Jassen ist ein Kartenspiel, das vor allem im alemannischen Raum verbreitet ist, das heißt in der deutschsprachigen Schweiz, in Liechtenstein, in Vorarlberg (Österreich) sowie teilweise im Süden Deutschlands und im Elsass, aber auch im französischsprachigen Teil der Schweiz. Beim Jassen wird üblicherweise mit vier Spielern und 36 Karten gespielt.
Es wird geschätzt, dass über 3 Millionen Schweizer regelmäßig jassen, das Jassen gilt dort als Nationalspiel. In Vorarlberg ist es der "Volkssport Nummer 1".
Die "deutschen" Karten werden in der Innerschweiz, Zürich, Schaffhausen und in der Ostschweiz sowie teilweise in Liechtenstein verwendet.
Die "österreichischen" Karten werden in Vorarlberg sowie teilweise in Liechtenstein verwendet.
Jasser, die in "kartenübergreifenden" Regionen spielen, sollten die entsprechenden Kartenvarianten beherrschen. Von der Spielweise her spielt es keine Rolle, welche Karten man benützt.
Jede Farbe umfasst neun Karten: 6 bis 10, Buben/Bauer, Dame, König und As (franz: six, sept, huit, neuf, dix, valet, dame, roi, as).
Die ältesten bekannten Karten aus der Deutschschweiz, eine Variante der deutschen Karten, stammen von 1470 und trugen die Farben Schellen, Schilten, Eicheln und Federn. Die Karten liegen im Historischen Museum Basel.
Die Farbe "Rosen" im deutschschweizerischen Blatt ist erst später eingeführt worden sein, da die ursprüngliche Farbe "Federn" angeblich negative Assoziationen hervorgerufen habe (vermutlich durch das Hühnerrupfen) und Rosen angenehmer seien.
Jassen wurde im 19. Jahrhundert populär, im Laufe der Zeit entstanden über 50 verschiedene Varianten.
| Bieter | Spielvariante für 3 oder 5 Spieler. Man spielt in Teams (1 gegen 2 oder 2 gegen3). In der Anfangsphase wird einem Spieler durch Bieten der höchsten Punktzahl erlaubt, eine Karte zu wünschen. Der Spieler, der diese Karte besitzt, wird zu seinem Partner. Diese Spieler bilden das Zweier-Team. Bevorteilt wird das Zweier-Team vor allem dadurch, dass es für den Sieg nur ihre anfangs gebotene Punktzahl, das Dreier-Team jedoch stets 1000 Punkte erreichen muss. | |
| Coiffeur (v. "Quoi faire") | Mischung zwischen Jass und Yatzy und Poker für mindestens 2 Zweierteams. Es geht dabei darum, alle Spielarten in einer Liste pro Team einmal zu Spielen, wobei die erreichten Punkte dann bei der Gruppe, welche die Spielart bestimmt hat, gezählt werden. | |
| Differenzler | Nach Betrachtung der Karten muss ein Betrag angesagt werden, der dann möglichst genau erreicht werden muss. In der populären Sendung Samschtig-Jass des Schweizer Fernsehens wird diese Spielvariante gespielt. | |
| Fahnder | Der Fahnder ist eine Jass-Variante für drei oder vier Spieler. | |
| Klammern | Spielvariante für 2-4 Spieler. Das Spiel läuft wie beim Dart bis 301, 501 oder 1001. | Ziel ist es, als erstes über die Grenze zu kommen. Zusätzlich muss der Angriffsspieler, der den Trumpf wählt, mehr Punkte holen als seine Gegner. Ansonsten werden die Punkte den Gegnern zu geschrieben.|
| Molotow | Molotow ist eine Jassart für 3-6 Spieler. Der Trumpf wird (in der 1. oder 2. Runde) durch die Farbe bestimmt, welche von demjenigen gespielt wird, welcher als Erster nicht mehr angeben (d.h. eine Karte derselben Farbe wie die erste gespielte Karte dieser Runde) kann. | Das Ziel des Molotow-Jass ist es, möglichst wenig Punkte zu machen. Eine zusätzliche Schwierigkeit, um möglichst wenig Punkte zu erreichen, stellt der sogennannt Tischweis dar. Liegt am Ende der Runde ein Weis auf dem Tisch, so werden demjenigen, welcher sticht die Punkte "gut"geschrieben. Als zusätzliche Regel kann vereinbart werden, dass die Spieler ihre Sitzplätze nach jeder Runde anhand der bisher erreichten Punkte wechseln müssen. Vor allem in kleineren oder öffentlichen Räumen (Zugabteile, Cafés etc.) kann dies einerseits für Aufmerksamkeit bei anderen Personen, andererseits zur Auflockerung des Spieles sorgen.|
| Schellenjass | Eine Jassart für 2 bis 4 Spieler. Ziel ist es, keine oder möglichst wenig Schellenkarten zu kassieren oder aber alle neun Schellen zu erobern. Dabei wird ohne Trumpf gespielt und eine Schellenkarte darf nur weggeworfen werden, wenn die ausgespielte Farbe nicht mehr angegeben werden kann. | |
| Sidi-Barani | Schieberähnlicher Jass für 4 Spieler, mit dem Unterschied, dass nicht vorgegeben ist, wer das Spiel bestimmen darf. Dieses Recht geht an denjenigen, der beim Hochbieten (ähnlich dem Reizen beim Skat) die höchste Punktzahl ansagt. Diese gilt es dann zu erreichen, um zu punkten. |