Jastrzębie Zdrój * (deutsch Bad Königsdorff-Jastrzemb) ist eine oberschlesische Stadt im Süden Polens. Sie liegt rund 100 km westlich von Krakau sowie etwa 30 km nordöstlich von Ostrava in unmittelbarer Nähe der tschechischen Grenze.
Die Stadt befindet 45 km südwestlich von Kattowitz im oberschlesischen Hügelland an den Bächen Jastrzębianka und Szotkówka, die der Olsa zufließen. Das Stadtgebiet grenzt im Südwesten an die tschechische Stadt Petrovice u Karviné an, zu deren Ortsteil Dolní Marlovice in der südlichen Nachbargemeinde Marklowice Górne ein Grenzübergang besteht.
Jastrzemb blieb ein unbedeutendes Dorf, bis 1859 bei Untersuchungen nach Salz- und Steinkohlenlagerstätten dort heilkräftige Sole mit Iod-, Brom- und Kohlensäuregehalt erbohrt wurden. Der damalige Besitzer des Rittergutes Nieder Jastrzemb, Emil Freiherr von Schlieben, errichtete ein Rheumabad. Wegen der Wirksamkeit des Mineralwassers ließ Graf von Königsdorff, der das Gut 1861 erworden hatte, zwischen 1861 und 1862 zwei Kurhäuser und weitere Badeanlagen zur Behandlung von Rheumatismus Skrofulose, Gicht, Rachitis und Leberkrankheiten erbauen und Bad Jastrzemb wurde Kurort. 1862 erfolgte die Umbenennung des Dorfes Nieder Jastrzemb in Königsdorff-Jastrzemb. 1890 wurde der Berliner Bankier Landau neuer Besitzer, er errichtete 1891 die Kinderheilstätte Marienheim. 1895 kaufte der polnische Arzt Mikołai Witczak das Gut Königsdorff-Jastrzemb und führte moderne Kurverfahren ein. In seiner Zeit entstanden der Bau der Herz-Jesu-Kirche, eine Konzertmuschel und ein Trinkhaus.
Mit der 1922 erfolgten Übergabe Ostoberschlesien wurden das Gut Königsdorff-Jastrzemb und die zugehörigen Dörfer polnisch. 1928 eröffnete ein Sanatorium und das Bad Königsdorf-Jastrzemb war zu einem der bekanntesten europäischen Kurbäder geworden. Nach der deutschen Besetzung wurde Jastrzemb 1939 Teil des deutschen Reiches.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Ort zu Polen zurück und wurde dem neu gebildeten Powiat Wodzisławski zugeordnet. 1951 wurden geologische Untersuchungen der Gegend um Jastrzebie und Moszczenica aufgenommen, bei denen umfangreiche Fettkohlelagerstätten aufgefunden wurden. 1955 erhielt der Kurort den Status einer stadtartigen Siedlung. Zwischen 1962 und 1974 nahmen fünf Steinkohlenbergwerke den Betrieb auf, dies waren die Grube Jastrzębie im Jahre 1962, 1965 die Grube Moszczenica, 1969 die Manifest Lipcowy, 1971 die Borynia und 1974 die Pniówek. Durch den Bergbau veränderte sich der Ort, der 1963 das Stadtrecht erhielt, vom ruhigen Kurort zu einer Wohnstadt für Bergarbeiter, deren Einwohnerzahl sprunghaft anstieg. In der gleichen Zeit erfolgte die Eingemeindung der umliegenden Dörfer, noch im Jahre 1961 betrug die Gemeindefläche lediglich 8,36 km².
Der Kurbetrieb wurde zwar bis in die 1960er Jahre weiter geführt, jedoch ging die Zahl der Kurgäste immer mehr zurück und die Kuranlagen verkamen. In Folge des Abteufens weiterer Gruben kam es zum Versiegen der Heilquellen und damit zum Ende des Kurortes.
Am 3. September 1980 kam es während der Streiks in Polen auf der Grube Manifest Lipcowy zum Abschluss der Vereinbarung von Jastrzębie, die nach den zuvor in Gdańsk und Szczecin geschlossenen Abkommen ein wichtiger Schritt der Solidarność-Bewegung im Kampf um Demokratie und Unabhängigkeit gegen das kommunistische Regime war.
Heute stehen in der Stadt die Gruben Jas-Mos (aus den Zechen Jastrzebie und Moszczenica konsolidiert), Borynia und Zofiówka (ehemals Manifest Lipcowy) in Betrieb.
Jastrzębie Zdrój ist Sitz einer Zweigstelle der Schlesischen Universität Kattowitz und besitzt außer dem ein Lehrerbildungsseminar für Fremdsprachen. Die historischen Kuranlagen wurden saniert und teilweise unter Denkmalschutz gestellt.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1825 | 202 |
| 1864 | 262 |
| 1905 | 608 |
| 1931 | ca. 400 |
| 1961 | 3.256 |
| 1970 | 24.395 |
| 1999 | 102.294 |
| 2005 | 96.009 |
Die Zahlenangaben vor dem 2. Weltkrieg beinhalten nur das Dorf Königsdorff-Jastrzemb. 1864 lebten in Ober Jastrzemb mit dem Vorwerk Neuhof 1.064 Menschen. Für 1885 wird eine Gesamteinwohnerzahl von 1.568 genannt, die auch das damals zugehörige Dorf, Bad und Rittergut Königsdorff-Jastrzemb einschließlich der Kolonie Sophienthal mit einschloss. Die Bevölkerung war fast ausschließlich polnischer Nationalität. 1963 wurden diese Orte vereinigt.
Ort der Woiwodschaft Schlesien | Kurort
Jastrzębie-Zdrój | Jastrzębie Zdrój | Jastrzębie Zdrój | Jastšembe Zdroja | Jastrzębie Zdrój | Jastrzębie Zdrój | Jastrzębie-Zdrój | Jastrzębie-Zdrój
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