter um mindestens das Doppelte.
Anfang des 15. Jahrhunderts kamen moslemische Händler aus dem indischen Gudjarat auf die Insel und eine Konversion zum Islam begann.
Gleichzeitig mit der Durchsetzung der Kolonialherrschaft breitete sich auch der Islam auf Java aus. Popularität gewann er vor allem, weil er von vielen Einheimischen als Gegengewicht zur Kultur der Europäer verstanden wurde. Auf der anderen Seite unternahmen die Niederländer kaum christliche Missionierungsversuche.
Die Niederländer setzten Chinesen als Händler und Steuereintreiber ein, wodurch diese sich bei der einheimischen Bevölkerung unbeliebt machten. Auch zwischen Niederländern und Chinesen wuchsen die Spannungen, weil die Kolonialherren die unkontrollierte Zuwanderung aus China zunehmend als Gefahr betrachteten. 1740 wurden tausende Chinesen in einem Pogrom in Batavia umgebracht.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm der niederländische Staat die direkte Kontrolle über die Kolonie, ohne die VOC als Zwischeninstanz, und verstärkte in Zusammenarbeit mit dem javanesischen Adel die wirtschaftliche Ausbeutung der Landbevölkerung.
1825-1830 kam es zu einem Volksaufstand gegen die Holländer wegen einer neuen Abgabe, die die Einheimischen auf die Reisernte entrichten mussten. Den Kämpfen fielen über 200.000 Javaner und 8.000 Europäer zum Opfer.
1830 wurde das sogenannte cultuurstelsel eingeführt. Statt Pacht zu zahlen, sollten die Bauern nunmehr ein Fünftel ihres Bodens zur Verfügung stellen, um auf diesem Land von der Regierung bestimmte Gewächse anzubauen. Zu diesem System gehörte auch, dass sie ihre Arbeitskraft 66 Tage im Jahr zugunsten der Regierung einsetzten. In der Praxis gingen die Belastungen für die Bauern häufig weit über die offiziellen Vorgaben hinaus. Die Waren wurden nach Europa verschifft und dort gewinnbringend verkauft. Dieses System kritisierte der niederländische Schriftsteller und ehemalige Kolonialbeamte Eduard Douwes Dekker in seinem 1860 unter dem Pseudonym Multatuli veröffentlichten Buch Max Havelaar.
Wie auf Sumatra (90 %) stellen Muslime auch in Java die Bevölkerungsmehrheit. Java wurde im 15. und 16. Jahrhundert islamisiert, so dass heute rund 91 % der Javaner Muslime sind.
Um 1815 schickten die Niederlande erstmals christliche Missionare nach Java. In der Folge traten viele Chinesen zum Christentum über, ebenso einige wenige Javaner, die noch nicht islamisiert waren.
Im Süden von Zentraljava gibt es einige christliche Gemeinden, die jedoch zum Großteil von Angehörigen der chinesischen Minderheit bewohnt sind.
Auch in Java gibt es Konflikte zwischen Muslimen und der christlichen Minderheit. 58 % der muslimischen Javaner bezeichnen sich als Abangan, d.h. sie verstehen die Scharia symbolisch-mystisch, nicht als unmittelbar gültiges Gesetz.
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